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Trotz Shutdown steht die Branche nicht still: Casio blickt vorbereitet und motiviert in die Zukunft

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Das öffentliche und wirtschaftliche Leben steht still? Nicht ganz. Angesichts frühlingshafter Temperaturen zieht es viele in die Natur und Parks. Aber auch die Lieferanten und Marken unserer Branche sind trotz des verordneten Shutdowns nicht ins Nichtstun verfallen.

Im Interview mit WatchPro Deutschland berichtet Marc Czemper (Senior Sales Manager Watch Division Casio Europe), wie das Unternehmen mit der herausfordernden Situation umgeht.

WatchPro Deutschland: Geht es Ihnen und Ihren Mitarbeitern gut?

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Ja, vielen Dank, meinen Teamkollegen und mir geht es glücklicherweise gut.

WatchPro Deutschland: Hatten Sie mit dem Shutdown in diesem Ausmaß in Deutschland gerechnet?

Marc Czemper: Nein, mit dieser Dimension konnte doch nicht wirklich gerechnet werden. Offen gesprochen ist das Ausmaß beziehungsweise sind Wechselwirkungen des momentanen Shutdowns noch immer nicht in Gänze übersehbar. Wir bei Casio haben jedoch sehr zügig reagiert. Zum einen, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter bestmöglich zu schützen und zum anderen, um den Geschäftsbetrieb mit unseren Handelspartnern aufrechtzuerhalten.

WatchPro Deutschland: Wie haben Sie die Arbeitsabläufe und Produktion an die Krise angepasst?

Marc Czemper: In unseren Fertigungsstätten gibt es bereits jetzt entsprechende Verfahren und Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen der Krise so gering wie nur möglich zu halten. Am wichtigsten ist es uns jedoch, die Gesundheit unserer Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Vor diesem Hintergrund haben wir beispielsweise bereits Anfang März entschieden, unsere Mitarbeiter in der Europa-Zentrale nahezu vollständig von Zuhause aus arbeiten zu lassen. #stayathome gilt somit auch während der gewöhnlichen Arbeitszeit und für einen Großteil unseres Teams. Somit wird die Gesundheit unserer Mitarbeiter und deren Familien aktiv geschützt.

WatchPro Deutschland: Wie wirkt sich dies auf den zeitlichen Ablauf der Neuheiten-Präsentation aus?

Marc Czemper: Es ist noch etwas verfrüht, um hier abschließend zu urteilen. Mit Stand heute gehe ich jedoch davon aus, dass es lediglich in wenigen Einzelfällen zu Verzögerungen kommen könnte.

WatchPro Deutschland: Mit welchen Fragen, Bitten und Forderungen ist der Handel an Sie herangetreten?

Marc Czemper: Unser Vertriebsteam steht trotz Homeoffice im direkten Kontakt mit unseren Partnern. In den Gesprächen geht es zunehmend häufiger um Fragen wie: Was machen wir gemeinsam nach Corona? Wie entwickeln wir unsere Partnerschaft weiter? Was machen wir fortan anders/besser/smarter, um den Verbraucher ins Geschäft oder den Online-Shop zu bewegen und ihn über kompetente Beratung zum Kauf zum bewegen? Deshalb haben wir intern eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Ich bin gespannt darauf, in Kürze die ersten Ergebnisse zu sehen.

WatchPro Deutschland: Haben Sie besondere Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Handelspartner konzipiert?

Marc Czemper: Nicht nur jetzt, also inmitten der Krise, sondern generell geht es uns bei Casio um ein partnerschaftliches Miteinander mit dem Handel. Hierzu braucht es eine sehr gut funktionierende Kommunikation, die Erreichbarkeit, das Gespräch. Wie schon gesagt, sind alle Mitarbeiter im Vertriebs- und Marketing-Team wie gewohnt erreichbar. Daneben bieten wir unseren Partnern die Nutzung des speziellen Online-Shops für Händler an. Das alles funktioniert einwandfrei.

WatchPro Deutschland: Was denken Sie, wie lange die Branche benötigen wird, um die Krise einigermaßen überwunden zu haben?

Marc Czemper: Ich bin kein Prophet oder Hellseher. Vieles hängt davon ab, wie lange die Krise andauert beziehunsgweise wie tief sie noch ausfallen wird und wie sich dann die Branche, das heißt Industrie, Marken und Handel gegenüber dem Kunden verhalten beziehungsweise präsentieren. Es können Monate sein, hoffentlich aber keine Jahre.

WatchPro Deutschland: Denken Sie, dass der jetzt ausfallende Umsatz wieder reingeholt werden kann? Wenn nicht, was dann?

Marc Czemper: Ich denke, dass es gelingen kann, zumindest einen Teil wieder reinzuholen. Es wird zweifellos schwierig werden, aber möglich sein. Denn aufgeschoben bedeutet ja bekanntlich nicht zwingend aufgehoben. Ein echter Wunsch – zum Beispiel nach eine Uhr – darf ja gerne noch etwas ‚reifen‘. Insofern sollten Industrie und Handel auch während der Krise werblich und medial aktiv sein, beispielsweise verstärkt die sozialen Medien nutzen, wo sich die Zielgruppe aufhält, und die Sortimente attraktiv im eigenen virtuellen Schaufenster (Internet Web-Shop/Homepage) präsentieren.

WatchPro Deutschland: Wird sich die Uhrenbranche und das Konsumverhalten nachhaltig durch die Krise verändern werden?

Marc Czemper: Wir befinden uns momentan noch mitten in der Krise und ich halte es daher für zweifelhaft und wenig seriös, bereits jetzt erste Mutmaßungen über konkret zu erwartenden Veränderungen anzustellen. Fakt ist: es wird massive Veränderungen geben. Veränderungen bieten aber auch Chancen und Möglichkeiten. Diese Chancen zu erkennen und sich darauf einzulassen, wird entscheidend sein. Das ist uns allen bei Casio klar bewusst. Und wir werden das Möglichste tun, um unsere Partner auf die Reise in die gemeinsame Zukunft mitzunehmen.

WatchPro Deutschland: Gibt es etwas, was Sie trotz allem positiv in die Zukunft blicken lässt?

Marc Czemper: Ja, absolut. Wir sind bereit für die Zukunft und blicken ihr positiv entgegen. Zum einen, weil wir seit jeher für unsere innovativen Uhren, die erstklassige Qualität sowie das herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt sind und es auch fortan so bleiben wird. Und zum anderen sind und bleiben es unsere erfahrenen, sehr guten Mitarbeiter sowie die über viele Jahre beziehungsweise Jahrzehnte erfolgreich gewachsenen Geschäftspartnerschaften mit dem Handel. Das alles lässt mein Team und mich trotz Corona hoch motiviert in die Zukunft blicken.

Tags : CasioCoronaCzemperedificeG-ShockPro TrekShutdown
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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