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MCH Group: Auf der Suche nach dem rettenden Investor

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Gestern berichtete handelsblatt.com, dass die Kantone und Städte Basel und Zürich sich jetzt bereit erklärt haben, ihre Stimmenmehrheit aufzugeben und einen neuen Investor für die MCH Group über eine Kapitalerhöhung ins Boot zu holen.

Nachdem die Baselworld aufgrund massiven Ausstellerrückgangs aufgegeben wurde, war der Konzern in eine ernsthafte Schieflage geraten. Als Cash Cow ist nur noch die Art Basel verblieben – und um die geht es in erster Linie beim Tauziehen der möglichen Investoren.

Als mögliche Kandidaten geistern Medienmogul Rupert Murdoch und sein Sohn James Murdoch durch die Gazetten. Laut NZZ-Recheche soll ihnen für 100 Millionen CHF 30 Prozent der Aktien zu einem Kurs von nur zehn CHF in Aussicht gestellt worden sein. Der offizielle Börsenkurs lag gestern bei 18 CHF.

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Das handelsblatt.com berichtet weiter, dass ein weiteres Angebot vorliegen würde, welches besser, aber von der MCH Group ignoriert worden sei. Die Rede ist vom Hongkonger Milliardär und Kunstsammler Adrian Cheng, der bereits eine dreiprozentige Beteiligung hat.

Ebenfalls bereits an der MCH Group beteiligt, und zwar mit zehn Prozent, ist der Schweizer Erhard Lee. Er wurde eigenen Angaben zufolge nicht angesprochen, hält eine Kapitalerhöhung aber auch nicht für erforderlich. „Wir wurden nicht eingebunden in die Strategie. Die Gesellschaft braucht im Moment kein Kapital, das ist rein politisch. Klar geht es im Moment schlecht, aber sie haben ja noch 140 Millionen in der Kasse.“

Lee empfiehlt einen Teilverkauf Art Basel: „Ich bin dafür, strategische Investoren ins Boot zu holen, etwa indem man 30 Prozent der Art Basel abgibt. Man hätte immer noch zwei Drittel, einen kompetenten Partner, der neue Impulse ins Unternehmen bringt und ungefähr 100 Millionen Franken in der Kasse.“

Nummer Drei im Feld der möglichen Investoren ist Annette Schömmel, die zu einer deutlichen Erweiterung des Geschäftsfeldes rät: „Was man heute global bereits sieht – in Asien, London oder den USA – ist so etwas wie ein sich industrialisierender Kunstsektor. Das ist für viele aus dem traditionellen Kunstmarkt schwer zu verstehen. Da entstehen ganz neue Geschäftsfelder. Die Art Basel hat als stärkste Marke die Perspektive, da neue Felder zu entwickeln. (…) Mittelfristig eröffnen sich der Art Basel dynamischere Entwicklungsoptionen, wenn man sie teilweise aus der MCH herauslöst.“

Die Messegesellschaft selbts gibt sich verschwiegen: „Auf Grund des definierten Anforderungsprofils ist ein Teil dieser potentiellen Investoren zur Einreichung eines Angebots für eine Beteiligung an der MCH Group eingeladen worden.“

Tags : Art BaselbaselworldLeeMCHMurdochSchömmel
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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