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Grand Seiko präsentiert mit dem Automatikwerk 9SA5 drei entscheidende Unterschiede

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„Das 9SA5 ist zweifellos das beste mechanische Kaliber, das das Unternehmen je geschaffen hat.“ Wenn eine japanische Marke wie Grand Seiko, die eher für ihr bescheidenes Understatement bekannt ist, so selbstbewusst über ihre neueste Entwicklung kommuniziert, dann kann man getrost davon ausgehen, dass die Aussage hält, was sie verspricht.

Das Automatikkaliber 9SA5 wurde erstmals im März dieses Jahres vorgestellt. Es ist ein völlig neues mechanisches HiBeat-Uhrwerk, das exklusiv für Grand Seiko entwickelt wurde und dank drei neuer Entwicklungen das Fundament für eine ganz neue Generation von mechanischen Uhren der Marke bildet.

Und dass es ausgerechnet in diesem Jahr vorgstellt wird, ist kein Zufall, denn Grand Seiko ist 60 Jahre alt geworden. Ein Geburtstag, der in Japan für Wiedergeburt und neue Energie steht.
Ganze neun Jahre hat es gedauert, bis das 9SA5 so weit war, dass es seine erste Behausung in dem auf 100 Exemplare limitierten Modell „SLGH002“ beziehen konnte, das ab März 2020 in den Grand-Seiko-Boutiquen erhältlich ist.

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So lange hatte es gedauert, bis das anspruchsvolle Entwicklungsteam zufrieden war. Vorgenommen hatte es sich, beim 9SA5 dieselbe stabile Ganggenauigkeit wie beim bestehenden Hi-Beat-36.000-Uhrwerk zu gewährleisten. Die Gangreserve sollte jedoch deutlich verlängert werden. Beides wurde erreicht.

Das neue Hi-Beat-Kaliber verfügt über eine Gangabweichung von -3 bis +5 Sekunden pro Tag und eine großzügige Gangreserve von 80 Stunden. Dabei ist es sogar 15 Prozent schlanker als das bisherige High-Beat-Kaliber von Grand Seiko.

Das Kalibers 9SA5 ist das Ergebnis einer radikalen Umgestaltung von drei Schlüsselstrukturen und einigen darin enthaltenen Komponenten, wofür mehrere Patente bereits erteilt oder zumindest angemeldet wurden.

Die Doppelimpuls-Hemmung ist komplett neu und wurde intern entwickelt. Sie sorgt dafür, dass das Ankerrad die Kraft direkt auf die Unruh überträgt, wodurch die Effizienz steigt. Sie ist deshalb so einzigartig, weil die Kraft in einer Richtung direkt auf die Unruh übertragen wird, während dies in der anderen Richtung wie bei einer klassischen Hemmung über den Anker geschieht. Sowohl der Anker als auch das Ankerrad werden mithilfe der MEMS-Technologie hergestellt.

Das Kaliber 9SA5 ist zudem mit einer neuen freischwingenden Unruh ausgestattet, die speziell für dieses Kaliber entwickelt wurde. Sie weist eine stabilere Ganggenauigkeit auf und ist beständiger gegen Stöße und Reibung. Während das aktuelle Kaliber 9S mit einer flachen Spiralfeder versehen ist, besitzt das 9SA5 eine Spirale mit Endkurve, deren Kurvenform nach mehr als 80.000 Simulationen so festgelegt wurde, dass ihre Leistung in allen möglichen Positionen optimiert wird. Ihr neues Design verbessert den Isochronismus, sprich die Gleichförmigkeit der Schwingungen.

Neu ist außerdem die innovative horizontale Anordnung von Federhaus und Räderwerk, wodurch es 15 Prozent schlanker als das bisherige Hi-Beat Kaliber ist.

Im März dieses Jahres wurde das erste Modell von Grand Seiko vorgestellt, dass von dem 9SA5 angetrieben wird. Äußerlich ist die Uhr dem bekannten Stil der Marke jedoch treu geblieben. Die Optik der auf 100 Exemplare limiterten „SLGH002“ beruft sich auf das Modell „44GS“, welche bis heute das Design von Grand Seiko prägt.

Subtile Veränderungen am Design sorgen jedoch für mehr Komfort: Die Schlankheit des Kalibers in Kombination mit etwas breiteren Bandanstößen sorgt für einen festeren und zugleich angenehmeren Sitz am Handgelenk. Die Ablesbarkeit wurde noch einmal verbessert, und zwar durch die Verwendung eines größeren Stundenzeigers und markanterer Stundenmarkierungen.

Zur Exklusivität der bis zehn Bar wasserdichten Uhr trägt zudem 18karätiges Gold bei dem 40-Millimeter-Gehäuse (Höhe 11,7 mm), den Indizes, dem Kalenderrahmen und der Faltschließe samt Sicherheitsdrücker bei.

Im Oktober wurde ein weiteres Jubiläumsmodell zum 60sten Geburtstag von Grand Seiko präsentiert, das ebenfalls das neue Hi-Beat-Kaliber in sich trägt.

Die auf 1.000 Exemplare limitiert „SLGH003“ zeigt sich mit einem tief schimmernden Blau und mit rotem Sekundenzeiger auf dem Zifferblatt. Da Edelstahlgehäuse wurde mit der Zaratsu-Technik bis zur Perfektion poliert. Ansonsten weist die Uhr das gleiche Design wie das im März vorgestellte Modell „SLGH002“ auf.

Die neue Energie, die jemand in der japanischen Tradition zum 60sten Geburtstag bekommt, hat Grand Seiko nicht nur für die Jubiläumsmodelle mit dem neuen Hi-Beat-Kaliber genutzt, sondern auch um ein neues Uhrenstudio für die Fertigung der mechanischen Uhren der Marke in Shizukuishi in Betrieb zu nehmen. Die erste Kreation, die hier entstand, war die „Hi-Beat 36.000“ mit dem neuen Kaliber 9SA5.

Zur Eröffnung des Studios sagte Shinji Hattori (Chairman und CEO der Seiko Watch Corporation): „Das Studio bietet die ideale Umgebung für unsere Uhrmacher und Uhrmacherinnen, um die mechanischen Uhren von Grand Seiko zum Leben zu erwecken und die nächste Generation von Uhrmachern ausund weiterzubilden. Es verkörpert in idealer Weise Grand Seikos Philosophie ‚The Nature of Time‘ und ist für die Welt ein klares Zeichen unserer Hingabe an die mechanische Uhrmacherkunst.“

Tags : 9SA5grand seikohi-beatSeikoshinji hattoriShizukuishiSLGH002SLGH003
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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