Home Messen und Events

Time to Watches: „Wir bieten keine Erfolgsgarantie!“

0

Der neue Genfer Uhrenevent, der in Partnerschaft mit HEAD Genève (Universität für Kunst und Design) durchgeführt wird, arbeitet zielstrebig und optimistisch auf die Erstausgabe hin, die vom 31. März bis zum 3. April stattfinden soll.

Die Time to Watches wird organisiert von Marc Angebault, Experte für Content Marketing, und Christian Wipfli, Gründer und CEO von Poseidon & Co. Sie setzen dabei auch auf den unterstützenden Effekt der Watches & Wonders (Nachfolge der Richemont-Messe SIHH), die als Hybrid-Event vom 30. März bis zum 5. April auf dem Palexpo-Gelände in Genf geplant ist.

Hinsichtlich der Aussteller will man dabei vor allem das passende Umfeld für unabhängige mechanische Uhrenmarken aus dem In- und Ausland bieten und so eine heterogene Besucherschar aus Händlern, Medien, Influencern, VIPs, Uhrensammlern und -Clubs anlocken, eine Einladung ist jedoch erforderlich. Am letzten Tag des 4-tägigen Events wird es dann einen Public Day ohne Beschränkung geben.

Advertisement

Auf dem Campus der HEAD Genève – zwischen Palexpo-Gelände und Flughafen gelegen – werden rund 30 Marken vertreten sein, darunter Corum, SINN, Louis Erard, Reservoir, Chronoswiss, Raketa, L’Epée 1839, L.Leroy, Mauron Musy, Pierre De Roche, Schwarz Etienne, Perrelet und Pequignet.

Außerdem nimmt der Grand Prix d’Horlogerie de Genève (GPHG) an der Time to Watches teil. Hinzu kommt ein Rahmenprogramm mit Konferenzen und Round Tables, unter anderem zu den Themen Fashion, Kunst und Kreislaufwirtschaft. Am Publikumstag wird außerdem die Blockchain im Mittelpunkt stehen.

„Unser Ziel ist es, zum Gelingen der Genfer Uhrenwoche im Frühjahr beizutragen, dem wichtigsten Treffpunkt der weltweiten Haute Horlogerie“, sagt Angebault. Im Interview erläutert er die Motivation und die Ziele, die er und Christian Wipfli mit der Time to Watches verfolgen.

WatchPro: Messen kämpfen seit geraumer Zeit um ihre Daseinsberechtigung und müssen ihre Konzepte überarbeiten, um nicht an Relevanz zu verlieren. Und die Pandemie bringt zusätzliche Probleme für das gesamte Messeumfeld mit sich. Die Baselworld zum Beispiel hat es in dieser Zeit nicht geschafft, sich neu zu positionieren. Warum glauben Sie, dass Sie mit dem relativ kleinen Format der Time to Watches erfolgreich sein werden? Was ist daran so besonders?

Marc Angebault: Wir bieten keine Erfolgsgarantie, das kann heute niemand! Nach der Neugruppierung der Feinuhrmacherei in Genf und dem Ende der Baselworld – zwei große Ereignisse, deren Folgen noch lange nicht absehbar sind – haben wir den Markt mit viel Demut und Aufgeschlossenheit studiert.

Mein Partner Christian Wipfli und ich kommen nicht aus der Uhrenwelt, obwohl Content Marketing und Events unsere Spezialgebiete sind.

„Da wir flexibel und agil waren, konnten wir bei Null anfangen.“

Und so gibt es verschiedene Aspekte, die die Time to Watches ausmachen und anders beziehungsweise neu sind.

Erstens bedeutet die terminliche Überschneidung mit der Watches & Wonders den Aufbau respektvoller und transparenter Beziehungen zu den wichtigsten Marktteilnehmern. Andere Veranstaltungsprojekte haben diesen Ansatz so klar nicht verfolgt.

Zweitens ist da unser Motto: Entsperre Türen und öffne sie! Und zwar mit der Idee, ein offenes, übergreifendes und knackiges Veranstaltungskonzept anzubieten. Konkret geht es um kostengünstige Stände mit einem uniquen Design (wie auf der Dubai Watch Week), niedrigere B2B/ B2C-Grenzen, ein solides Rahmenprogramm und soziale Interaktionsräume. Das bildet den Kern unseres Projekts.

Und drittens geht es uns um eine echte Partnerschaft und Verbundenheit mit einem symbolträchtigen, bedeutungsvollen Ort wie der weltberühmten Kunst- und Designuniversität HEAD Genève, deren Mission es ist, die akademische, kulturelle und berufliche Welt zusammenzubringen.

WatchPro: Wie kam es zu der Partnerschaft mit HEAD und was erwarten Sie sich davon?

Marc Angebault: Wir haben nach einem Ort gesucht, der unsere Positionierung symbolisch verdeutlicht. Zufällig war Manuel Emch, unser Berater seit Sommer 2020, Mitglied des Akademischen Rates und des Lehrstuhls für Uhrendesign von HEAD-Genève. Dann ging es darum, die Ziele aller auf die Schaffung eines neuen Events auszurichten. Die gegenseitigen Vorteile waren für alle Beteiligten schnell offensichtlich.

WatchPro: Welches sind die nächsten Schritte nach einer hoffentlich erfolgreichen Premiere?

Marc Angebault: Eine Erstausgabe bleibt eine Erstausgabe – mit ihren Erfolgen und möglichen Mängeln.

Der erste Schritt nach der Premiere besteht für uns daher darin, den ausstellenden Marken und unsere Partner nach ihren Erfahrungen und Eindrücken zu befragen, um diese zu analysieren.

„Zuhören und Analysieren wird für uns das Erste nach der ersten Time to Watches sein.“

Wir müssen auch das Feedback von Marken auswerten, sie sich zwar für andere, individuelle Präsentationsoptionen und nicht für uns entschieden haben, aber potenzielle Ausssteller für eine kommende Time to Watches sind.

Schließlich wird es auch notwendig sein, einen Schritt zurückzutreten und die gesamte Szenerie, das heißt die Auswirkungen dieser Genfer Uhrenwoche mit Watches & Wonders und Time to Watches auf die aktuellen Herausforderungen zu betrachten und zu erörtern.

Mit anderen Worten: Wir werden die Grundlagen unserer Strategie hinterfragen, um uns mit dem Feedback neu auszurichten. Das ist eine Never ending Story.

Previous articleInhorgenta Munich: Fliegeruhren aus Pforzheim
Next articleDie International Luxury Group macht die Inhorgenta vielfältiger
Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here