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Loek Oprinsen: „Das Vakuum, das die großen Marken im unabhängigen Fachhandel hinterlassen, werden die kleineren Marken füllen.“

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„Die Starken werden aus der Krise herauskommen, indem sie noch stärker werden, und die Schwachen werden noch schwächer aus der Krise herauskommen und schließlich verschwinden. Jeder muss wissen, zu welchem Lager er gehört.“ Das sagte vor kurzem Branchen-Urgestein Jean-Claude Biver.

Einer, der ebenfalls seit langem in der Uhrenbranche zu Hause ist, ist Loek Oprinsen. Und er beurteilt die aktuelle Situation der Marken angesichts der Corona-Krise ganz anders.

„Mit großem Interesse las ich das Interview mit Jean-Claude Biver gelesen, in dem er erklärte, dass die großen Uhrenmarken während dieser von Covid-19 betroffenen Zeiten Marktanteile von den kleineren Marken übernehmen können. Ich respektiere Biver und seine Arbeit sehr, aber in dem Punkt stimme ich überhaupt nicht ihm überein. Im Gegenteil, ich glaube, dass die kleineren Marken aus folgenden Gründen einen großen Marktanteil im Großhandel gewinnen werden: Große Marken/Gruppen konzentrieren sich auf ihre eigenen Boutiquen, Franchise-Boutiquen, ihre eigenen Online-Portale und im Fachhandel nur auf die großen Filialisten. Die kostspielige Großhandelsstruktur wird verringert. Das Vakuum, das sie durch den Rückzug aus dem unabhängigen Einzelhandel erzeugen, wird von kleineren Uhren- und Schmuckmarken übernommen werden. Die unabhängigen Einzelhändler werden damit beginnen, diese ‚neuen‘ Marken zu bewerben, und diese persönliche Werbung ist viel stärker als die Werbung über digitale Medien und Boutiquen, bei denen sich die Mitarbeiter schneller als das Wetter ändern. Wir haben also eine gute Zukunft vor uns.“

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Grund für diese Prognose ist auch die Entwicklung der Marke Ebel, die er als Geschäftsführer von ILP Luxury in den letzten Jahren wieder auf Kurs gebracht hat.

„Solange wir an unseren Erfolg glauben, werden wir es schaffen. Ebel zeigt dies derzeit in Deutschland mit einer starken Leistung sowohl in Bezug auf Qualität unserer Kunden als auch in punkto Quantität sprich guter Umsätze – auch in Zeiten der Corona-Krise.“

Über zehn Jahre war der Niederländer Loek Oprinsen für den Richemont-Konzern für die Marken Baume & Mercier, Piaget, Vacheron Constantin und Panerai tätig, gefolgt von Cartier, bis es ihn schließlich 2005 zu Ebel führte. Bis 2014 beeinflusste er die Geschicke der Marke maßgeblich, bevor er als Geschäftsführer von ILP viele Luxusuhrenmarken in Sachen Marketing und Vertrieb auf Kurs brachte. Ebel gehört bis heute dazu.

 

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