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Richemont denkt über eine Investition in den Online-Luxushändler Farfetch nach

farfetch

Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba (874 Millionen Nutzer monatlich in China) befindet sich laut des Tech-Portals „The Information“ in fortgeschrittenen Gesprächen bezüglich einer Investition in Höhe von 300 Millionen US-$ in den in London ansässigen Online-Händler für Luxusmode Farfetch. Außerdem soll es Überlegungen geben, ein gemeinsames chinesisches Joint Venture zu günden.

Damit scheint sich der Markt für Luxusgüter immer weiter nach China einerseits und in das Internet andererseits zu verlagern. Wie auch andere Online-Shopping-Websites hat Farfetch während der Lockdowns infolge der Corona-Pandemie einen großen Aufschwung erlebt, der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2020 um 74 Prozent.

Das interessiert offenbar auch Richemont. Das Unternehmen, das bereits ein Joint Venture mit Alibaba in China betreibt, denkt laut des Artikels auf „The Information“ darüber nach, ebenfalls in Farfetch zu investieren und damit in den wichtigsten Rivalen seiner eigenen Tochterfirma Yoox Net-a-Porter YNAP.

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Eine strategische Partnerschaft mit Alibaba würde eine große Veränderung der China-Strategie von Farfetch bedeuten. Denn zuvor hatten die beiden wichtigsten chinesischen Konkurrenten von Alibaba, Tencent und JD.com, in Farfetch investiert. So teilte Farfetch im Januar dieses Jahres mit, 125 Millionen US-$ von WeChat-Betreiber Tencent eingeworben zu haben. Und bereits 2017 hätte JD.com 397 Millionen US-$ investiert. Außerdem hatte JD sein Luxus-E-Commerce-Portal Toplife in China letztes Jahr an Farfetch verkauft.

Die aktuellen und vergangenen Geschäfte mit Tencent und JD hindern Alibaba aber nicht daran, in Farfetch zu investieren, sagen laut „The Information“ interne Quellen.

Ein neues Bündnis könnte erhebliche Auswirkungen auf Chinas Online-Einzelhandelsmarkt für Luxusgüter haben, der laut einer Prognose der Boston Consulting Group vom September dieses Jahres um bis zu 30 Prozent wachsen wird, obwohl die weltweiten Luxusverkäufe aufgrund der Pandemie voraussichtlich um bis zu 45 Prozent zurückgehen werden.

Alibaba hat in den letzten Jahren auch im High-End-Segment verstärkt Fuß gefasst. So verfügt der Online-Marktplatz Tmall des Unternehmens über einen Bereich namens Luxus Pavilion. Im Jahr 2018 gründete Alibaba mit Richemont das chinesisches Joint Venture Fengmao, um den Online-Luxusshop YNAP der Schweizer Firma im Luxus Pavilion zu betreiben.

Während die meisten großen Volkswirtschaften der Welt unter den verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden, erholt sich Chinas Wirtschaft, und die Nachfrage der chinesischen Verbraucher nach hochwertigen Modeartikeln und anderen Luxusgütern nimmt weiter zu.

Tags : AlibabaFarfetchJD.comRichemontTencentTmallYNAPYoox
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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