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Rolex bezichtigt Anbieter von Customized-Uhren der Fälschung

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Ein Spezialist für kundenspezifische Anpassungen in Kalifornien wird von Rolex angeklagt, weil er nach Auffassung der Schweizer Marke Fälschungen seiner Uhren herstellt, wenn diese durch nicht von Rolex zugelassener Teile wie Zifferblätter, Kristalle und Armbänder in ihrem Erscheinungsbild verändert werden.

Der Fall könnte weitreichende Konsequenzen für weitere Unternehmen haben, die derartige Veränderungen auf Kundenwunsch durchführen, zum Beispiel an Modellen von Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet.

In Kalifornien geht es um LaCalifornienne, ein Unternehmen, das vor drei Jahren von Courtney Ormond und Leszek Garwacki in Los Angeles gegründet wurde. Die Klage wurde von Rolex am 15. November eingereicht. Courtney Ormond wird als Angeklagte genannt.

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Der Fall ist ungewöhnlich und könnte zum Präzedenzfall werden, da Rolex LaCalifornienne vorwirft, gefälschte Uhren hergestellt zu haben, obwohl nur echte Zeitmesser verwendet werden, einschließlich Gebraucht- und Vintage-Modelle von Rolex und Cartier.

Tatsächlich teilt Rolex seinen Kunden mit, dass sie ihre eigenen Uhren nicht verändern dürfen und dass durch solche Eingriffe die Garantie verfallen würde. Nun geht Rolex einen Schritt weiter und reicht Klage ein.

In den Gerichtsdokumenten, so die Onlineplattform The Fashion Law, behauptet Rolex, dass es seine seit langem geltende Politik durchsetzt, derzufolge die Änderung seiner Zeitmesser durch nicht authentische Rolex-Teile (oder Teile, die anderweitig von Rolex genehmigt wurden) eine authentische Uhr in eine Fälschung verwandelt.

Darüber hinaus heißt es erneut, dass Änderungen „die Rolex-Garantie (auf ihre Uhren) ungültig machen, (weil) Rolex die Qualität oder Leistung solcher Uhren nicht mehr gewährleisten kann“.

Rolex behauptet, dass die Uhren von LaCalifornienne nicht mehr die Ästhetik von Original-Rolex-Uhren erreichen und nicht mehr dieselben Qualitätsstandards erfüllen oder funktionieren wie unveränderte Rolex-Gebrauchtuhren.

Bilder: LaCalifornienne

Das juristische Team des Unternehmens scheint Uhren von LaCalifornienne erworben und getestet zu haben. Rolex sagt, dass die Lünetten beider Uhren nicht nur nicht von Rolex stammende Teile enthielten, sondern auch „verbogen und nicht richtig an der Uhr angebracht waren, und dass es daher wahrscheinlich ist, dass Wasser in die Uhr dringen kann, was sich letztendlich nachteilig auf das Zifferblatt und Uhrwerk auswirkt“, und dass die Uhren andere erhebliche Mämgel aufweisen.

Diese Art von Fehlern könnten dem Namen Rolex schaden, und könnte die Verbraucher auf “kalkulierte Weise” irreführen, indem sie “fälschlicherweise” Rolex-Uhren “beworben und zum Verkauf angeboten werden … auf ihrer Website, Instagram-Seite und Facebook-Seite“, behauptet Rolex.

Weiter heißt es: “Das Verhalten von LaCalifornienne führt zu Verwirrung, Täuschung oder Irrtum beziehunsgweise schadet dem Ruf von Rolex und verwässert die Markenzeichen von Rolex.“

LaCalifornienne wird vorgeworfen, „von dem hervorragenden Ruf von (Rolex) für qualitativ hochwertige Produkte und der Werbung und Verkaufsförderung des Unternehmens für Rolex-Uhren und die Marke profitiert zu haben“ und so den Eindruck zu erwecken, dass die Uhren von Rolex „autorisiert, gesponsert oder genehmigt“ sind.

LaCalifornienne arbeitet nicht nur direkt mit Kunden zusammen, sondern verkauft auch über ein Netzwerk von Partnern, darunter das in London ansässige Unternehmen Farfetch.

Deutschen Unternehmen für die Personalisierung von Rolex-Uhren arbeitet anders

In Deutschland bietet das Unternehmen Blaken Personalisierungen von Rolex-Kundenuhren sowie veränderte Uhren der Marke an. Das Spektrum der möglichen Veränderungen reicht von der Oberfläche über die Farben von Zifferblatt, Indexen, Zeigern und Schriften bis hin zu einer individuellen Gravur auf dem Gehäuseboden. Der Kunden kann diese im Blaken-Konfigurator simulieren.

WatchPro Deutschland hat bei dem Unternehmen angefragt, ob es nun auch eine Klage seitens Rolex befürchten. In einem kurzen Telefonat erläuterte Geschäftsführer Alexander Klingbeil, dass sie immer das Blaken-Logo auf dem Zifferblatt integrieren würden und somit auf den ersten Blick klar wird, dass es sich um einer veränderte Rolex handelt. Eine ausführliche Stellungnahme folgt kommende Woche.

 

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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