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Rififi-Einbruch in Lübeck: Täter gelangten durch die Kellerdecke in das Schaufenster

jwd

Der Juwelier-Warndienst informiert über einen sogenannten Rifif-Einbruch, der sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai in Lübeck zugetragen hat.

Die Täter gelangten dabei durch die Kellerdecke in ein Schaufenster. Trotz des vermutlich großen Lärms beim Durchbrechen der Stahlbetondecke wurde die Tat erst am Montagmorgen, den 18.05.2020 entdeckt.

Die Täter nutzten das Wochenende und den Umstand, dass in dem Gebäude außer dem Juwelier nur Büroräume vorhanden sind, und im Nachbargebäude, einem Hotel, auf Grund der Corona-Beschränkungen, ebenfalls niemand anwesend war.

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Beim Auskundschaften des Tatortes müssen die Täter erkannt haben, dass in diesem Schaufenster noch kein Bewegungsmelder installiert war. Möglich ist auch, dass sie einen Tipp bekamen.

Nachts werden die Schaufenster zusätzlich gegen Einbruch durch geschlossene Rollläden geschützt. Dies nutzten die Täter ebenfalls aus, da sie dadurch nicht beim Ausräumen des Schaufensters durch Passanten zufällig entdeckt werden konnten.

Laut den Medien und den ersten Erkenntnissen (auch aus Videoaufnahmen) wurde bereits am Montag, den 27. April0 2020 gegen sechs Uhr das Schloss der Haustür des Bürogebäudes beziehungsweise die Stabilität der Tür selbst durch die Täter überprüft/getestet.

Tatablauf

Am Samstag, den 16.05.2020, kurz vor Mitternacht, begannen zwei Täter mit dem Angriff auf das Schloss der Haustür. Während einer der Täter das Türschloss bearbeitetet, deckte der zweite Täter dies mit seinem Körper ab. Erst nach über sechs Stunden hatten sie das Schloss überwunden, ausgebaut und durch ein neues Schloss ersetzt. Sie wischten die entstandenen Spuren ab und verließen den Tatort.

Am Sonntag, den 17.05.2020, gegen 22.10 Uhr, betraten vier Täter den Hausflur, flexten eine rechteckige Öffnung im unteren Bereich in eine Kellertür (Brandschutztür) und kletterten dadurch in die Kellerräume. Bevor die Täter – vermutlich mit einem Trennschneider und weiterem schwerem Gerät – ein Loch in die Kellerdecke aus Stahlbeton stemmten, maß einer der Täter außen den Abstand zu dem Schaufenster zu Fuß ab.

Es dauert rund vier Stunden bis die Täter eine Öffnung in die Decke gestemmt hatten. Dann ließen die Täter eine kleine, zierliche Frau ins Haus. Diese kletterte vermutlich durch das entstandene Loch in das Schaufenster. Um in ein zweites Schaufenster zu gelangen, nutzte die Frau eine kleine Öffnung oberhalb einer verschlossenen Verbindungstür. Die Nachtdekoration beider Schaufenster wurde gestohlen.

Am Montag, den 18.05.2020, gegen 5.55 Uhr, verließen die Täter das Gebäude mit Rucksäcken. Gegen sieben Uhr bemerken die ersten Büroangestellten, dass sie die Haustür nicht aufschließen können.

Durch die Videoüberwachung der Haustür (Flur) ist der zeitliche Ablauf exakt festgehalten und die Täter sind erkennbar, aber leider nicht identifizierbar. Ebenfalls ist zu erkennen, dass die Täter Handys benutzen.

Der Juwelier-Warndienst rät:

„Immer mal wieder geschehen diese Taten mit sehr hohen Schäden. Wir bitten Sie nochmals: Installieren Sie auch im Schaufenster – sichtbar – Bewegungsmelder! Sichern Sie Zwischendecken mechanisch und/oder mit Alarmtechnik zusätzlich ab! Nur mit diesen Maßnahmen können Sie derartige Taten und Schäden verhindern.“


Rififi-Methode: Einbruch durch Decke/Wand/Boden; nach dem Film „Rififi“/D oder „Du rififi chez les hommes“/F von 1955. In diesem brechen Täter durch die Decke in ein Juweliergeschäft ein.

Tags : EinbruchJuwelier-WarndienstKriminalitätRififWinckel
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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