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Vom Spirit einer Vintage-Uhr, Folge 1: „IWC Ingenieur“ aus dem Jahr 1992

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Vintage-Uhren hier, Vintage-Uhren dort … warum ist das so? Woher kommt der Hype um Uhren vergangener Zeiten? Schließlich kann sich das Angebot neuer Zeitmesser mehr als sehen lassen.

Um diese Frage beantworten zu können, habe ich höchstpersönlich Witterung aufgenommen und eine Test-Reihe gestartet: sechs Vintage-Uhren in zwölf Monaten.

Mein Weg bei dieser Suche nach Erkenntnis führte mich zu meinem Uhrmacher des Vertrauens, Kramer in Hamburg-Winterhude. Seineszeichens Experte für exklusive Zeitmesser aus allen Epochen und Reparateur der alten Schule mit einer fundierten Expertise für Rolex und andere Luxusuhrenmarken.

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Zum Glück zeigten sich Meister Kramer und sein Uhrmacher Sezgin Yavuz sehr kooperativ und ließen sich auf dieses Experiment ein.

„IWC Ingenieur Officially Certified Chronometer Referenz 3521“ von 1992.

Den Anfang macht eine „IWC Ingenieur Officially Certified Chronometer Referenz 3521“ von 1992.

Und was soll ich sagen? Schon beim ersten Anlegen fühle ich fast nichts – soll heißen, sie liegt an meinem Handgelenk als wäre sie genau für diesen Platz gemacht. Auch beim späteren Tragen tut sie so, als sei sie eigentlich gar nicht da.

Ursprünglich als Herrenmodell lanciert, schmiegt sie sich mit ihrem 34-Millimeter-Edelstahl-Gehäuse und dem Edelstahl-Gliederarmband auch an meine schmalen Handgelenke perfekt an. Kein Drücken, kein Gefühl von zunehmenden Gewicht bei längerer Tragedauer – Komfort par excellence.

Und irgendwie passt diese angenehme haptische Unauffälligkeit auch zum Äußeren der „Ingenieur“.

Nein, sie ist keine Glamour-Uhr, keine verspielte Damenuhr, kein Zeitmesser, der auf den ersten Blick auf zahllose Komplikationen oder seine technischen Raffinessen hinweist, kein Modell mit überbordender Funktionalität.

Und genau das gefällt mir. Sie ist eine zuverlässige Begleiterin für alle Gelegenheiten, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern mir mit stilvollem Understatement stets ihre Präzision anbietet.

Denn das Design kann sich absolut sehen lassen, passt sich aber immer mir und meinem Vorhaben an: Edelstahlgehäuse und -band, schwarzes Zifferblatt mit roségoldenen, Indexen (aufgesetzt) und Zeigern, letztere mit Leuchtmasse, machen sie auch optisch zum echten Kombinationswunder

Die „IWC Ingenieur“ passt einfach immer, zum Business-Outfit ebenso wie zum kleinen Schwarzen oder dem Casual Look mit Jeans und Bluse.

So weit die Emotionen, die die „Ingenieur“ auszulösen vermag.

Technische Raffinessen

Aber von so einer Vintage-Uhr erwarte ich auch, dass sie technische Besonderheiten mitbringt, die bis heute dem Kenner Bewunderung abverlangt. Und auch dazu hat die „IWC Ingenieur Officially Certified Chronometer Referenz 3521“ fast drei Jahrzehnte nach ihrer Lancierung noch das Zeug.

Zu den Besonderheiten gehört unter anderem, dass sie mit verschraubter Krone und ebensolchem Boden bis zwölf Bar wasserdicht ist und dank eines Weicheisenkäfigs einen Magnetfeldschutz bis 80.000 A/m (Ampere pro Meter) bietet.

„Heutzutage ist eine Uhr mit Magnetfeldschutz sinnvoller denn je, da wir allein aufgrund des Handys von wesentlich mehr Magnetfeldern als früher umgeben sind. Wenn eine Uhr extremen Magnetismus aufweist, wissen wir, dass der Kunde einen Induktionsherd bestitzt. Wenn wir ihn darauf ansprechen, ist die Überraschung meist sehr groß“, erklärt mir Uhrmacher Sezgin Yavuz.

Zudem ist das Werk federnd aufghängt. Dabei handelt es sich um ein vergoldetes Automatikwerk auf Basis des JLC 889 mit Datumsanzeige.

Mit diesen Eigenschaften kann die „Ingenieur“ locker mit heutigen Modellen in punkto technischer Raffinesse, Robustheit und Alltagstauglichkeit mithalten.

„Regelmäßig bitten uns Kunden um eine Alternative zu einer Rolex. Die berichten mir dann, dass sie sich zum Beispiel oftmals in Meetings befinden, in dem acht von zehn Anwesenden eine Rolex tragen. Und von denen tragen drei auch noch das gleiche Modell“, erzählt Yavuz weiter. „Die ‚Ingenieur‘ von IWC ist vor allem zur ‚Datejust‘ von Rolex eine echte Alternative.“

Aber: „Die meisten Menschen sind auf Rolex fixiert. Zum IWC-Liebhaber entwickelt man sich.“

Fazit

Wer also eine Vintage-Uhr und zugleich das Besondere sucht, wer weniger Wert auf Image, dafür umso mehr auf stilvolles Understatement und ausgefeilte Technik legt, ist mit der „Ingenieur Officially Certified Chronometer Referenz 3521“ von IWC bestens beraten.

Tags : ingenieurIWCKramerpre-ownedRolexSecondhandvintage
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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