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Klein, mechanisch und funkelnd

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Das 1929 lancierte Kaliber 101 war eine Revolution in der Uhrmacherkunst für Damen – seine winzigen Maße und sein baguetteförmiger Aufbau boten den Designern ganz neue Dimensionen ästhetischer Möglichkeiten.

Anstatt die Komponenten auf einer einzelnen Platine unterzubringen, wurde für das Kaliber 101 eine Konstruktion verwendet, bei der die Bestandteile des Uhrwerks auf zwei Ebenen übereinander angebracht werden – eine Lösung, die 1925 von der Manufaktur erstmals für das Duoplan-Uhrwerk entwickelt wurde. Die Hemmung befindet sich auf der einen Ebene, Federhaus und Zähne auf der anderen – und die Feder wird über eine flache Krone in der Gehäusebasis aufgezogen.

Das inzwischen über 90 Jahre alte Uhrwerk hat im Laufe der Jahre viele Verbesserungen in Bezug auf Material und Verarbeitung erfahren, doch seine Maße und seine Architektur bleiben unverändert.

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Das derzeitige Uhrwerk der vierten Generation, Kaliber 101/4, besitzt 98 Komponenten (im Vergleich zu den ursprünglichen 78), misst 14 Millimeter x 4,8 Millimeter bei einer Höhe von 3,4 Millimeter (entspricht einem Volumen von 0,2 cm³) und wiegt kaum ein Gramm. Seine Unruh schwingt mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hertz), und die Feder bietet eine Gangreserve von 33 Stunden.

Es gilt immer noch als das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt. Darüber hinaus ist es eines der weltweit ältesten Uhrwerke, die noch immer in Produktion sind.

Im Laufe der Jahre ist das Kaliber 101 in Schmuckuhren von Jaeger-LeCoultre sowie auch in Kreationen anderer Marken zum Einsatz gekommen. Diese seltenen Zeitmesser waren an den Handgelenken außergewöhnlicher Frauen zu sehen, darunter auch Königin Elisabeth II., die bei Ihrer Krönung 1953 ein solches Modell trug – ein Geschenk des französischen Präsidenten.

Für die beiden neuen, diamantbesetzten Zeitmesser haben sich die Kunsthandwerker von JaegerLeCoultre für einen stark an die Juwelierkunst angelehnten Ansatz entschieden – zunächst wurden die Formen der Armbänder und der Stil des Edelsteinbesatzes erarbeitet, dann wurden Gehäuse und Uhrwerke in das Design integriert. Gewöhnlich geht man bei der Gestaltung einer Uhr genau umgekehrt vor:

Man beginnt mit dem Gehäuse und gestaltet anschließend ein passendes Armband. Beide Armbänder wurden aus Rotgold mit Diamantbesatz gefertigt. Hierfür wurden ausschließlich Steine der Klassen IF bis VVS verwendet.

Bei dem neuen Modell „101 Snowdrop“ umrahmt außerdem ein Kranz Diamanten im Tropfenschliff das Zifferblatt in Form einer Blume, und rund um das Armband spiegeln Diamanten das blütenförmige Muster wider.

Das neuen Modell „101 Bangle“ verkörpert einen extravaganten Ausdruck von Feminität, inspiriert von der Geometrie des Art-Déco und den Formen der Moderne des 20. Jahrhunderts.

 

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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