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Rolex bricht das Schweigen über Lieferengpässe und Wartelisten

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Bereits seit Jahren berichtet WatchPro über die scheinbar endlosen Wartelisten für Rolex-Uhren und die parallel dazu steigenden Preise auf dem Secondhand-Markt.

Die Marke mit der Krone hat sich selbst nie dazu geäußert, wie sie über diese Situation denkt oder ob es eine entsprechende Strategie gibt.

Bis letzte Woche.

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Da berichtetet Yahoo News über die (durch den pandemiebedingten Produktionsstopp im vergangenen Jahr verschärften) Lieferprobleme und Engpässe von Rolex und ließ mehrere Uhrenhändler zu Wort kommen. Die Redaktion bat auch den Uhrenhersteller um eine Statement gebeten –, und bekam es tatsächlich kurz nach der Veröffentlichung des Berichts.

Wer sich jetzt freut und denkt, dass Rolex darin eine Erklärung und Lösung präsentierte, liegt jedoch falsch.

„Die Knappheit unserer Produkte ist keine Strategie unsererseits“, betont die Rolex. „Unsere aktuelle Produktion kann den bestehenden Bedarf nicht vollständig decken, zumindest nicht ohne die Qualität unserer Uhren zu mindern – was wir nicht tun, denn das Ansehen unserer Produkte darf niemals beschädigt werden. (…) Rolex macht keine Kompromisse bei der Herstellung außergewöhnlicher Uhren.“ Und dafür bedarf es Zeit seine Zeit, so die Marke.

Hinsichtlich der Wartelisten – oder Zuteilung wie die Rolex es nennt – verschiebt man das Problem zu den Händlern. „Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass Rolex-Uhren ausschließlich bei offiziellen Händlern erhältlich sind, die die Zuteilung der Uhren an die Kunden selbstständig verwalten.”

In der Realität sieht dies dann oft so aus, dass es nicht der Reihe nach geht, sprich bei jeder neuen Anfrage die betreffende Person ans Ende der Liste gesetzt wird. Jeder Rolex-Händler entscheidet für sich, wem auf der Liste er die begehrte Uhr zukommen lässt. Langjährigen Kunden haben dabei gute Chancen. Oder solche, die bereit sind, vorab auch weniger populäre Modelle zu kaufen.

Aber es geht noch schlimmer. Es gibt skrupellose Händler, die die begehrtesten Rolex-Modelle an den Grau-Markt verkaufen, und zwar über dem UVP. Von da geht es dann meist online zu einem noch höheren Preis an einen Endkunden.

Der Haken an der Sache ist, schreibt Yahoo News mit Bezug auf Ariel Adams (Gründer des Uhrenblogs aBlogWatch), dass Rolex-Händler nicht wissen, welche Uhren ihnen zueteilt werden. Sie würden stattdessen eine Art „Mystery Box“ erhalten, so Adams, und sie müssen verkaufen, was sie bekommen. Er meint, dass sich das Problem mit einer offiziellen Rolex-Warteliste lösen könnte. Dann müssten Uhrenliebhaber zwar auch auf ein gewünschtes Modell warten, aber sie hätten die Garantie, diese irgendwann und vor allem zum offiziellen UVP zu bekomme. Die Frustration wäre weitaus geringer.

Der Rest des Rolex-Statements ist übrigens nicht viel mehr als eine Werbebotschaft über die Qualität der Herstellung, besagt aber zumindest, dass die Produktion so nach Möglichkeit gesteigert werden soll.

„Alle Rolex-Uhren werden inhouse an unseren vier Standorten in der Schweiz entwickelt und produziert. Sie werden mit größter Sorgfalt von Hand zusammengebaut, um den einzigartigen und hohen Qualitätsansprüchen der Marke an Qualität, Leistung und Ästhetik gerecht zu werden. Das schränkt verständlicherweise unsere Produktionskapazitäten ein – die wir so weit wie möglich und immer unseren Qualitätskriterien entsprechend weiter ausbauen.“

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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