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Persönliche Gespräche und wachsende Internationalität

Inho

Diese beiden Punkte hebt Stefanie Mändlein, Projektleiterin der Inhorgenta Munich, besonders hervor, wenn es darum geht, welche Relevanz Branchenmessen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft haben.

Und der Erfolg des Münchner Branchentreffs gibt ihr Recht. Auf die Frage, in wieweit die Schwäche der Baselworld dafür mit verantwortlich ist, antwortet sie zurückhaltend und betont lieber die Stärken der Inhorgenta Munich.

Und damit verfolgt sie sicher die richtige Strategie. Denn sich allein auf die Schwäche eines Mitbewerbers zu verlassen, reicht für die eigene Stärke nicht aus – dafür gilt es, nachhaltig gute und zeitgemäße Konzepte anzubieten.

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Im Gespräch mit WatchPro Deutschland, erläutert Stefanie Mändlein, welche die Inhorgenta Munich verfolgt und was die Besucher vom 14. bis 17 Februar erwartet.

Watch Pro: Die Baselworld scheint kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die Inhorgenta hingegen entwickelt sich langsam aber stetig positiv weiter. Was machen Sie anders?

Stefanie Mändlein: In der Uhren- und auch in der Schmuckbranche ist der Einzelhandelssektor ja sehr heterogen zusammengesetzt: Es gibt Ein-Mann-Goldschmiedeateliers, Familienbetriebe, Omnichannel-Händler bis hin zu den großen Filialisten. Da werden ganz unterschiedliche Anforderungen an uns gestellt, was das Messeprogramm angeht. Dementsprechend facettenreich ist unser Angebot, das macht sicher einen Teil des Erfolges aus. Wir sind Trendsetter, Kommunikations- und Informationsplattform und Veranstalter von branchenübergreifenden Events. Unser Anspruch ist es, jedem Besucher und Aussteller den bestmöglichen Rahmen für erfolgreiche Gespräche und Geschäfte zu bieten. Es liegt uns sehr am Herzen, dass wir auch neue Entwicklungen mitgehen. Wir wollen die Inhorgenta Munich für Aussteller und Besucher gleichermaßen zukunftsorientiert und attraktiv gestalten. Und das spüren vermutlich alle Teilnehmer, und so entwickeln wir uns stetig positiv weiter.

WatchPro: Können Sie das konretisieren?

Stefanie Mändlein: Die Inhorgenta Munich ist mehr als eine reine Ordermesse. Mit unserem vielfältigen Rahmenprogramm bieten wir einen echten Mehrwert für alle, die sich zu den Themen der Branche austauschen wollen. Um zukunftsweisende und relevante Angebote präsentieren zu können, stehen wir im engen Austausch mit Branchenvertretern. So filtern wir genau heraus, was aktuell die wichtigsten Themen sind und bieten sowohl auf der Messe als auch unterjährig mit den internationalen Trendfactorys Informationsplattformen. Zudem haben wir in den letzten Jahren aktiv darauf hingearbeitet DIE Branchenmesse in Europa zu werden. Beispielsweise haben wir die Halle A1 Timepieces neu gestaltete und die Watch Boutique ins Leben gerufen. 2020 präsentiert sich die Halle C2 im neuen Look und greift das brandaktuelle Thema Nachhaltigkeit auf.

WatchPro: Allenthalben wird diskutiert, ob Messen überhaupt noch zeitgemäß sind. Was denken Sie?

Stefanie Mändlein: Sowohl Besucher als auch Aussteller aus der Uhrenbranche betonen immer wieder, wie wichtig gerade der persönliche Kontakt ist. Dieser Austausch ist die Grundlage für jede nachhaltige Geschäftsbeziehung. Zumal Fragen wie „Was plant das Unternehmen in den nächsten Jahren?“ oder „Was unterscheidet die Firma von der Konkurrenz?“ eher schlecht über das Internet beziehunsgweise per E-Mail, sondern besser in einem persönlichen Gespräch zu beantworten sind. Die große internationale Besucherpräsenz auf der Messe ist auch noch ein wichtiger Grund, warum Messen unserer Größenordnung weiterhin wichtig sein werden – bei der Inhorgenta Munich kommt mehr als ein Drittel der 27.000 Besucher aus dem Ausland, und zwar aus über 70 Ländern. Hier trifft sich sprichwörtlich die gesamte Welt

WatchPro: Welche Pläne haben Sie für den Uhrenbereich? Soll dieser schweizerischer und/oder mechanischer werden?

