Welch großen Stellenwert die Vergangenheit für die Uhrenindustrie hat, belegen die zahlreichen Modelle, mit denen sich die Marken auf die eigene Historie beziehen und zugleich eine Brücke zur Gegenwart schlagen.
Geneva Watch Days 2024 – Teil 1: Kooperationen & Co.
Geneva Watch Days 2024 – Teil 3: Das Zifferblatt als Star
Geneva Watch Days 2024 – Teil 4: Es grünt so grün, wenn …
Geneva Watch Days 2024 – Teil 5: Violett, Purple, Lila – das neue Grün?
Geneva Watch Days 2024 – Teil 6: Bedingt offen
Geneva Watch Days 2024 – Teil 7: Tiefentauglich
Geneva Watch Days – Teil 8: Dresswatches für Ihn und Sie
Geneva Watch Days 2024 – Teil 9: Titan-Ticker auf dem Vormarsch
Geneva Watch Days 2024 – Teil 10: Es ist aufgetischt!
Alpina und die Hommage an die Ästhetik der Vergangenheit
Die „Heritage“-Kollektion der Marke ist seit den Geneva Watch Days um ein Automatik-Modell in zwei Ausführungen reicher. Der Zeitmesser lässt die ästhetischen Vorlieben der 1920er- und 1930er-Jahre wieder aufleben. Dazu zählen bläuliche Dauphin-Zeiger, ein Kalbslederarmband mit Dornschließe, ein schlichter massiver Boden und ein poliertes Stahlgehäuse.

Vorbild war eine Uhr aus dem Alpina-Archiv, welche aus heutiger Sicht einen winzigen Durchmesser von 25,7 Millimetern Durchmesser hat. Die „Heritage Automatic“ wurde auf 38 Millimeter erweitert und damit an die aktuellen Vorlieben angepasst.

Die erste Version entfaltet sich rund um ein beigefarbenes Zifferblatt mit zwölf arabischen Zahlen und Eisenbahnminuterie. Bei der zweiten Version kommt ein grau satinierter Stundenring mit arabischen Zahlen und bronzefarbenen Indizes im Wechsel hinzu. Das Logo mit seiner Typographie von einst unterstreicht den Vintage-Charakter.

Aber selbstverständlich ist „Heritage Automatic“ auch ein Kind ihrer Zeit. Und so wurde das fragile und kratzempfindliche Plexiglas von damals gegen ein entspiegeltes Saphirglas ausgetauscht. Und auch das Innenleben in Form das Kalibers AL-520 entspricht dem State of the Art und verfügt anders als die Inspirationsquelle über einen automatischen Aufzug.
Der UVP beträgt 1.695 €.
Breitling und das Trio zum 140sten
Zum 140. Jubiläum präsentiert die Marke limitierte Versionen ihrer drei Top-Modelle „Premier“, „Navitimer“ und „Chronomat“. Jedes ist mit dem Automatikkaliber B19 ausgestattet, welches in den Jubiläumseditionen sein Debüt feiert.

„‘Premier‘, ‚Navitimer‘ und ‚Chronomat‘ sind die beeindruckendsten Kollektionen in Breitlings Geschichte», erklärt Georges Kern, CEO von Breitling. „Wir konnten uns für keine allein entscheiden, um das neue Kaliber B19 für unser Jubiläum zu präsentieren – es mussten einfach alle drei sein.“

Das neue Kaliber B19 ist das erste exklusive Uhrwerk der Marke mit ewigem Kalender, und natürlich ist es auch ein Chronograph – Breitlings Spezialgebiet von Anfang an. Es verfügt über Vollkalender und Mondphase, korrigiert automatisch Monate mit 28, 30 und 31 Tagen sowie Schaltjahre und kann daher fast 100 Jahre lang ohne größere Anpassungen laufen. Hinzu kommt eine bemerkenswerte Gangreserve von circa 96 Stunden.
Den Rotor aus Massivgold ziert eine Gravur der historischen Breitling-Manufaktur in der Rue de Montbrillant im schweizerischen La Chaux-de-Fonds. Montbrillant war mehr als eine Fabrik: Ihr Westflügel war ein Gebäude im Stil einer Villa, in dem drei Generationen der Familie Breitling wohnten. Das Montbrillant-Gebäude, das über 80 Jahre lang als Manufaktur der Marke diente, hatte einen Ehrenplatz in den Werbeanzeigen des Unternehmens. Sein Name war in den 1930er- und 1940er-Jahren sogar auf Zifferblättern zu sehen.
„Premier B19 Datora 42 140th Anniversary“: Die „Premier feier“te 1943 ihr Debüt als Uhr, die den Chronographen aus dem Cockpit auf das gesellschaftliche Parkett brachte. Sie war der Chronograph für den modernen Mann, ein Symbol für guten Geschmack und eine professionelle Funktionsuhr zugleich.

