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„Mit Liebe gefertigt in Glashütte“ – die neue „Lambda“ aus Edelstahl von Nomos

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Am 5. Oktober lud die Manufaktur Nomos Glashütte zum Nomos-Forum ein. Anlass war die Lancierung der „Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte“, die – wie der Name schon sagt – 175 Jahre Uhrmachergeschichte in dem kleinen Ort in Sachsen feiert.

Ort der Enthüllung mit geladenen Journalisten und Fachhändlern war die mittlerweile entweihte katholische Kirche oberhalb des Nomos-Hauptsitzes im ehemaligen Glashütter Bahnhof.

Frisch renoviert soll sie auch zukünftig als Location für regelmäßige Nomos-Veranstaltungen – sprich Nomos-Foren – genutzt werden.

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„Frisch renoviert“ präsentierte sich auch die neue „Lambda“ anlässlich des Jubiläums der Uhrenstadt. Der Name „Lambda“ bezeichnet dabei in der Mathematik das Formelzeichen für Eigenwert, einen Wert, der beständig ist, der bleibt.

Vor der offiziellen Enthüllung erörterte Mirko Heyne, Leiter Forschung & Entwicklung bei Nomos Glashütte, die Frage, ob Uhren aus Glashütte ein reines Luxusgut, oder Ergebnis von Wissenschaft und Technik, von Forschung und Entwicklung, oder Kunst sind?

„Wir denken, alles bedingt einander, früher wie heute“, schlug er den Bogen zwischen den Anfängen der Uhrmacherei in Glashütte, die 1845 mit Ferdinand Adolf Lange ihren Siegeszug begann, und der Gegenwart.

Und noch eine Frage stellte er während seines Vortrages, als er über die technischen Rafinessen bei der heutigen Konstruktion und Fertigung von den Uhren bei Nomos berichtete:

 

„Spüren Sie auch die neidvollen Blicke des Ferdinand Adolf Lange?“

Dabei meint Mirko Heyne dies in keinster Weise überheblich. Im Gegenteil. Denn Nomos setzt nur das fort, was Lange 1845 begonnen hat. So schlägt er den wunderbaren Bogen von dem Perfektionismus und der Optimierungskraft in den Anfängern des Glashütter Uhrenbaus hin zu eben demselben Streben von Nomos im Hier und Jetzt. Nur die Mittel sind heutzutage weitaus fortschrittlicher und ermöglichen noch mehr Präzision.

„All diese Hilfsmittel wie Berechnungsprogramm, Highspeedkamera und dynamisches Simulationsmodell sind unsere Werkzeuge in der Konstruktion, mit denen Nomos sein Swing System entwickelt hat“, betont er. „Ich bin ganz sicher, Ferdinane Adolf Lange hätte seine Freude daran gehabt.“

Das Swing System befindet sich selbstverständlich auch in den drei Jubiläumsuhren „Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte“. Assortiment, Reglage, Hemmung: Das winzige, aber hochkomplexe System aus Unruhspirale, Ankerrad und Anker, das ein Uhrwerk antreibt, heißt bei Nomos-Swing-System. 2014 feierte die Manufaktur damit ihre Unabhängigkeitserklärung, denn nur wenige Uhrenhersteller können dieses Herz des Werkes selbst herstellen.

Neues Gehäuse aus Edelstahl, neue Größe, neue Zifferblätter in Emailleweiß, -schwarz und -blau, nach Chronometerwerten reguliert: das sind die wichtigsten Eigenschaften der drei Jubiläumsmodelle, die in jeder Farbe auf 175 Exemplare limitiert sind.

„Feine Uhrmacherei mit Stahl zu präsentieren ist ungewöhnlich, doch für uns verbindet Stahl 175 Jahre Glashütter Handwerkskunst mit den heutigen Alltagsansprüchen glänzend“, so Merlin Schwertner, Mitgesellschafter Nomos Glashütte. Edelstahl macht die Uhren außerdem alltagstauglich, „denn unsere Uhren sind nicht nur für Kaiser und Könige, nein, Nomos-Uhren sind für alle da“, betont Heyne.

Die emailleschimmernden Zifferblätter zeigen sich mit einer ungewöhnlichen optischen Tiefe, ein Effekt, der durch die Wölbung der Blätter wie des Saphirglases verstärkt wird. Der glänzende Stahl, anstelle des üblichen Edelmetalls in der Feinuhrmacherei, macht die Uhren alltagstauglich.

Besonders augenfällig ist die Gangreserve. Sie beschreibt auf dem Zifferblatt einen sehr großzügigen Bogen von 84 Stunden, dreieinhalb Tagen, und ist stundengenau ablesbar. Mit den beiden anderen Kreisen (für die Sekunde bzw. Minute und Stunde) sowie den vier Fadenzeigern präsentiert die Uhr so ein ständig aufs Neue leicht verändertes Gesicht – mit etwas Fantasie sieht man in der feinen Zeichnung ein kinetisches Objekt.

In „Lambda“ arbeitet das „DUW 1001“. DUW steht für Deutsche Uhrenwerke Nomos Glashütte. Es ist das erste Uhrwerk der Manufaktur, das diesen Namen trägt, und tickte bereits in der ersten „Lambda“ aus Edelmetall, welche im Jahr 2013 erschien.

Auffällig beim Blick durch den Saphirglasboden der Uhr ist der Sonnenstrahlschliff auf der Dreiviertelplatine, mit einem Schliffbild, das es so nur bei Nomos gibt und das seit der Einführung der „Lambda“-Kollektion die Glashütter Tradition bereichert.

29 Rubine in dem großen flachen Kaliber mit Doppelhausfeder und Schwanenhalsfeinregulierung sorgen für eine reibungslose Funktion, sechs davon sind in verschraubten, aufwendig von Hand polierten Goldchatons gelagert – wie schon in historischen Uhren. „Und das sieht heute noch genauso schön aus wie vor 175 Jahren“, so Schwertner.

Von Hand erfolgt auch die Gravur „Mit Liebe in Glashütte gefertigt“ auf dem Unruhkloben und symbolisiert wie viel Handarbeit nach wie vor erforderlich ist, um eine Nomos Glashütte zu fertigen. Bei den Werken hat das Unternehmen übrigens eine Fertigungstiefe von 96 Prozent.

Die UVP lautet 5.800 €.

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Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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