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Nomos-CEO Uwe Ahrendt: „Wir wollen die Millionen erreichen.“

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Uwe Ahrendt wandte sich mit seiner Ansprache zur Präsentation der „Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte“ Anfang Oktober auf dem Nomos-Forum vor allem auch an den Fachhandel.

Denn gemeinsam mit diesem möchte man noch mehr Menschen weltweit in den Genuss einer Uhr von Nomos bringen. Dabei ist diese Schar bereits riesig. „Heute morgen waren es exakt 430.530 Menschen weltweit. (…) Dies sind alles Menschen, die wir bei Nomos Glashütte als unsere Aktionäre begreifen, indem sie unsere Uhren tragen und sie lieben, verleihen sie ihnen und unserer Marke Werte“, erläuterte auf dem Nomos-Forum

Gemeinsam mit dem Fachhandel möchte er daraus möglichst bald eine Millionen Aktionäre machen. Dass dies nicht von alleine geschieht, weiß Ahrendt natürlich.

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„Und obgleich wir keine Glaskugel für die nächsten fünf bis zehn Jahre haben, sind wir höchst optimistisch. Wir haben eine Plan und dafür viele Ideen.“

Und mit Bezug auf die aktuelle Corona-Krise ergänzt er: „Und was Sie vielleicht auch alle wissen, Nomos kann gut Krise.“ So war die Marke die erste, die in Glashütte während der Massenentlassungen beim GUB nach dem Mauerfall gegründet wurde, „in einer Zeit, da es den mechanischen Uhren auch in der Schweiz nicht ganz so gut ging. (…) Auch später haben wir KrisenErfahrungen gesammelt, sind gestärkt aus ihnen hervorgegangen. Ob 9/11, Hochwasser 2002, die Wirtschaftskrise 2008/2009 – immer ging es Nomos Glashütte nach schwierigen Zeiten ein bisschen besser.“

Damit die Geschichte genauso erfolgreich weitergeschrieben werden kann, „fällt nun der Startschuss in die Zukunft von und mit Nomos Glashütte. (…) Was aber wollen wir tun?“ Bei seiner Antwort darauf spielt der E-Commerce eine zentrale Rolle. „Denn wir sagen, der Fachhandel ist doch der viel bessere Onlinehändler. (…) Wir werden unseren Konzessionären daher künftig die Möglichkeit geben, in ihren Geschäften die Vorteile von Online und Offline miteinander zu verbinden, sozusagen mit einer Nomos-Luxus-Variante des Online-Kaufs im Laden.“

Das bedeutet konkret, dass der Endkonsument im Geschäft, assistiert vom dortigen Verkaufspersonal, auch online bestellen kann.

„Aus der Automobilbranche, aus dem Buchhandel, dem Apple Store kennen Sie dies bereits. Es funktioniert wunderbar. Denn es hat Vorteile. Die Kunden blicken in die Augen eines vertrauenswürdigen Fachhändlers, sie erhalten bei einem Kaffee oder einem Glas Champagner kompetente Beratung, haben damit ein einzigartiges Einkaufserlebnis im stilvollen Ambiente. Sie haben eine große Auswahl“, erläutert Ahrendt.

Denn online gibt es immer das gesamte Sortiment. Und die Wunsch-Uhr ist auch gleich verfügbar, entweder sofort im Geschäft oder am nächsten oder spätestens übernächsten Tag im Laden zum Abholen oder per Post nach Hause.

„Das schont nicht nur das Budget, sondern sorgt auch für die virtuelle Verfügbarkeit aller Modelle. Und onlineaffine jüngere Menschen können sich nun vielleicht auch zur neuen Stammkundschaft entwickeln. (…) In Zukunft wird ein Kunde also nicht mehr ins Geschäft kommen, sich beraten lassen und anschließend zu Hause auf dem Sofa die Uhr bestellen, online. In Zukunft bestellt der Händler die Uhr online für den Kunden.“

Die Marge wird für alle Seiten zufriedenstellend sein, verspricht Ahrendt. Warum macht Nomos dies? Schließlich schadet man damit doch dem eigenen Onlinestore.

„Erst einmal gesehen ja“, bestätigt der Nomos-CEO. „Aber wir glauben, dass diese Art des Verkaufens ohnehin kommen wird.(…) Sind wir also lieber ganz vorne mit dabei. Viele Kunden schätzen Online zwar, aber 80 Prozent wollen dennoch ihre Uhr stationär kaufen. Sie wollen bei Menschen kaufen, nicht nur per Klick, sie brauchen auch Beratung, eine Anlaufstelle. Und wir wollen natürlich, dass wir gemeinsam mit dem Fachhandel in die Zukunft starten, mit derzeit zirka 500 Fachhändlern weltweit. (…) Wir glauben, dass mit dieser Strategie noch viel mehr Kunden unsere Uhren kaufen werden. Wir wollen ja die Millionen erreichen.“

Tags : e-commerceGlashütte Uwe Ahrendtlambdanomos
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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