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Patek Philippe sucht im Internet nach sogenannten Flippern

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Thierry Stern, Präsident von Patek Philippe, hat in mehr als einem Interview in den letzten zwölf Monaten erklärt, er wolle das Angebot der gefragtesten Uhren der Marke erhöhen, um die Preise auf dem Sekundärmarkt zu entlasten.

Er werde außerdem Maßnahmen ergreifen, wenn sich herausstellt, dass einer der autorisierten Händler des Unternehmens Uhren an sogenannte als Flipper bezeichnete Wiederverkäufer veräußert, die die Uhren zu Einzelhandelspreisen kaufen, nur um sie über Webseiten wie Chrono24 mit enormen Gewinnen wieder zu verkaufen.

In einem Interview mit Robin Swithinbank für die New York Times offenbarte Stern nun, dass Patek Philippe sich nicht so sehr um das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Stahluhren wie „Nautilus“ oder „Aquanaut“ sorge. Vielmehr mache man sich Gedanken darüber, wie man es schaffen kann, dass Kunden, die ihre Patek beim autorisierten Händler kaufen, diese auch behalten.

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Denn, die steigenden Preise auf dem Primärmarkt hätten das Kundenprofil von Patek Philippe verändert. „Wir verlieren so viele Menschen, die Uhren lieben, weil sie es sich nicht mehr leisten können”, so Stern. „Wir gewinnen aber auch eine ganz neue junge Generation, die sehr erfolgreich ist, viel Geld verdient und bereit ist, in eine Patek zu investieren.“ Und dies sollte beim autorisierten Händler geschehen.

„Wir kaufen jedes Jahr viele Uhren vom Sekundärmarkt zurück, weil wir wissen wollen, warum eine Uhr dort zum Verkauf steht”, sagte Stern der New York Times weiter.

Anhand der Seriennummern kann das Unternehmen dann feststellen, welcher autorisierte Händler die Uhr ursprünglich verkauft hat. Aber es sei schwierig nachzuweisen, dass Flipper und Geschäft beim Weiterverkauf einer Uhr gemeinsame Sache machen.

„Vielleicht sind manchmal die Einzelhändler dabei. Wenn ich den Beweis habe, dann handle ich“, warnt Thierry Stern.

Der Verlust einer Patek Philippe-Konzession wäre für einen autorisierten Händler eine Katastrophe. Daher ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Inhaber von Juwelier-Geschäften selbst beteiligt sind. Stattdessen ist davon auszugehen, dass sie erhebliche Anstrengungen unternehmen, um sicherzustellen, dass keine Mitarbeiter zur Zusammenarbeit mit Flippern verführt werden.

Tags : AquanautChrono24nautiluspatekpatek philippepre-ownedSecondhandThierrry Sternvintage
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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