Die Jubiläumsedition mit 42-Millimeter-Gehäuse aus massivem 18-karätigen Rotgold behält die charakteristischen arabischen Ziffern, die kontrastierende Minutenskala und die markanten viereckigen Drücker der „Premier“ bei.

Das Armband besteht aus schwarzem Alligatorleder mit Ton-in-Ton-Ziernaht und einer Faltschließe aus 18-karätigem Gold.
„Navitimer B19 Chronograph 43 Perpetual Calendar 140th Anniversary“: Die „Navitimer“ war die erste Pilotenuhr, die einen Chronographen mit dem markeneigenen kreisförmigen Rechenschieber-Bordcomputer kombinierte.

Ursprünglich 1952 für Mitglieder der Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA) entwickelt, fand die Navitimer rasch Gefallen bei einem breiteren Publikum, zu dem auch Stars und Astronauten zählten. 1962 wurde sie zur ersten Schweizer Armbanduhr im Weltall.

Die Jubiläumsedition mit 43-Millimeter-Gehäuse aus massivem 18-karätigen Rotgold verfügt über den berühmten Rechenschieber in Schwarz mit einem auffälligen Zifferblatt aus 18-karätigem Rotgold. Das Armband besteht aus Alligatorleder mit Kontrastnaht und einer Faltschließe aus 18-karätigem Gold.
„Super Chronomat B19 44 Perpetual Calendar 140th Anniversary”: Die „Chronomat“ kam 1983 als offizielle Uhr der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori auf den Markt und wurde ein Jahr später einer breiteren Kundschaft zugänglich gemacht. Es war ein bedeutsames Timing inmitten der Quarz-Ära, denn die „Chronomat“ trug dazu bei, dass mechanische Chronographen wieder an Beliebtheit gewannen.

Die Jubiläumsedition mit 43-Millimeter-Gehäuse aus massivem 18-karätigen Rotgold präsentiert sich im charakteristischen Design mit vier erhabenen Reitern bei den Viertelstundenindizes, Zwiebelkrone, Keramikeinsätzen bei der Lünette und einer Kautschukversion des klassischen Rouleaux-Armbands. Aus dem Hier und Jetzt stammt das skelettierte Zifferblatt.

„Mit dem Kaliber B19 und unseren Limited Editions zum Jubiläum schreiben wir wieder Geschichte“, sagt Georges Kern. „Bei dieser Lancierung geht es darum, dem Anspruch unserer wegweisenden ‚140 Years of Firsts‘ gerecht zu werden.“
Favre Leuba und ein ambitioniertes Comeback
Pünktlich zu den Geneva Watch Days 2024 hat eine der ältesten Schweizer Uhrenmarken ihre Wiederbelebung verkündet – 287 Jahre nach ihrer Gründung.
Mit 22 neuen Uhrenreferenzen im Katalog ist Favre Leubas Revival eine komplette Neuinterpretation. Und zugleich beruft man sich auf die Vergangenheit.
Unter der Leitung von Patrik Hoffmann will ein Team von Uhrenexperten ein neues Kapitel in der Geschichte der Marke aufschlagen.

