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WatchPro-Trend-Prognosen 2021, Teil 4: Influencer und Nachhaltigkeit

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WatchPro hat die Entwicklungen 2020, die durch die Pandemie beschleunigt wurden, unter die Lupe genommen und wagt einen Ausblick auf das 2021.

Pantone hat für 2021 gleich zwei Farben zu den Colors of the Year gekürt: Illuminating (Gelb) und Ultimate Gray (Grau).

Man kann aber getrost davon ausgehen, dass die Uhrenhersteller vor allem Gelb eher als Akzentgeber verwenden und weiterhin in erster Linie Zifferblätter in den Farben Blau, Schwarz und Weiß auf den Markt bringen werden. Mit anderen Worten: Die wohlüberlegte Wahl der Farbexperten des Pantone Color Institutes ist eher als ein Symbol zu verstehen und als eine Reaktion auf ein Jahr voller Dramatik und Katastrophen. Sie ist weniger eine Vorhersage auf neue Stilrichtungen – zumindest was die Uhrenindustrie anbelangt.

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Das bedeutet aber nicht, dass sich die Uhrenindustrie nicht anderweitig bewegen und entwickeln wird. Dabei hat sie sich bereits im zurückliegenden Jahr stärker verändert als in jedem anderen Jahr seit der Quarzkrise in den 1970er-Jahren.

Zehn dieser „erzwungenen“ Trends stellen wir hier vor.

Hier finden Sie Teil,1 Teil 2 und Teil 3:

Teil 1: E-Commerce und Clienteling

Teil 2: Monobrand Stores und Alternativen zu Konzernmarken

Teile 3: Pop-ups und lokale Kunden


Influencer

Twitter wäre ohne Donald Trump längst tot, meinte kürzlich Ben Clymer, Gründer und Vorstandsvorsitzender des New Yorker Onlinehändlers Hodinkee im Interview mit WatchPro UK. Twitter habe sich außerdem zu einem Sammelbecken für Trolle und russische Bots und deren Propaganga entwickelt. Inzwischen wurde der Account des Ex-Präisdenten der USA von der Social-Media-Plattform tatsächlich verbannt und man wird sehen, wie sich dies auf die Nutzerzahlen und den Einfluss von Twitter auswirken wird.

Dass viele Posts auf Instagram und Co. mehr oder weniger gut getarnte Werbeanzeigen sind, bei denen Markenbotschafter für ihre „Ratschläge“ bezahlt werden, ist längst kein Geheimnis mehr. Deren Marktwert sinkt jedoch zunehmend, und man gewinnt den Eindruck, dass immer mehr Werbebotschaften zu immer geringeren Preisen herausposaunt werden.

Sorgt das private Verhalten einer solchen Werbefigur dann noch für Unmut im Netz, betreffen den reflexartig einsetzenden Shitstorm nicht selten auch die Marken und Produkte, die von diesem Influencer beworben werden. Jüngstes Beispiel, wie schnell es mit der Karriere als Influencer den Bach runtergehen kann, ist Laura Müller, die Gattin des einstigen Schlagerbarden Michael Wendler und jetzigen Verschwörungserzählers.

Es wird immer Leute wie Kendall Jenner und ihre Millionen Anhänger als lukrative Werbepartner geben. Aber genauso wie es nicht mehr ausreicht, dass zum Beispiel Superstars als Wäschständer fungieren, um den Verkauf anzukurbeln, müssen auch Influencer heute zunehmend für etwas ganz bestimmtes stehen und eine klare Haltung haben.

Sie sollten auch durch eine andere Leistung berühmt geworden sein als durch die Optimierung von Selfies und die Beherrschung von Bildbearbeitungsprogrammen sowie eine gewisse Authentizität ausstrahlen. Aber wie lange dann Promis wie Christiano Ronaldo bei sinkenden Gagen überhaupt noch Lust auf Influencer-Aufträge haben, ist die Frage. Denn der Fußballer verdient derzeit mehr Geld mit seiner sportlichen Aktivität als mit seinen 250-Millionen Instragram-Followern.


Nachhaltigkeit

Bezüglich dieses gesellschaftlichen Megatrends müssen sich die Hersteller mechanischer Uhren eigentlich keine allzu großen Sorgen machen, sind ihre Produkte doch von Haus vergleichsweise nachhaltig. Sie sind für den langen – möglicherweise generationsüberschreitenden – Gebrauch gemacht und belasten die Umwelt nicht mit Batterien.

Knackpunkte können das Edelmetall oder die Edelsteine werden, wenn sie nicht aus unstrittig einwandfreien Quellen stammen. Allerdings gibt es hier mittlerweile ausreichend entsprechende Lieferanten.

Bei den Quarzuhren tut sich auch viel, und zwar in Form von Solarantrieb, Knopfzellenbatterien ohne Schwermetalle und recycelten Materialien. Man kann also davon ausgehen, dass die Uhrenwelt dieses Thema zunehmend aufgreifen und auch für Marketingmaßnahmen nutzen wird.

„Wir wissen, das wir alleine die Welt nicht retten können, aber wir können ein Teil der Lösung sein“, sagte beispielweise Georges Kern anlässlich der Einführung der neuen Breitling-Verpackung aus recycelten Kunststoffflaschen im Oktober vergangenen Jahres.

Einer, der schon seit Jahrzehnten Nachhaltigkeit in all seinen Ausprägungen im Blick und in sein Unternehmen integriert hat, ist André Bernheim (Bild) , Mitinhaber und Vorstandsmitglied der Gruppe Mondaine Watch Ltd., die seit dem letzten Jahr umfassend CO2-neutral arbeitet.

„Es gibt meines Wissens keine andere Uhrenfirma, die sich bereits seit so langer Zeit und kontinuierlich für den Schutz der Umwelt engagiert. (…) Wenn man in der Lage ist, eine technisch wie ästhetisch anspruchsvolle Uhr nachhaltiger zu produzieren, dann muss man dies auch tun“, so Bernheim. Er beklagt unter dem Stichwort Greenwasching aber auch, dass es auch in Uhrenbranche solche gibt, die es sich „zu einfach machen“ beziehungsweise „den Konsumenten etwas vormachen.“

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