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Pequignet: Relaunch mit neuer Strategie und neuem Werk

Pequignet

Die französische Uhrenmanufaktur Pequignet meldet sich nach erfolgreichem Management-Buy-Out zurück. Der Schwerpunkt des Relaunches liegt auf den Modellen mit dem hauseigenem Werk „Calibre Royal“. Für 2021 wird bereits ein zweites Uhrwerk konstruiert, welches dem Endkunden einen preislich attraktiven Einstieg in die Welt der Manufakturkaliber ermöglichen soll.

In Deutschland ist Pequignet seit fast 30 Jahren präsent. Die neuen Besitzer haben sich jedoch in den letzten Jahren hinsichtlich der aktiven Kommunikation und vertrieblichen Expansion zurückgehalten, um die Marke für die Zukunft neu aufzustellen.

„2016 haben wir begonnen, uns mit einer neuen Strategie zu konsolidieren. Wir werden unseren Faktor ‚Fabriqué en France‘ weiter ausbauen. Kaum jemand weiß, dass unser Städtchen Morteau eine lange Uhrmacher-Tradition hat“, erläutert CEO Aymeric Vernhol. Rund 60 Prozent der Mitarbeiter in den Schweizer Manufakturen sind Franzosen, die morgens und abends über die nahe Grenze pendeln. „Bei der Konstruktion unseres eigenen Kalibers ‚Calibre Royal‘ wollen wir diese französische Kompetenz wieder stärker nutzen.“

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Vor zehn Jahren brachte Pequigent das Manufakturwerk „Calibre Royal“ auf den Markt, und noch heute erkennt man eine Pequignet an den typischen Anzeigen für Großdatum, Gangreserve und Mondphase. „Das Werk wurde komplett bei uns konstruiert und wird auch in der Manufaktur in Morteau zusammengebaut, berichtet der CEO. Konstruiert wurde es für eine Vollkalenderausstattung. Das bedeutet, dass die Funktionen in den Aufbau des Kalibers integriert wurden. „So kommt man ohne die üblichen Funktionsmodule aus, die die Werksdicke normalerweise erhöhen.“

Das Ergebnis ist ein flaches Automatikkaliber mit 88 Stunden Gangreserve und einer synchronen Schaltung bei 00-Uhr von Tag/ Datum ohne Verlust in der Amplitude. Je nach Funktionsaustattung liegt die UVP für eine Uhr mit „Calibre Royal“ zwischen 2.800 und 9.000 Euro. Aber dabei soll es nicht bleiben.

Neues Kaliber

„Wir arbeiten bereits an einem zweiten eigenen Kaliber, welches dann einen Einstieg deutlich unter 2.000 Euro ermöglicht.“ Premiere soll das neue Werk auf der Inhorgenta 2021 feiern. Nicht nur auf Produktseite stellt sich Pequignet neu auf, sondern auch in punkto Vertrieb. Das Hamburger Unternehmen cpr baut das Vertriebsnetz aus und spricht mit Marketingmaßnahmen den Endverbraucher an. „Wir haben ein gutes Erfolgspotenzial: Pequignet hat ein positives Image, und unsere Uhren bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aufgrund unserer Zurückhaltung am Markt haben viele Juweliere allerdings noch nie eine Pequignet in der Hand gehabt. Das werden wir in den nächsten Monaten ändern“, zeigt sich Aymeric Vernhol optimistisch und berichtet von vielen posititven Rückemeldungen aus dem Fachhandel.

„Eine Rolle spielen dabei sicherlich auch unsere – im Vergleich zu Großkonzernen – sehr flexiblen Einstiegsmöglichkeiten unter 10.000 Euro und die Möglichkeit, mit einer unabhängigen Manufaktur ohne Druck entspannt zusammenzuarbeiten.“ Im Fokus stehen natürlich die Uhren, von denen Pequignet einige Hundert Modelle im Portfolio hat. „Wir fokussieren uns jedoch bei dem Relaunch auf die französische Manufakturlinie, die wir 2021 weiter ausbauen werden und mit der wir uns vom Wettbewerb abheben wollen.

Einige unserer langjährigen Konzessionäre arbeiten jedoch nach wie vor sehr erfolgreich mit den Schweizer Pequignet-Modellen. Wir bieten diese Modelle daher auf Anfrage weiter an.“

Bild ganz oben: Das Führungsteam rund um CEO Aymeric Vernhol (2. v.r.) besteht nach dem ManagementBuy-Out im Jahr 2016 aus BranchenProfis, die schon seit vielen Jahre bei Pequginet tätig.

Tags : Calibre RoyalpequignetVernhol
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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