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Basel_Casio

Im Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) äußerte sich Baselworld-Chef Michel Loris-Melikoff zur Zukunft der Messe – oder ihrem etwaigen Ende.

Auf die Frage, ob die Absage der fünf großen Uhrenmarken, Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard das Ende für die Baselworld bedeutet, sagte er:

„Ja, es könnte das Ende sein. Es könnte aber auch der Anfang für etwas Neues sein. Ich möchte daran erinnern, dass wir im Schmuck- und Edelsteinbereich über 50 Prozent mehr Interessenten haben als im Jahr zuvor.“

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Man müsse die Lage analysieren, um herauszufinden wie sich diese Entscheidung auf die anderen Aussteller auswirken werde, sprich, ob sie trotzdem kommen werden.

Deutlich machte Melikoff auch, das der Januar-Termin wieder zur Diskussion stehe. Zudem betonte er nochmals, dass man den Januar-Termin mit den fünf abtrünnigen Ausstellern besprochen habe, „alles lag auf dem Tisch. Wenn sie jetzt sagen, wir hätten den Termin im Alleingang beschlossen, so stimmt das einfach nicht. Sie waren eingeweiht und auch einverstanden.“

Auch verteidigte er die Enstcheidung, den Ausstellern nicht den vollen Betrag für die ausgefallene Baselworld 2020 zurückzuerstatten:

„Es gibt Verträge und darin ist klar geregelt, wieviel jeder Aussteller bezahlen muss, falls die Messe wegen höherer Gewalt nicht stattfinden kann. Bei uns sind bis jetzt 18 Millionen Franken für die Vorbereitungsarbeiten für die diesjährige und dann abgesagte Baselworld angefallen. Unser Vorschlag lautete, dass wir 60 Prozent dieser Kosten selber übernehmen, den Rest die Aussteller, verteilt auf die kommenden zwei Jahre. Es gab viele Aussteller, die waren damit einverstanden, einige auch nicht. Ich kann das verstehen, da einige wegen der Corona-Krise selber in Schwierigkeiten geraten sind. Aber dass wir den Löwenanteil der Kosten selber übernehmen, wird in der Diskussion einfach übersehen.“

Wie es konkret weitergehen werde, könne man erst in ein paar Wochen sagen, sagte Melikoff abschließend.

Dies bestätigte MCH-Präsident Ueli Vischer gegenüber der bzbasel.ch: „Die Baselworld gibt es so nicht mehr. (…) Zurzeit treffen stündlich Anfragen von Ausstellern ein, die uns zum Weitermachen ermutigen. Aber ich halte fest: So lange die wichtigen grossen Aussteller einen Anziehungspunkt bildeten, funktionierte die Baselworld in gewohnter Form. Tun sie das nicht mehr, muss die Messe neue Anziehungspunkte bieten. Daran arbeiten wir jetzt.“

Tags : baselworldMCHMelikoffpatek philippeRolexVischer
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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