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WatchPro-Trend-Umfrage zu den Fachmessen der Uhrenbranche – die Ergebnisse

Umfrage_Messen

Die Schweizer Messelandschaft bietet für den Uhrenbereich derzeit ein eher unübersichtliches Bild. Die Baselworld gibt es so nicht mehr und sucht nach neuen Konzepten, in Genf entstehen neue, kleinere beziehungsweise dezentrale Formate.

Macher und Marken ringen derzeit mit sich, dem Markt und dem Corona-Virus um neue Formen der Darstellung und der Kommunikation mit Handel und Presse. Summits, Roadshows, digitale Konzepte – nahezu alles ist denkbar und wird derzeit getestet.

Doch was will eigentlich der Uhrenfachhandel, der tagtäglich damit beschäftigt ist, all die schönen Neuheiten der Marken und Hersteller an die Frau und den Mann zu bringen?

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Das haben wir Sie in der WatchPro-Trend-Umfrage gefragt:

Fachmessen in der Uhrenbranche im Wandel – wohin geht der Weg?

Hier sind die Ergebnisse:

Kommentare:

  • „Nur eine Weltleitmesse ist für die gesamte Uhrenbranche von Nutzen und kann eine Anziehungskraft der Sammler und Uhrenfans bewirken. Die Branche muss sich auch feiern können, um in der Welt wahrgenommen zu werden. Ein Feuerwerk an Neuheiten mit Trends ist eine wichtige Plattform, um über das Jahr getragen zu werden. Onlinewelt ist langweilig und damit auch die Präsentation. Es ist schöner, dem Kunden von den Uhrenmarken, den Events, den Geschichten und dem Drumherum zu berichten als alles das wiederzugeben, was in der Onlinepräsentation steht.“
  • „Wir brauchen eine One-Stop-Solution. Produkte, Maschinen, Dekoration, Medien etc. Kein Juwelier hat Zeit für 10 Reisen im Jahr!“
  • „Die Fragestellung ist politisch! Eine zentrale Messe ja, muss aber nicht die Schweiz sein. Hier ist ein Überbietungswettbewerb in Sachen Exklusivität eingetreten, der das Produkt in den Hintergrund stellt.“
  • „Es ist als Einkäufer sehr viel einfacher, einmalig zentral einzukaufen als auf verschiedenen Messen. Das ist zu zeitintensiv. Es muss allerdings auch das Umfeld stimmen. Anreise, Parkplätze, Hotels und Gastronomie.“

 

Kommentare:

  • „Ja sinnvoll schon, allerdings dann 6 Monate nach der jährlichen Messe, im Herbst.“
  • „Wenn es nicht zentral an einem Ort ist, kann man sich nicht zerteilen. Wenn die Termine gestreut sind, ist man nur noch unterwegs.“
  • „ … ergänzend und vorübergehend substituierend.“
  • „Zu starke Atomisierung, wenn man mehrere Marken führt.“
  • „Der Händler muss viel zu viel Zeit investieren in An- und Abreise. Diese fehlt beim Endkunden. Für Multibrandanbieter entsteht ein Juwelierstourismus. Lieber ein Event mehr mit dem Hersteller vor Ort als für ein paar Neuheiten stundenlanges reisen.“
  • „10 Reisen pro Jahr! ;-)“
  • „Wir sind Juweliere und keine Reiseunternehmer. Wir müssen in unseren Geschäften präsent sein, zumindest jene die noch “Einzeln Handelnde” Fachhändler/Uhrmacher/Goldschmiede sind.“
  • „Summits und Roadshows haben auch ihre Berechtigung.“
  • „Zu zeitintensiv.“

 

Kommentare:

