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Meister Kramer und die schöne Welt der Uhren

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Ob die ältere Dame, die ihre Uhr zuhause vergessen hat, die junge Mutter, die ein Kettchen repariert haben möchte, der Herr mit sechs edlen Taschenuhren, der Rechtsanwalt mit der hochwertigen Cartier oder die Kundin mit der einfachen Quarzuhr.

Alle sind sie willkommen. Und es macht den Anschein, dass manche gar nicht mehr gehen möchten. Kein Wunder, denn es herrscht echte Wohnzimmeratmosphäre in dem kleinen Geschäftsraum in Hamburg-Winterhude, in dem jeder Fleck das lange Uhrmacherleben von Meister Kramer liebe- und eindrucksvoll dokumentiert.

Meister Kramer – so wird Georg Kramer von seinem Uhrmacher Sezgin Yavuz anerkennend angesprochen – widmet sich hier seit Jahrzehnten der Reparatur und Restauration von Luxusuhren. Mit einem Hobby oder Liebhaberei hat das jedoch nichts zu tun, sondern mit „ernsthafter Arbeit. Ansonsten könnte ich meine Zeit besser mit Spazierengehen verbringen“, berichtet der 85-Jährige, der noch fast jeden Tag in der Werkstatt tätig ist, oft bis spät in die Nacht.

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Nach seiner Uhrmacherausbildung in Königstein, sechs Jahren bei Juwelier Becker in Hamburg und dem Erwerb des Meistertitels ging er als Spezialist für Reparaturen zu Rolex in die Schweiz. „Wir waren für die Aufträge aus dem Ausland zuständig und haben unter anderem Uhren von Dwight D. Eisenhower, Königen und anderen berühmten Persönlichkeiten instandgesetzt“, erinnert er sich. „Da musste man alles beherrschen.“Mit diesem Know-how eröffnete Georg Kramer 1962 sein Geschäft mit der weithin sichtbaren gelben Markise in Hamburg „und repariert seitdem ununterbrochen Luxusuhren – lange als Geheimtipp“, berichtet Sezgin Yavuz.

„Meister Kramer ist ein stiller Kavalier und geht mit seiner Expertise nicht hausieren.“

Des Meisters Uhrmacher machte das außergewöhnliche Können von Georg Kramer vor einigen Jahren bekannt, auch international. „Jetzt gelten wir als erste Adresse für alte Uhren. Sogar Firmen wie Rolex schicken ihren Kunden mit älteren Modellen zu uns.“ Dafür hält Georg Kramer ein riesiges Ersatzteillager für ältere Werke vor. Er und sein Uhrmacher fertigen bei Bedarf aber auch Teile wie eine Unruhwelle selbst an oder richten eine Spiralfeder. „Das kann viele Stunden in Anspruch nehmen. Aber wenn man diese Art der Reparatur beherrscht, lassen sich viele alte Schätze noch retten.“

Der Mann mit dem U(h)rinstinkt trägt privat am liebsten eine dezente Stahluhr. „Ich habe weder eine Rolex noch eine Patek Philippe. Die trage ich nur zum Test nach einer Reparatur. Dann bin ich der genaueste Uhrenbeweger“, berichtet der Meister mit einem Lachen im Gesicht.

 

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