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Stationär hat noch lange nicht ausgedient

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„Behaupte niemals öffentlich etwas, dass du hinterher bereust.” Das betonte Sternglas-Gründer und -CEO Dustin Fontaine kürzlich in einem Facebook-Post.

Damit spielt er auf ein Interview an, dass er 2017 der Welt gegeben hat, in dem der behauptet, dass Retail nichts für die Marke sei. Für den damaligen Moment stimmte das sogar. „Ich als ‚Onliner‘ erster Stunde wäre niemals in der Lage gewesen, so einen Geschäftszweig aufzubauen“, gesteht er in dem dem Post.

 

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Doch dann haben drei Ereignisse seine Welt auf den Kopf gestellt: „1. Eine Initiativbewerbung von meinem heutigen Kollegen Dirk Proksch, der mehr als 30 Jahre Erfahrung im Außendienst mitbringt. 2. Immer mehr Kunden klingelten bei unserem Hamburger Büro und wollten sich unsere Uhren anschauen. 3. 85 Prozent aller Uhren werden immer noch im Fachhandel gekauft.“ Das machte Fontaine nachdenklich, denn „Fairness ist eines unserer Kernwerte, und wir dürfen nicht vorschreiben, wo unser Kunde kaufen möchten.“

Und dann ging es los, und das Netz an stationären Sternglas-Händlern wuchs zusehends. Allein in den zurückliegenden zwölf Monaten hat die Hamburger Uhrenmarke fast 200 stationäre Geschäfte in Deutschland für sich gewinnen können.

„Und wow, haben wir tolle Persönlichkeiten und Geschäfte kennenlernen dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar! Und noch ein letzter Gedanke für die aktuelle Corona-Situation: Unabhängige Fachgeschäfte sind wichtige Pfeiler in unserer Deutschen Wirtschaft, die vor allem durch unseren starken Mittelstand so widerstandsfähig sind. Leider haben die letzten 20 Jahre viele Innenstädte ziemlich veröden lassen. Nicht nur durch den Online-Handel, sondern auch durch langweilige Einzelhandelsketten mit immer den gleichen Produkten. Mein Wunsch: Nach der Pandemie wieder mehr kleinere und unabhängige Geschäfte in der Innenstadt zu sehen.“

Während der Pandemie unterstützte Sternglas seine Fachhandelspartner übrigens mit der kostengünstigen Einrichtung eines eigenen Onlineshops innerhalb von 48 Stunden.

Bereits im WatchPro-Interview im Dezember 2019 hatte Dustin Fontaine deutlich gemacht, dass der stationäre Fachhandel in Zukunft eine größere Rolle für die Marke spielen wird:

„Wir sind zwar als starke Onlinemarke gestartet, können und möchten aber zunehmend auch den Handel unterstützen und die Option bieten, unsere Uhren abseits der Onlinewelt wirklich greifbar zu machen. Daher arbeiten wir derzeit besonders am Ausbau unseres Netzwerks. Am Ende wollen wir ein Rundumpaket anbieten und die zwei Welten – also online und offline – optimal miteinander verbinden, um so eine Win-Win-Situation für beide Seiten zu schaffen. Der Juwelier genießt für uns einen hohen Stellenwert und wird dies auch in Zukunft tun. Gegenseitige Wertschätzung, Respekt füreinander und partnerschaftliches Handeln sind für uns übrigens das A und O im Umgang mit all unseren Handelspartnern und Kunden.“

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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