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Stephan Fanderl verlässt Galeria Karstadt Kaufhof

signa

Der zur österreichischen Signa Gruppe gehörende Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof leidet nicht nur wie der gesamte Handel unter der Corona-Pandemie, sondern steckt knietief in einer existentiellen Krise und kämpft ums Überleben. Nun hat der bisherige CEO Stephan Fanderl das Handtuch geworfen und tritt auch als Geschäftsführer von Signa Retail zurück.

Fanderl hat „eine einvernehmliche Trennung vorgeschlagen“, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag auf eine Anfrage von dem Manager erfuhr.

Die Folgen der Corona-Pandemie hätten die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Handel grundsätzlich verändert, „deswegen ist jetzt – im Rahmen des laufenden Schutzschirmverfahrens – Zeit für einen Neuanfang“.

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2014 hatte Fanderl die Leitung von Karstadt übernommen und nach der Fusion mit Kaufhof den neu entstandenen Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof geführt.

Nun sollen vorerst der Finanzvorstand Miguel Müllenbach, der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz und der vom Gericht bestellten Sachwalter Frank Kebekus übernehmen. Seit Beginn des Schutzschirmverfahrens Anfang April sind sie jedoch de facto bereits für die Geschicke des Unternehmens verantwortlich und hatten angekündigt, dass im Rahmen der Sanierung bis zu 80 der 172 Häuser geschlossen werden müssten.

Seitens der Gewerkschaften traf Fanderl auf wenig Gegenliebe. Ihm wurde vorgeworfen, zu sehr auf Sparmaßnahmen und Personalabbau gesetzt zu haben, ohne ein tragfähiges Zukunftskonzept präsentieren zu können.

So hatte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman, im Zuge des aktuell drohenden Stellenabbaus verlangt: „Wenn Entlassungen anstehen, muss Dr. Fanderl als Erster gehen”.

Tags : CoronaEinzelhandelFanderlGaleriaHandelKarstadtKaufhofSchutzschirm
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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