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Trotz Shutdown steht die Branche nicht still: Citizen passt die Q2-Neuheiteneinführungen zeitlich den Wiedereröffnungen der Geschäfte an

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Das öffentliche und wirtschaftliche Leben steht still? Nicht ganz. Angesichts frühlingshafter Temperaturen zieht es viele in die Natur und Parks. Aber auch die Lieferanten und Marken unserer Branche sind trotz des verordneten Shutdowns nicht ins Nichtstun verfallen.

Im Interview mit WatchPro Deutschland berichtet Karsten Isermann (Director Sales Citizen Europe), wie das Unternehmen mit der herausfordernden Situation umgeht.

WatchPro Deutschland: Geht es Ihnen und Ihren Mitarbeitern gut?

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Karsten Isermann: Danke, uns geht es allen gut. Glücklicherweise sind bisher weder unsere Mitarbeiter noch deren Angehörige direkt betroffen.

WatchPro Deutschland: Hatten Sie mit dem Shutdown in diesem Ausmaß gerechnet? Waren Sie vorbereitet?

Karsten Isermann: Nein, ehrlicherweise haben wir nicht damit gerechnet. Trotz der Kenntnis über die Situation in Italien und China haben wir nicht geglaubt, dass irgendetwas unser Geschäftsleben von heute auf morgen derart lahmlegen könnte.

WatchPro Deutschland: Wie haben Sie die Arbeitsabläufe und Produktion an die Krise angepasst?

Karsten Isermann: Hier in Deutschland arbeiten wir reduziert und arbeiten in zwei Schichten, sodass im Infektionsfall eines Mitarbeiters, was wir natürlich nicht hoffen wollen, nur die eine Schicht und nicht die ganze Abteilung betroffen ist.

Bisher sind alle Lieferungen aus Fernost noch pünktlich bei uns eingetroffen. Da wir aber von sehr vielen Zulieferbetrieben in Asien abhängig sind und wir relative weit gestreute Produktionsstätten haben, kann ich nicht sagen, ob das in Zukunft auch so sein wird. Hinzu kommt, dass es momentan schwierig ist, Frachtraum zu ergattern und wenn, dann ist dieser drei mal so teuer wie bisher.

WatchPro Deutschland: Wie wirkt sich dies auf den zeitlichen Ablauf der Neuheiten-Präsentation aus?

Karsten Isermann: Von Deutschland bedienen wir im Direktvertrieb die DACH-Märkte und die Niederlande. Da diese Länder derzeit sehr unterschiedlich Pläne haben, was die Wiedereröffnung der Ladengeschäfte anbelangt, haben wir unsere Frühjahrskampagne verschoben. Wir werden unsere Neuheiten für das Q2 daher zeitversetzt in die Märkte einrieseln lassen.

WatchPro Deutschland: Mit welchen Fragen, Bitten und Forderungen ist der Handel an Sie herangetreten?

Karsten Isermann: Viele Händler, die sich gerade noch auf der Inhorgenta eingedeckt hatten, hat die plötzliche Schließung ihrer Geschäfte natürlich unerwartet und hart getroffen. Daraus resultierend ist der Wunsch nach einem längeren Zahlungsziel an uns herangetragen worden. Diesem Wunsch haben wir im Sinne unserer Kunden weitestgehend entsprochen.

WatchPro Deutschland: Wie beurteilen Sie das Angebot an staatlichen Hilfsmaßnahmen?

Karsten Isermann: Ich war überrascht wie schnell und auf den ersten Blick großzügig die Bundesregierung reagiert hat. Ob die verabschiedeten Maßnahmen denn am Ende ausreichen werden, ist im Wesentlichen davon abhängig, wie lange der Shutdown andauert und wie sehr der Handel in der Lage ist, sich zu erholen.

WatchPro Deutschland: Was denken Sie, wie lange die Branche benötigen wird, um die Krise einigermaßen überwunden zu haben?

Karsten Isermann: Ich rechne nicht vor 2021 mit einer vollständigen Erholung.

WatchPro Deutschland: Denken Sie, dass der jetzt ausfallende Umsatz wieder reingeholt werden kann?

Karsten Isermann: Nein. Der Umsatz ist weg. Wir bewegen uns überwiegend in einer Preisklasse und Zielgruppe, in der ein möglicher Käufer sich derzeit mehr auf notwendige Dinge konzentriert und nicht auf Luxus- oder Konsumgüter.

WatchPro Deutschland: Was werden Sie persönlich nach der Krise anders machen?

Karsten Isermann: Ich werde öfter mal innehalten und versuchen, meine Gedanken mehr dem in der Krise abhanden gekommenen Selbstverständlichen widmen.

 

Tags : citizenCoronainterviewIsermann
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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