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Von Models präsentierte Uhren floppen auf Instagram

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Es ist keine gute Zeit für Models. Derzeit verabschiedet man sich zunehmend vom Einsatz von Models bei Autorennen, Darts, Boxen und nahezu allen kommerziellen Messen und Events. Da sollte man hoffen, dass sich die Schönen für den Lebensunterhalt zumindest aufs Gutaussehen vor der Kamera verlassen können.

Sogar das ist zweifelhaft. Recherchen ergaben, dass es zumindest für Uhren deutlich besser ist, in den Social Media Nahaufnahmen zu posten, die sie in all ihrer Schönheit präsentieren.

Ein Gartner-L2-Bericht mit dem Titel “Watches & Jewelry Global Optimizing Social Media Content – How to Stand Out on Saturated Social Media” untersuchte den Einsatz von Flatlays (von oben fotografierte, auf dem Boden liegende Gegenstände), Modelfotos und Nahaufnahmen auf Instagram, die zusammen 95 % der analysierten Posts ausmachen.

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Die Ergebnisse waren überraschend. Uhrenmarken erzielen Traffic vor allem mit Bildern von Produktflatlays. Konsumenten finden Produktdetails von Uhren offensichtlich am ansprechendsten, denn Close-ups aus nächster Nähe, zum Beispiel von Zifferblättern, erzielten 15 % mehr Traffic als andere Flatlays.

Gartner fand für die untersuchten Uhrenmarken heraus, dass Flatlays nur die Hälfte der Posts ausmachten, Nahaufnahmen von Flatlays nur 7 %. „Die Marken sollten diesen Content gegenüber Produktfotos mit Models priorisieren, wenn sie mehr Traffic wollen“, so der Berater.

IWC Schaffhausen postete am häufigsten Nahaufnahmen von Flatlays und landete dafür bei Gartner im Bereich Social Media auf dem Genius-Rang. Durchschnittlich lagen diese Bilder fünf % über dem Jahresdurchschnitt der Marke.

Audemars Piguet nutzte in 27 % der Zeit Posts mit Nahaufnahmen von Flatlays, was der Marke zur Führung im Gesamttraffic 2018 verhalf, verglichen mit dem Indexdurchschnitt für Uhrenmarken.

Uhrenhersteller reden gerne über ihre Fähigkeiten als Hersteller, aber das lasse Kunden kalt, so Gartner. Instagram-Posts zur Uhrenherstellung, inklusive Uhrendesign, erzeugten das größte Traffic-Tief: Sie verminderten den Traffic um 23 %, im Vergleich zu Produktfotos.

 

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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