Stefanie Mändlein: Die Uhrenhalle A1 ist einer der Wachstumsbereiche der Messe. In diesem Jahr freuen wir uns mit der Schweiz ein ganz besonderes Partnerland zu haben, das selbstverständlich die Schweizer Uhrentradition in den Fokus rückt. Das Zentrum der Partnerschaft ist der Salon Suisse in Halle A1, der am 14.2. um 12.30 Uhr offiziell eröffnet wird. Dort präsentieren sich hochkarätige Schweizer Marken wie Bumont, Czapek und Parmigiani Fleurier. Zudem zeigt das renommierte Musée international d’horlogerie anhand von ausgewählten Exponaten die Uhrmacherkunst vom 18. Jahrhundert bis heute. Mit der Ausstellung „Meine Uhr“ des Creativ Consultants Joachim Schirrmacher und des Fotografen Franco Tettamanti stellen Schweizer Persönlichkeiten ihre eigene Uhr und die Geschichte dahinter vor. Durch die Partnerschaft in 2020 haben Schweizer Uhren einen besonderen Fokus, doch wir möchten uns im Uhrenbereich generell breit aufstellen. Dafür beobachten wir die Trends der Branche sehr genau, um unseren Besuchern Innovation und Technik auf dem aktuellsten Stand präsentieren zu können.

WatchPro: Deutsche Fachmesse oder europäische Leitmesse, wo ordnen Sie die Inhorgenta aktuell ein?

Stefanie Mändlein: Die Inhorgenta Munich ist die vielseitigste Messe Europas. Die Zahl der internationalen Aussteller wächst 2020 um sieben Prozent. Von Australien über Usbekistan und Zypern bis Thailand – die Besucher können Marken aus aller Welt kennenlernen. Gemeinschaftsstände gibt es aus Spanien, Hongkong, Großbritannien, Mauritius und China. Wir freuen uns ein so breites Portfolio bieten zu können, denn dadurch ergeben sich einzigartige Chancen zum Netzwerken.

WatchPro: Auf welches Highlight der Inhorgenta 2020 freuen Sie sich persönlich ganz besonders?

Stefanie Mändlein: Auf ganz viele verschiedene: Wir haben zum Beispiel die Halle C2 „Contemporary Design & Vision“ komplett auf den Kopf gestellt: Heraus kam neben den inhaltlichen Schwerpunkten Sustainability und Future Retail in der neuen Trendfactory Munich auch ein ganz neues gestalterisches Konzept. Dieses setzt auf Designelemente aus Naturmaterialien, einer Wasserfallprojektion und vieles mehr. Außerdem bin ich mir sicher, dass der Salon Suisse von der Schweizer Gastfreundschaft und der besonderen Atmosphäre leben wird – ich freue mich auf alle „Grüzi“ die wir dort hören werden, auf viel Inspiration, von den Ausstellungsstücken bis hin zu den Gesprächspartnern, und auf vier schöne Tage im Zeichen unseres Partnerlandes. Daneben gibt es für die Besucher natürlich noch viel neues zu entdecken: von den neuen Campus Talks für den Branchennachwuchs über die Watch Talks bis hin zur faszinierenden Jewelry Show, wo dieses Jahr auch Blogger und Influencer involviert sein werden. Glamouröses Highlight ist selbstverständlich der Inhorgenta Award, der im Rahmen einer exklusiven Gala in der BMW Welt vergeben wird. Mit dem Award haben wir eine Bühne für innovatives Design und herausragendes Handwerk geschaffen. Ich freue mich schon darauf, gemeinsam mit den Gewinnern, dem Who is Who der Branche und spannenden Gästen zu feiern.

Tags : BranchenmesseFachmesseinhorgentaMändleinMesseMünchen
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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