„Favre Leuba ist nicht nur eine Uhrenmarke, sondern ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und Innovation in der gesamten Uhrenindustrie. Wir ehren unsere Vergangenheit und unser gemeinsames Erbe, blicken aber gleichzeitig in die Zukunft und kreieren Uhren, die den Pioniergeist unserer Gründer verkörpern“, erklärt Patrik Hoffmann, CEO von Favre Leuba.
„Der Relaunch von Favre Leuba markiert eine außergewöhnliche Transformation. Mit einem Team erfahrener Experten und einer ehrgeizigen strategischen Vision sind wir entschlossen, dieser legendären Marke ihren rechtmäßigen Platz in der globalen Uhrenlandschaft zurückzugeben.“
Die 1737 in Le Locle in den Neuenburger Bergen gegründete Marke hat heute ihren Hauptsitz in Grenchen im Kanton Solothurn – wo in den kommenden Monaten Uhrmacherwerkstätten und ein Museum eingerichtet werden.

Auf Produktebene kehrt die Marke mit drei Uhrenfamilien zurück, die jeweils mit unterschiedlichen Uhrwerken und Zifferblattfarben ausgestattet sind.
„Wir haben unsere Archive durchforstet, um Modelle zu schaffen, die von unserem reichen Erbe inspiriert sind“, betont Patrick Hoffmann.

„Der Eckpfeiler der Neuauflage von Favre Leuba ist die ‚Chief‘-Kollektion. Das Originalstück, das diese Kollektion inspirierte, der ‚Chrono Valjoux 23‘ mit Handaufzug aus dem Jahr 1970, hatte bereits ein quadratisch gewölbtes Gehäuse, das an den vier Ecken leicht abgerundet war” erläutert Hoffmann und ergänzt:

„Mit dem ‚Chief‘ ist es unser Ziel, eine komplette Kollektion zu entwickeln, die in Zukunft eine Vielzahl von Uhrwerken unterschiedlicher Größe umfasst und das volle Potenzial unserer Erneuerung mit Eleganz und Innovation verkörpert.“

Ergänzt wird diese mit den Kollektionen „Deep Blue“ und „Sea Sky“. Der Preisbereich liegt zwischen 2.200 und 4.375 €.

Louis Erard und das Art Déco
Ein Jahr nach der Lancierung ihrer gemeinsamen Kollektion kehren Louis Erard und The Horophile mit einer vierten Version der „La Petite Seconde Metropolis“ mit grünem Zifferblatt zurück.
Dieses Modell wurde ursprünglich als Alternative zur archetypischen Dreizeigeruhr konzipiert und lehnt sich an das Design der New Yorker Art Déco der 1920er-Jahre an – dem Jahrzehnt, in dem Louis Erard gegründet wurde (1929).

Die neue „Metropolis“-Uhr basiert auf der „Petite Seconde“, einem zeitgenössischen Klassiker in einem kompakten 39-Millimeter-Stahlgehäuse mit der „LE“-Signatur auf der Krone – der einzige Ort, an dem der Markenname auftaucht.
Die Uhr ist nicht nur eine Hommage an das Zeitalter des Art Déco, sondern auch an die Heimatregion der Manufaktur: der Jura, die Freiberge, La Chaux-de-Fonds, die Geburtsstätte des Tannenbaumstils.

„Das Scheibenmotiv steht im Mittelpunkt und wird zweidimensional grafisch umgesetzt, um die beiden Bereiche der Zeitanzeige zu betonen: das große Stunden-Minuten-Zifferblatt und das untere Zifferblatt für die Sekunden. Die Scheibe wird auch dreidimensional bearbeitet, im Zentrum der Uhr, mit einer Reihe von konzentrischen, godronartigen Rillen, um dem Zifferblatt Materialität zu verleihen und das Licht aufzufangen“, erläutert die Marke.

Die Empire-Stabzeiger greifen zudem ein Motiv des universellen Kulturerbes auf: das Empire State Building, ein Art-Déco-Wolkenkratzer und Sinnbild der Moderne. Auch hier wurde auf die Details geachtet, auf die Proportionen, Stockwerk für Stockwerk, vom Fundament bis zur Turmspitze, und auf die Skelettierung in der Mitte, sodass die Zeiger wie eine bewegliche Skyline ihre Runden drehen.

Für deren Präzision sorgt das Automatikwerk SW261-1 (Qualitätsstufe Élaborée) von Sellita. Der UVP beträgt 2.300 CHF (exkl. MwSt.).

