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„Online offline verkaufen“ – accioca heißt nur regyonal

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Der digitale regionale Marktplatz regyonal bietet einen neuen Kommunikationsweg zwischen Händlern und Käufern, der die Online-Suchenden wieder in die Geschäfte bringen soll. Gegründet wurde er als accioca, musste sich nun aber umbenennen.

accioca ging auf das Wort accio zurück, mit dem der Zauberlehrling Harry Potter seinen Rennbesen ruft, der daraufhin von ganz alleine angeflogen kommt.

Der neue Name lautet nun regyonal, das Konzept ist gleich geblieben.

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„Der Grund der Namensänderung ist auf die Bedenken eines internationalen Unternehmens hinsichtlich deren Markenrechte zurückzuführen. Auch wenn im alten Namen sehr viel Leidenschaft, Herzblut und Zeit steckten, denken wir, dass wir mit unserem neuen Namen ebenso viel Erfolg mit Ihnen gemeinsam haben werden und vielleicht werden wir schon Ende des Jahres die Leute neben ‚ich hab das gegoogelt‘ oder ‚ich hab das geliked‘ auch sagen hören: ‚Yo, ich hab das regyonalt!‘, erläutert das Unternehmen.

regyonal ist eine Website und App, welche es Online-Suchenden ermöglicht, nach Produkten oder Dienstleistungen zu suchen. Das Besondere: Die Suchanfrage wird regional an alle passenden und registrierten Anbieter in Echtzeit verteilt. Derjenige Anbieter, welcher als erstes auf die Anfrage reagiert – also sozusagen das Gespräch annimmt – ist mit dem Suchenden verbunden.

„Dann tun die Verkäufer, was sie immer tun. Sie stehen im Laden und bedienen”, beschreibt Geschäftsführer Daniel Gal das Procedere. Nur dass sie den Kunden in diesem Fall nicht Auge in Auge gegenüberstehen, sondern von Display zu Display. Kommt das Geschäft zustande, kann je nach Absprache die Ware im Laden abgeholt, vom Händler vorbeigebracht oder auch verschickt werden.

„Online offline verkaufen“ heißt der Slogan und Gal betont, dass regyonal kein weiterer digitaler Marktplatz ist: „Was wir erfunden haben, ist ein neuer Kommunikationsweg. Es ist wie telefonieren. Nur, dass man nicht jemanden anruft, sondern etwas.”

Für Interessenten ist das Angebot übrigens kostenfrei und für Händler mit überschaubaren Kosten verbunden. Ein Euro kostet eine angenommene Anfrage ab Januar 2021. Dafür erhält der Anbieter einen qualifizierten Interessenten mit hoher Kaufbereitschaft. Denn die Kaufabsicht ist konkret, die Kaufwahrscheinlichkeit entsprechend hoch.

Darüber hinaus spart der Händler den Aufbau und die Pflege eines Online-Shops. Er muss keine Produkte fotografieren, einstellen und verschicken, sondern kann sich auf seine Kernkompetenz, das Verkaufen, konzentrieren. Um bei als Händler bei Regyonal mitzumachen, sind keine speziellen technischen Voraussetzungen oder Produktdaten notwendig, ein Mobilgerät oder ein PC und eine Internetverbindung reichen aus.

Die Idee zu regyonal kam Daniel Gal schon vor Jahren, durch Corona sei die Zeit nun aber reif, meint er: „Die Leute denken über Nachhaltigkeit und Regionalität nach. (…) Das Bild unserer Städte wird sich komplett verändern, wenn es keine Läden mehr gibt. (…) Online-Shopping ist halt bequem.“

Durch Corona und den Lockdown haben die Menschen nun einen Vorgeschmack darauf bekommen, was es bedeutet, wenn vor Ort keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gegeben sind. regyonal will diese nun mit dem bequemen digitalen Bummel vom Sofa aus verbinden. „Ich behaupte, dass man im Umkreis von 30 Kilometern alles findet, was es bei Amazon gibt“, sagt Gal.

Dabei bleibt er realistisch und weiß, dass eingefleischte Onlinekäufer kaum zurück in den stationären Handel zu bekommen sind.

„Wer erst tagelang im Netz nach dem Produkt mit der besten Bewertung sucht und dann nach dem günstigsten Preis, der wird regyonal nicht nutzen.”

Stattdessen werden diejenigen angesprochen, die umweltbewusst und regional einkaufen möchten und auch solche, die ungern ihrer Kreditkartennummer dem www anvertrauen möchten oder die es einfach eilig haben. „Ein vergessenes Geburtstagsgeschenk zum Beispiel kann ich über regyonal rasch suchen und noch am selben Nachmittag im Laden vor Ort abholen. So schnell geht es mit Amazon nicht.“

Tags : acciocaCoronaDaniel Gale-commerceEinzelhandelOnlinehandelregyonalStationärer Handel
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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