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Ronda ist auf die neue Situation im Bereich mechanischer Schweizer Werke vorbereitet

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Darf und wird die ETA auch in 2020 mechanische Uhrwerke an konzernfremde Uhrenmarken liefern oder nicht? Und wenn ja, in welchem Umfang?

Nach dem Entscheid der Schweizer Wettbewerbskommission WEKO kurz vor Weihnachten, der verschiedenste Interpretationen hervorgerufen hat, scheint mehr unklar als klar zu sein. Nun schreibt die BZ Zeitung für die Region Basel, dass der Schweizer Werkehersteller Ronda von der aktuellen Situation profitieren werde.

Ohne Schweizer Werke ist es nahezu unmöglich, das begehrte Label Swiss Made zu verwenden. Dies macht aber bei vielen Marken einen nicht unbeträchtlichen Teil des „Wertes“ beziehunsgweise des Preises aus.

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Eine der Marken, die von dem WEKO-Entscheid betroffen sind, ist Zeno. „Der Entscheid der WEKO ist unlogisch und unwirtschaftlich“, sagte Patrik-Philipp Huber (Marketing Zeno) zur BZ. Die Marke verbaut in über 80 Prozent ihrer Uhren mechanische ETA-Werke, wertmäßig ist der Anteil an der gesamten Produktion noch höher. „Die Unsicherheit nach dem WEKO-Urteil ist für uns das Schlimmste.“

Denn ob tatsächlich kleinere und mittlere Firmen wie Zeno trotz des Entscheides weiter beliefert werden können – wie verschiedene Seiten betonen – steht für Huber noch nicht fest. Eine klare Zusage habe die Marke noch nicht bekommen. Bis zum Sommer würden die Werke-Vorräte noch ausreichen, dann könne man alternativ auf Werke von aufgekauften Konkursfirmen zurückgreifen. Aber dies sei teurer als die Verwendung neuer Werke, der VK-Preis würde demnach steigen. „Die Frage ist, ob die Kunden das akzeptieren“, so Huber zur BZ.

Bestens auf die neue Situation vorbereitet ist Ronda. Der eigentlich auf Quarzwerke spezialisierte Schweizer Hersteller – „in diesem Segment sind wir die Nummer eins in der Schweiz“ – hat vor vier Jahren begonnen, auch mechanische Werke zu fertigen.

Der Beschluss der WEKO sei absehbar gewesen, sagt Erich Mosset, Verwaltungsratmitglied und Mitbesitzer von Ronda.

„Deshalb entschieden wir vor einigen Jahren, wir gehen ins mechanische Segment hinein. Wir hatten uns das gut überlegt.“

Noch sei die überwältigende Nachfrage ausgeblieben, so Mosset, „aber es laufen einige Gespräche. Es ist klar, dass jetzt viele Firmen von uns Uhrwerke haben möchten.“ Ein aussichtsreicher Kandidat ist Zeno. „Wir waren von Anfang an interessiert an den mechanischen Uhrwerken von Ronda“, sagt Huber, „aber bisher haben wir keine bestellt.“

Bislang werden bei Ronda nur einige tausend mechanische Uhrwerke gefertigt (ETA ca. 500.000, Sellita ca. 1.000.000). „Wir stehen erst am Anfang der Industrialisierung“, sagte Mosset zur BZ. Mittelfristig plane man aber, mehrere hunderttausend Stück per Anno.

Tags : etaMechanikwerkerondaswatchswatch groupWeko
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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