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Richemont meldet 18 Prozent Umsatzrückgang in den ersten drei Monaten des Jahres 2020

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Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 endete für Richemont am 31. März mit einem Umsatzrückgang von 18 Prozent.

Der Umsatzrückgang betrug im asiatisch-pazifischen Raum 36 Prozent, einschließlich der Sonderverwaltungszone Hongkong 67 Prozent und in Europa neun Prozent zurück. In Amerika stieg er um neun Prozent.

Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Umsatz um zwei Prozent auf 14,2 Milliarden €, was vor allem auf den Onlinehandel und das Schmucksegement zurückzuführen ist. Der Gewinn brach dagegen um zwei Drittel auf 931 Millionen € ein, unter anderem weil im Vorjahr ein einmaliger Bewertungsgewinn angefallen war.

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Richemont schlug daher, wie zuvor auch schon die Mitbewerber LVMH oder Swatch, den Aktionären eine Kürzung der Dividende vor, und zwar um 50 Prozent. Eine Prognose gab das Genfer Unternehmen nicht ab.

Chairman Johann Rupert kommentiert:

„Die Luxusbranche ist abhängig von der Kaufbereitschaft der Kunden – dem sogenannten Wohlfühlfaktor – und hat in den letzten Jahren von vermehrten internationalen Reisen profitiert. In den kommenden Monaten wird es Gegenwind geben. Es gibt jedoch Anzeichen für eine Verbesserung unseres Geschäfts. Seit unsere 462 Boutiquen in China wiedereröffnet wurden, haben wir eine starke Nachfrage gesehen. (…) Unser Joint Venture mit Alibaba in China und unsere ersten Online-Pavillons stellen Cartier und die anderen Maisons einer neuen Generation von Käufern vor. Nachdem diese Internet-Shopper angefangen haben, online einzukaufen, werden sie auch zu guten Kunden in unseren Boutiquen werden. (…) In Zeiten, in denen der Touristenverkehr von Bedenken hinsichtlich des Virus betroffen ist, hat sich das Einkaufen im Internet als eine wichtige Möglichkeit erwiesen und wird auch weiterhin der Schlüssel zum Wachstum unseres Geschäfts sein. Niemand kann sagen, wann sich die Wirtschaftstätigkeit normalisieren wird. (…) Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in den folgenden 12, 24 oder sogar 36 Monaten werden voraussichtlich gravierend sein.“

Dass die kommenden Monate – und vielleicht Jahre – eine echte Herausforderung für die Uhrenindustrie werden wird, sieht auch René Weber, Luxusgüterexperte bei der Bank Vontobel so. Allein aufgrund der Schließung der Geschäfte und dem Produktionsstopp geht er davon aus, dass 17 Prozent des Jahresumsatzes wegfallen werden. Zudem schätzt er, dass der Wert der exportierten Uhren im laufenden Jahr um mindestens 25 Prozent einbrechen werden – und diese Prognose sei sogar eher optimistisch”.

Die Experten des Beratungsunternehmens Bain gehen beim Geschäft mit Luxusgütern von einem Rückgang von 35 Prozent aus, dabe seien die Hersteller von Luxusuhren besonders hart getroffen.

Tags : CoronaLange & SöhnepaneraiRichemontRupert
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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