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Patek Philippe präsentiert eine Innovation für Uhren mit Schlagwerk

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Die Advanced-Research-Abteilung der Manufaktur hat ein komplett neues, mechanisches System zur Verstärkung des Klangs entwickelt.

Das sogenannte „ff“ fortissimo-Modul besteht aus einem flexibel gelagerten Klanghebel und einem Schwing-Plättchen aus durchsichtigem Saphirglas. Im Vergleich zu anderen Minutenrepetitionen und unabhängig vom Gehäusematerial erzeugt das Modul einen deutlich verstärkten Klang.

Mit vier neuen Patenten wird die neue Technik in der auf 15 Exemplare limiterten Minutenrepetition „Advanced Research“ (Referenz 5750) vorgestellt.

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Die 2005 gegründete Advanced-Research-Abteilung ist mittlerweile in die Abteilung Forschung & Entwicklung integriert. Sie betreibt Forschung auf den Gebieten neuer Materialien, Technologien und konzeptioneller Grundlagen, die der Uhrmacherei neue Perspektiven eröffnen sollen.

Die Spezialisten arbeiten dafür auch mit unabhängigen, externen Forschungsstätten zusammen, wie etwa dem Centre suisse d’électronique et de microtechnique de Neuchâtel (CSEM) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL).


Verstärkter Klang

Minutenrepetitionen und Uhren mit Schlagwerk sind eine Spezialität von Patek Philippe. Die Manufaktur verfügt über eine der größten Kollektionen bei diesen Grandes-Complications-Uhren. Mit dem neuen System ist es der „Advanced Research“-Abteilung nun gelungen, in diesem Bereich einen wichtigen technischen Fortschritt zu erzielen.

1989 erlebten Minutenrepetitionen mit dem Automatikkaliber R 27 ihr großes Comeback bei Patek Philippe. Basierend auf diesem Uhrwerk hat die „Advanced Research“-Abteilung nach einem Weg gesucht, die Lautstärke des Zeitschlages auf rein mechanische Weise zu verstärken ohne dabei die akustische Qualität zu beeinträchtigen. Nach mehreren unterschiedlichen Forschungsansätzen beschlossen die Spezialisten die Konstruktion des Basiswerks beizubehalten.

Auf der Brückenseite (der dem Handgelenk zugewandten Seite) fügten sie ein Modul hinzu, das wie ein Lautsprecher funktioniert. Anders als bei herkömmlichen Lautsprechern erfolgt die Verstärkung des Klangs jedoch nicht über eine flexible Membran. Stattdessen besitzt das System, für das Patek Philippe drei Patente angemeldet hat, ein Schwing-Plättchen aus synthetischem Saphirglas von 0,2 Millimetern Dicke.

Dank seiner Winkelbewegungen ermöglicht dieses frei bewegliche Plättchen eine deutlich bessere Klangausbreitung in der begrenzten Größe einer Armbanduhr. Der Gehäuseboden aus Saphirglas bietet freie Sicht auf das Uhrwerk.

Flexibel aufgehängter Klanghebel

Für die Klangübertragung von den Tonfedern der Minutenrepetition zum Schwing-Plättchen aus Saphirglas wurde ein System mit einem Klanghebel aus Stahl entwickelt, der in der Mitte des Schwing-Plättchens befestigt ist. Das andere Ende dieses Klanghebels, dessen Form an eine Stimmgabel erinnert, besitzt eine flexible Aufhängung von 0,08 Millimetern Stärke. Sobald die Hämmerchen die Tonfedern anschlagen, werden deren Schwingungen an den Klanghebel übertragen, der sie wiederum an das Schwing-Plättchen überträgt und eine Verstärkung des Klangs bewirkt.

Die Winkelbewegungen des Schwing-Plättchens versetzen die Luftschichten ober- und unterhalb des Saphirglases in Schwingung, wodurch ein deutlich lauterer Klang entsteht.

Neue Art der Klangverbreitung

Zusätzlich zum sogenannten „ff“ fortissimo-Verstärkersystem wurde ein neues System zur Klangverbreitung entwickelt. Bei einer klassischen Minutenrepetition versetzen die Schläge der Hämmerchen auf die Tonfedern die Uhr als Ganzes in Schwingung. Der Klang verbreitet sich über das Gehäuse, das Deckglas und den Gehäuseboden aus Saphirglas.

Das Gehäusematerial hat einen großen Einfluss auf den Klang. Roségold gilt als das Edelmetall für sehr gute Klangverbreitung, während Platin aufgrund seiner höheren Materialdichte die größere akustische Herausforderung darstellt.

Die Minutenrepetition mit dem fortissimo-Modul besitzt einen Isolierreif aus Hightech-Verbundmaterial, der das Verstärkersystem akustisch vom Uhrwerk abkoppelt. Der Klang wird erst an den Klanghebel und dann zum Schwing-Plättchen geführt und ausschließlich durch vier Öffnungen in einem Titanreif bei 12, 3, 6 und 9 Uhr verbreitet. Die Klangwellen treten anschließend durch einen feinen Spalt zwischen dem Gehäuseboden und dem Mittelteil aus der Uhr. Ein Staubfilter schützt das Uhrwerk, ohne den Klang zu beeinträchtigen.

Das Gehäusematerial hat deshalb keinen Einfluss auf den Klang und seine Ausbreitung. Der Klang bleibt stets von gleicher Qualität, ungeachtet dessen, ob es sich um ein Gehäuse aus Rosé-, Gelb-, Weißgold oder Platin handelt.

Lauter und harmonischer

Das am Gehäuseboden befestigte fortissimo-Modul ermöglicht es, den Klang des Schlagwerks aus sechsmal größerer Entfernung zu vernehmen. Eine klassische Minutenrepetition am Handgelenk klingt in zehn Metern Distanz ebenso laut und deutlich wie eine verstärkte Minutenrepetition in 60 Metern Entfernung.

Darüber hinaus wurde der am längsten dauernde Zeitschlag (32 Schläge um 12.59 Uhr), der in der Regel 17-18 Sekunden dauert, auf 20-21 Sekunden verlängert, um die Tonfedern etwas länger ausklingen zu lassen.

Neben dem fortissimo-Modul und den vier Mikro-Öffnungen im Gehäusemittelteil, wurde das Kaliber R 27 PS technisch weiter verbessert. Die Minutenrepetitions-Hämmerchen aus Stahl wurden durch Platin-Hämmerchen ersetzt – eine patentierte Lösung, die die Qualität des Anschlags steigert und einen weicheren Anschlag bewirkt, ohne seine Klangfülle zu mindern.

Anstelle des exzentrisch integrierten Minirotors aus 22 Karat Gold dreht sich ein Minirotor aus Platin. Dank der höheren Materialdichte konnte bei gleichbleibender Aufzugskraft die Höhe des Rotors reduziert werden um die Dicke des fortissimo-Moduls teilweise zu kompensieren.

Wie bei früheren Advanced-Research-Innovationen wird auch die neue Minutenrepetition in limitierter Stückzahl lanciert. Die Referenz 5750P „Advanced Research“ ist in ein schlichtes Gehäuse mit leicht gewölbter Lünette eingeschalt. Es ist von der Minutenrepetition, Referenz 5178 mit Kathedralen-Tonfedern inspiriert. Bei gleichem Durchmesser von 40 Millimetern ist das Gehäuse mit 11,1 Millimetern um 0,57 Millimeter höher. Um die Effizienz des fortissimo-Systems zu demonstrieren, hat sich die Manufaktur für das Gehäusematerial Platin 950 entschieden, das akustisch die größte Herausforderung darstellt.

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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