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SwatchPAY geht in Deutschland an den Start

Swatch

Gestern hat Swatch sein kontaktloses Bezahlsystem SwatchPAY in Deutschland gelauncht. Nach China, der Schweiz, Russland und den Niederlanden kommt nun „The cooles Way to Pay“ auch nach Deutschland. 

Ob es wirklich cool ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eines versprechen die SwatchPAY-Uhren aber in jedem Fall: Es wird einfacher, demnächst überall dort zu bezahlen, wo es Bezahlterminals in Form von Kartenlesengeräten mit dem Symbol für kontaktloses Bezahlen gibt. Einfach die Uhr davor halten, fertig.  

Stefan Sommer, Brand Manager von Swatch bei der Swatch Group (Deutschland), berichtet beim Launch-Event in Frankfurt nur Positives von seinem Selbstversuch mit SwatchPAY in den vergangenen Wochen, inklusive einiger „James-Bond“-Momente an der Supermarktkasse in Form bewundernder Blicke der Kassiererinnen.  

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Dabei nimmt das kontaktloses Bezahlen in Deutschland rasant zu. Waren es 2018 erst 20 Prozent, die entweder per Kredit- oder Girokarte, mit dem Smartphone oder der Smartwatch berührungslos bezahlt haben, sind es in diesem Jahr schon 33 Prozent. Diejenigen, die das Smartphone oder die Smartwatch dafür verwenden, sind aber mit einem Anteil von elf Prozent noch deutlich in der Minderheit, aber auch dieser Anteil wächst. Und zugleich ist die Anzahl derjenigen, die mobile Bezahlsysteme grundsätzlich ablehen, von 61 auf 47 Prozent geschrumpft. Als Grund für die Ablehnung werden übrigens meist Sicherheitsbedenke angegeben.  

Bei SwatchPAY dürften diese eigentlich nicht zum Tragen kommen. Denn eigentlich ist die Uhr nichts anderes als eine Bank- oder Kreditkarte in Uhrform, die auch mit einem sogenannten NFC-Funkchip ausgestattet ist. NFC steht übrigens für Near Field Communication und ermöglicht sozusagen das „Zahlen im Vorbeigehen“. 

Die Einfachheit der Anwendung, aber auch die eigentlich sehr eingeschränkten Funktionalität der Uhr – sie zeigt die Zeit an und man kann mit ihr bezahlen, das war’s – könnte genau das Erfolgsrezept sein, um im Massenmarkt zu funktionieren. Mit verschiedenen Smartwatches kann man bereits bezahlen, aber der ein oder andere fühlt sich angesichts der Vielfalt an Funktionen und der Notwendigkeit des ständigen Aufladens von seiner Uhr fast schon ein wenig überfordert.  

Im Gespräch mit WatchPro weist Stefan Sommer noch auf auf ganz andere Nutzungsmöglichkeiten hin, die im Alltag sehr hilfreich sein könnten. Die Uhr funktioniert völlig unabhängig vom Smartphone und kann so zum Beispiel auch an die Kinder ausgeliehen werden, damit diese im Notfall nach der Party das Taxi nach Hause bezahlen können.

Und das geht auch, wenn die Batterie leer ist – eine Kredit- oder Bankkarte hat ja schließlich auch keine Batterie. Und dabei muss man auch nicht befürchten, dass am nächste Morgen das Konto leergeräumt ist. Denn per App lässt sich das nutzbare Guthaben ganz flexibel begrenzen oder die Bezahlfunktion komplett sperren. 

Und so gehts: 

Der Kunde lädt die mobile Bezahl-App boon. von Wirecard sowie die SwatchPAY!-App herunter. Via boon. lässt sich eine virtuelle Prepaid-Mastercard kreieren, die dann in der SwatchPAY!-App als Zahlungsmittel hinterlegt wird. Die virtuelle boon. Prepaid-Mastercard kann per Kreditkarte oder Überweisung aufgeladen werden.

Im letzten Schritt werden die Uhr und die SwatchPAY!-App auf dem Smartphone des Kunden in jeder Verkaufsstelle mithilfe einer Bluetooth-NFC-Box miteinander verknüpft. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kann der Kunde mit seinem SwatchPAY!-Modell an jedem Kartenlesegerät, welches kontaktloses Bezahlen unterstützt und Mastercard als Zahlungsmittel akzeptiert, für Waren und Dienstleistungen bezahlen.

Dass SwatchPAY in einem Swatch Store aktiviert werden muss, feiert Sefan Sommer übrigens ganz besonders.  

Die SwatchPAY kostet mit 85 CHF nicht viel mehr als eine andere Swatch, und sie sieht auch so aus. Dass sie mehr kann, sieht man ihr eigentlich nicht an – und das wird vielen vermutlich auch gefallen.

 Zur Zeit stehen sechs verschieden Designvarianten zur Auswahl.

Tags : BezahlsystemboonNFCswatch
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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