  • „Wenn die INHO wieder Schweizer Marken hinzugewinnen könnte, würde sie sicherlich noch mehr an Bedeutung gewinnen. Immerhin gab es viele Jahre mit den Schweizern auf der INHO, in Hallo B0 war stets Swatch Group – und da war die INHO sehr gut besucht und erfolgreich.“
  • „Sie könnte sich wieder zum zentralen Anlaufpunkt mausern.“
  • „Die Inhorgenta hat sich entwickelt.“
  • “Jetzt haben Herr Dittrich und Frau Mändlein die Chance, großzügige Angebote zu machen. Leider werden nur B- und C-Marken kommen. Die Top-Marken sind zu eitel und es ist ein Unding für die Schweizer Markenikonen, Neuheiten auf einer deutschen Messe zu präsentieren. Die Schweiz ist halt nicht in der EU und der Gemeinschaftsgedanke nicht so ausgeprägt. Die IAA in München könnte jedoch zeigen, was München drauf hat und eventuell doch den einen oder anderen Schweizer Konzern überzeugen, über den Schatten zu springen. Jedoch kann auch eine Shanghai oder Singapur Uhrenmesse zur Leitmesse werden, weil der Markt und das Wachstum dort in Asien liegt und nicht in Old Europe.“
  • „Auf jeden Fall, die Inhorgenta ist die wichtigste Leitmesse! Und hier gibt es eine One-Stop-Solution!“
  • „Damit könnte man sich so manche Roadshow sparen!“
  • „Das ist unrealistisch, da die Inhorgenta als Messe für die DACH Region wahrgenommen wird. Die Perspektive dieser Bühne ist für die wichtigen Schweizer Marken einfach zu klein.“

 

Kommentare:

  • „Nein, das funktioniert nicht.“
  • „Mittelfristig wird nicht nur Corona-bedingt eine starke Verlagerung auf digitale Format erfolgen. Aber auf lange Sicht wird es weiter Bedarf an persönlichen Austausch, Information und haptischer physischer Präsentation geben.“
  • „Nein. Es sei denn der Vertrieb als solches wird rein digital und Juweliere verschwinden vom Markt.“
  • „Anfangs werden viele Uhrenhersteller diese Form der Präsentation angehen, um dann in ein paar Jahren festzustellen, das Menschen anders sind als Roboter. Das Face-to-Face-Gespräch wird nach der digitalen Welle wieder an Bedeutung gewinnen und notwendig werden. Die Branche ist klein und Märkte verändern sich schnell. Um das zu verstehen werden persönliche Gespräche und der Gedankenaustauch wichtig werden. Warum entscheidet der Kunde so und nicht so? Warum haben die Uhrenhersteller die Kontrolle über das Marktgeschehen an die Influencer und Youtuber verloren und investieren Millionen in die Werbung? Am Ende lassen sich mit Glück dann ein paar wenige Modelle verkaufen, wenn diese gepuscht werden, der Rest des Sortiments interessiert nicht. Davon kann keiner existieren. Siehe die Entwicklung von AP (nur Royal Oak ist im Gespräch und sonst nichts). Wird das lange gut gehen? Der Fachhändler wird in Zukunft gestärkt werden müssen, um den Einfluss im Sinne der Marken zu stärken. Um dies umsetzen zu können, wird der persönliche Kontakt und das Vertrauen auf beiden Seiten enorm wichtig werden, und der Endkunde traut dem ortsgebundenen Juwelier in Zukunft mehr als einem Fakedurchseuchtes Netz. Online shoppen mit einer Freundin am PC mit einer Tasse Kaffee ist langweilig, ein Besuch beim Juwelier mit einer Uhrenpräsentation und einem Gesicht der Marke und einem Champagnerglas in der Hand ist da doch cooler.“
  • „Ich muss die Ware anfassen und spüren.“
  • „Es sind emotionale Produkte, der kleinste Unterschied in der Haptik und beim Design, der nur erfühl- und live erlebbar ist, macht den Kaufunterschied!“
  • „Wenn das Feelling und die Haptik verloren gehen und das persönliche Gespräch und der Austausch über die Marke, dann glaube ich nicht, dass ein digitales Format in der Lage ist, das Produkt online zu verkaufen. Und wenn doch…. dann verkauft doch der Hersteller gleich direkt an den Endverbraucher. Warum soll er dann den Juwelier noch zwischenschalten?“
  • “Es wird sicher Marken geben, die das versuchen. Manche werden Erfolg damit haben, andere nicht. Es kommt wirklich sehr auf die Marke, ihre Positionierung beim Verbraucher und ihre Distribution an.”
  • “Allerdings ist diese Art der Präsentation in den derzeitigen Formaten nicht sinnvoll, da die Emotionalität der betrachteten Produkte keine Berücksichtigung findet.”

 

 

 

Tags : baselworldFachmesseninhorgentaTrend-Umfrage
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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