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WatchPro-Trend-Prognosen 2021, Teil 3: Pop-ups und lokale Kunden

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Pantone hat für 2021 gleich zwei Farben zu den Colors of the Year gekürt: Illuminating (Gelb) und Ultimate Gray (Grau).

Man kann aber getrost davon ausgehen, dass die Uhrenhersteller vor allem Gelb eher als Akzentgeber verwenden und weiterhin in erster Linie Zifferblätter in den Farben Blau, Schwarz und Weiß auf den Markt bringen werden. Mit anderen Worten: Die wohlüberlegte Wahl der Farbexperten des Pantone Color Institutes ist eher als ein Symbol zu verstehen und als eine Reaktion auf ein Jahr voller Dramatik und Katastrophen. Sie ist weniger eine Vorhersage auf neue Stilrichtungen – zumindest was die Uhrenindustrie anbelangt.

Das bedeutet aber nicht, dass sich die Uhrenindustrie nicht anderweitig bewegen und entwickeln wird. Dabei hat sie sich bereits im zurückliegenden Jahr stärker verändert als in jedem anderen Jahr seit der Quarzkrise in den 1970er-Jahren.

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Zehn dieser „erzwungenen“ Trends stellen wir hier vor.

Hier geht es zu Teil 1 und 2:

Teil 1: E-Commerce und Clienteling

Teil 2: Monobrand Stores und Alternativen zu Konzernmarken


Pop-ups

Auch wenn unabhängigen oder Nischen-Marken zunehmend in den Fokus von Uhrenliebhabern geraten, ist es durchaus nachvollziehbar, wenn Händler diesbezüglich noch zurückhaltend sich und keine großen Lagerbestände mit solchen Marken aufbauen möchten.

Um dennoch die große Bandbreite der Uhrenwelt dennoch zeigen zu können, bieten sich als Option Pop-up-Events und aufmerksamkeitsstarke temporäre Aktionen an. Dies ist eine weniger risikoreiche Möglichkeit, den eigenen Kunden Alternativen zu den üblichen Verdächtigen nahezubringen.

So lohnt sich auch der regelmäßige Besuch des Juweliers des Vertrauens, um zu schauen, welche spannenden und überraschenden Neuheiten er abseits des Mainstreams zu bieteten hat. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es dann, wenn Vertreter der jeweiligen Marke vor Ort sind, um die Geheimnisse der Uhren zu erläutern. Im besten Fall teilen sich Händler und Uhrenherstller die Kosten und vielleicht wird die Marke ja sogar fester Bestandteil des Sortiments des Juweliers.

All dies kann natürlich erst dann in Betracht kommen, wenn Corona dies wieder gefahrlos zulässt.

Im Sommer 2020 war dies zweitweilig der Fall und im nordrhein-westfälischen Wipperfürth öffnete der weltweit erste Pop-up-Store „Deutsche Uhren“. Hier präsentierten Eigentümer beziehungsweise Gesellschafter der Manufakturen Mühle-Glashütte, MeisterSinger und D. Dornblüth & Sohn drei Tage lang in einem leerstehenden Ladengeschäft höchstpersönlich ihre Kollektionen.

John von Steen (Bild), MeisterSinger: „Es ist ein Beispiel für Kreativität und Flexibilität in nicht ganz einfachen Zeiten. Und es war ein Super-Event mit sehr vielen interessierten und begeisterte Konsumenten. Unsere stationären Partner im Bergischen Land werden sicher in der nächsten Zeit die entsprechende Resonanz in ihren Geschäften spüren.“

Thilo Mühle, Mühle-Glashütte: „Eine neue Form, um mit unseren Kunden direkt in Kontakt zu kommen. Emotionen lassen sich so leichter und direkter transportieren, wovon auch der Fachhandel partizipieren wird.“


Lokale Kunden

Reisen war in 2020 nahezu unmöglich beziehungsweise, es war jeder gut beraten, diese auf ein unumgängliches Minimum zu beschränken. Das traf vor allem solche Einzelhändler, deren Markenpartner und Uhrenhersteller, die es in den europäischen und amerikanischen Hotspots auf Touristen aus Russland, China, Hongkong und Nahost abgesehen haben und seit Jahren gut und zuverlässig davon leben können.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Tourismus im Jahr 2021 wieder auf Vor-Corona-Niveau zurückkehren wird. Das heißt, der hiesige Einzelhandel konzentriert sich nun geschlossen auf den lokalen Kunden, sobald der Lockdown vorüber ist. Einige Juweliere werden sicher glücklich sein, wenn der ein oder andere Rolex-Kunde, nachdem er jahrelang vertröstet wurde und die begehrte Uhr an einen zahlungskräftigen Kunden aus fernen Landen ging, nachsichtig mit ihnen sein wird.

Loek Oprinsen (Bild) Geschäftsführer International Luxury Partners, ist sogar davon überzeugt, dass das Verschwinden des Touristen-Geschäfts auch zu einer Sortimentsveränderung bei den Juwelieren führen wird. „Wir haben auch in den vergangenen Jahren nicht besonders vom Tourismus-Geschäft profitiert, daher spüren wir jetzt auch die Auswirkungen ausbleibender Touristen nicht. Außerdem erkennt der Einzelhandel zunehmend die Bedeutung der lokalen Kundschaft.“

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