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Wie funktioniert die Zeitmessung bei der Tour de France?

Zeitmessung

Das weiß wohl kaum jemand besser, als der offizielle Zeitnehmer Tissot.

Bei der Tour de France geht es um weit mehr als nur darum, wer als erster ins Ziel kommt. Und selbst das ist angesichts des großen Feldes und der knappen Abstände eine Herausforderung für den offiziellen Zeitnehmer Tissot. Am Sonntag ist das große Finale.

So fuhren zum Beispiel auf der Etappe 7 des Rennens von 2017 die ersten beiden Fahrer mit einem Abstand von nur 3/10.000 Sekunden über die Ziellinie. Die Fotofinish-Kamera, die bis zu 10.000 Bilder pro Sekunde aufnimmt, half schließlich bei der Feststellung des Siegers.

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Tissot übermittelt auch alle Daten der Zeitmessung in Echtzeit an die Anzeigetafeln, TV, Radio, Internet und mehr.

Die Klassifizierungen innerhalb des Rennens machen die Tour de France noch komplizierter. Neben dem Gesamtsieger jeder Etappe gibt es auch Rennen innerhalb der Rennen sowie Gesamtpositionen, die Tissot im Auge behalten muss und zu denen Positions- und Zeitinformationen übermittelt werden.

Das System der Zeitmessung

Bei der Tour de France ist Tissot für die Zeitnahme sowie die Verarbeitung und Verbreitung der Ergebnisse verantwortlich. Um höchste Präzision sicherzustellen, setzt das Unternehmen zahlreiche hochmoderne Technologien ein: Zeitmessung, fotoelektrische Zellen an der Ziellinie, Fotofinish-Kameras, Transponder, Computer…

Sie alle werden zur Sicherheit in mindestens zweifacher Ausführung eingesetzt. Beim Zieleinlauf kann der am Rennrad fixierte Transponder den Fahrer identifizieren. Dies geschieht mittels einer Antenne, die mit einem Decoder verbunden ist. Dieser sendet wiederum das Signal an das Zeitnahme-System im Kontrollraum, der auch als „Chronopole“ bezeichnet wird.

Das Chronopole ist mit Kameras ausgestattet, die 10.000 Bilder pro Sekunde aufnehmen können. Ihre Präzision liegt also bei bis zu einer Zehntausendstelsekunde. Das ist das Fotofinish, und es ist entscheidend für die Ermittlung des Ausgangs des Rennens.

In Zusammenarbeit mit den Zeitnehmern bestätigt die offizielle Jury der Tour de France die Platzierungen. Manchmal kommt es vor, dass sie aufgrund von Geschehnissen während des Rennens verändert werden. So können Strafsekunden die effektive Zeit eines Fahrers erhöhen.

Ein Team aus acht Zeitnehmern für die Massenetappen und aus bis zu 16 Zeitnehmern für Zeitfahretappen stellt jeden Morgen erneut die Infrastruktur für den Start, die Zwischensprints und die Zielankunft auf.

Dies geschieht über drei Wochen und über eine Strecke von 3.500 Kilometern, um die Zeitnahme und die Platzierungen live an die Organisatoren des Rennens, die Kommentatoren und die Zuschauer weiterzugeben.

Gegen-die-Uhr-Zeitfahren

Anders als bei einer klassischen Etappe beim Straßenrennen geht es beim Zeitfahren ausschließlich um die Zeitnahme. Mehrere Fahrer legen dieselbe Strecke zurück und sind gleichzeitig unterwegs.

Der Fahrer löst seine Zeitnahme auf der Startrampe mithilfe fotoelektrischer Zellen aus. Dann wird die Zeit dank der Transponder, mit denen die Rennräder aller Fahrer versehen sind, bei Zwischenpunkten sowie bei der Ankunft genommen.

Diese Transponder senden ein individuelles Signal an eine Antenne, die auf der Strecke angebracht ist und den Fahrer identifiziert. Diese Antenne ist mit einem Decoder verbunden, der das Signal an die Zeitnahme-Computer im Kontrollraum sendet.

Die Daten werden in Echtzeit verarbeitet und den Organisatoren zur Verfügung gestellt. So wird eine Verbreitung über alle Kanäle gewährleistet: TV-Grafiken, mobile Apps und soziale Netzwerke – die Berichterstattung von jeder Etappe ist immer auf dem neuesten Stand.

Das Fotofinsh

Die Idee hinter dem Fotofinish ist es, ein Bild in der Zeit festzuhalten. Die Ziellinie wird kontinuierlich gefilmt, um auf einer horizontalen Zeitachse eine millimetergenaue Unterscheidung der fotografierten Fahrer durchzuführen. Dabei werden 10.000 Bilder pro Sekunde aufgenommen.

So hat Tissot eine Software entwickelt, dank derer die Betreiber alle Fahrer beim Überfahren der Ziellinie identifizieren und mit einer Präzision im Millimeterbereich voneinander unterscheiden können. Die Software ist mit dem Transpondersystem verbunden und ermöglicht es dadurch, die Daten der Fahrer bei ihrer Zieldurchfahrt nahezu augenblicklich an die Offiziellen sowie die Medien weiterzugeben, die diese Daten dann in die ganze Welt senden.

 

Tags : Offizieller ZeitnehmertissotTour De France
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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