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Nick Hayek: „Ich bin Konsument und Opfer von Medien zugleich.“

Hayek

Dass der noch amtierende US-Präsident kein gutes Haar an den meisten Medien lässt, ist nichts Neues. Und auch Swatch-Group-Chef Nick Hayek ist nicht besonders gut auf die aktuelle Medienlandschaft zu sprechen. Seine Argumente hat er auf dem Swiss Media Forum zwar genauso emotional wie Donald Trump vorgetragen, allerdings begründet er seinen Unmut rational und durchaus nachvollziebar.

Auf dem Schweizer Medienkonkress in Zürich stellte sich Nick Hayek gestern den Fragen von Patrick Müller, Chefredaktor der Zentralredaktion von CH Media. Dabei sprach er auch über die Uhrenindustrie: „Ich würde nicht sagen, dass wir stärker als die Medien von der Krise betroffen sind. Der Konsum ist bereits zurückgekommen, vor allem in China.“ Bis Ende des Jahr erwartet er daher, wieder in die Gewinnzone zu sein.

Asien sieht Hayek übrigens auch als Vorbild in der Bekämpfung der Corona-Pandemie: „Wir müssen nichts neu erfinden, sondern nur Richtung Osten schauen, wie die Länder dort das Virus in den Griff gekriegt haben.“

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Als es im Gespräch mit Patrick Müller um das Thema Medien ging, hob Hayek drei Punkte hervor, die seiner Meinung nach schief laufen würden: junge Journalisten, die ihr Handwerk nicht richtig gelernt hätten, die Sparmaßnahmen der Redaktionen und fehlende Identität der einzelnen Titel. „Wenn ich investieren will, brauche ich eine Zeitung mit Profil und nicht einen Chefredaktor für drei Zeitungen.“

Müller bemerkte daraufhin, dass die Swatch Group ja auch Synergien nutze und fragte, ob es sein könne, „dass die Medienbranche der Uhrenbranche sozusagen voraus ist, da sie dem Druck der Digitalisierung schon länger ausgesetzt ist? Vielleicht legt Swatch Group die Werke ihrer einzelnen Marken eines Tages auch zusammen?“

Eine solche Entwicklung bestritt Nick Hayek vehement. Außerdem hätte die Uhrenbranche ja auch schon seit langem mir dem Smartphone als Mitstreiter zu tun. Aber:

„Dank Smartwatches fangen viele jetzt aber wieder an, eine Uhr am Handgelenk zu tragen.“

Tags : Coronahayeknick hayekPatrick Müllerswatch groupSwiss Media Forum
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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