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Juwelier Wichelhaus: „Wir merken extrem, das die Menschen nicht nur klicken, sondern lieber anfassen wollen.“

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Der Sommer hat endlich Einzug gehalten und die zunehmenden Lockerungen nach monatelangem Lockdown sorgen ihrerseits für gut Stimmung. Auch bei den Juwelieren?

WatchPro hat nachgefragt, unter anderem bei Juwelier Wichelhaus in Ahaus. Das Familienunternehmen war im vergangenen Jahr nach dem ersten – aus heutiger Sicht sehr kurzen – Lockdown im April mit viel Optimismus wieder an den Start gegangen.

Im April 2020 ging das Team Wichelhaus nach dem ersten Lockdown hoch motiviert wieder an den Start.

„Ich habe aber eigentlich gar keine Zeit für negative Stimmung, und die bringt auch nichts. Und außerdem war es schon immer so: Optimisten leben länger als Pessimisten“, sagte damals Christian Fleer von Juwelier Wichelhaus.

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Wie die Stimmung bei dem Ahauser Fachgeschäft nach über einem Jahr Corona-Pandemie aussieht, verriet er nun im Interview mit WatchPro. Dabei wird deutlich, dass die Verbindung von On- und Offline bei Wichelhaus nicht mehr wegzudenken ist. Und dabei setzt der Juwelier auch auf kreative und regionale Lösungen.

WatchPro: Wie fühlt es sich an, nach so langer Zeit endlich wieder öffnen zu dürfen?

Christian Fleer: Gut, aber wir hatten, dank des Werkstattbetriebes nicht wirklich geschlossen. Ebenso haben wir Click & Collect rege genutzt und unsere Kunden haben es sehr gut angenommen.

WatchPro: Welche Auflagen müssen Sie aktuell in Ihrer Region erfüllen und als wie störend empfinden Sie und ihrer Kunden dies?

Christian Fleer: Derzeit sind die Auflagen so gering, dass wir nur noch die Maske tragen müssen. Dieses ist zwar hinderlich, aber wir haben uns schon an einiges gewöhnt. Ebenso haben wir nicht nur im Kassenbereich sondern auch über den Bedientheken Plexiglasscheiben.

WatchPro: Nutzen Sie ein App wie Luca?

Christian Fleer: Ja, wir benutzten für die Nachverfolgung sowohl die Luca-App als auch eine lokale App, die ein Ahauser Unternehmen entwickelt hat und die im ganzen Kreis zunehmend eingesetzt wird, die Chayns-App von Tobit Software.

WatchPro: Wie würden Sie den Nachholbedarf Ihrer Kunden einschätzen? Sind diese in Shoppinglaune? Was wird besonders nachgefragt?

Christian Fleer: Auch im Jahr 2021 ist der Nachholbedarf hoch, da die Reisebranche aufgrund der internationalen Bedingungen noch zurückhaltend ist. Die Shoppinglaune ist hoch, und wir merken extrem, das die Menschen nicht nur klicken sondern lieber anfassen wollen. In Ahaus gibt es einen Werbefilm der dieses noch einmal besonders unterstützt.

WatchPro: Wie zuversichtlich sind Sie nun, dass die Zeichen auch weiterhin auf Normalisierung stehen und dass es keine Rückkehr in einen Lockdown geben wird?

Christian Fleer: Wir sind optimistisch, dass es weiterhin mit der Inzidenzzahl zurückgeht, da die Impfqoute bei uns im Kreis Borken schon fasst bei 55 Prozent liegt.

WatchPro: Was hat sich in den zurückliegenden Monaten bei Juwelier Wichelhaus durch die Pandemie verändert, zum Beispiel in punkto Digitalisierung?

Christian Fleer: Einiges. Unser digitales Angebot wird ständig erweitert, da es jetzt kaum einen Weg ohne Online/Offline-Angebot gibt. Gerade in Ahaus gibt es einige Ansätze, die Digitalisierung voranzutreiben. Ein Beispiel isz www.aufhaus.de. Hier können Waren direkt erworben werden, auch zu Zeiten, in denen unser Geschäft bereits geschlossen hat.

WatchPro: Welche Erfahrungen während der Pandemie haben Ihnen besonders viel Zuversicht gegeben? Wovon waren Sie besonders enttäuscht?

Christian Fleer: Ein gut aufgestelltes Geschäft mit Menschen und Service hat auch in Pandemie- und Lockdown-Zeiten eine sehr große Bedeutung für die Kunden. Da gilt es, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich Extras zu überlegen, damit die Kunden in das Geschäft kommen und vor Ort auch kaufen.

Entäuscht sind wir von einigen Lieferanten, die vor lauter Kurzarbeit vergessen haben, dass es auch eine Zeit der Wiedereröffnung und der notwendigen Erreichbarkeit gibt.

WatchPro: Auch Sie werden eine Menge digitale Meetings, Webinars und dergleichen gehabt haben. Haben Sie dies als einen gute Alternative für den echten physischen Kontakt gesehen, zum Beispiel auch bei Neuheiten-Präsentationen?

Christian Fleer: Auch hier macht es wieder die Mischung, nur digital ist nicht gut, aber nur physisch ist manchmal auch zu kompliziert.

WatchPro: In Deutschland sind für den Herbst mit AEON ein ganz neues Branchen-Event und mit The Show eine Veranstaltung angekündigt, die letztes Jahr Premiere feierte. Können Sie sich vorstellen, daran teilzunehmen, oder warten Sie, bis die großen Branchenmessen wieder stattfinden werden?

Christian Fleer: Wir freuen uns auf diese Events und versuchen auf jeden Fall, an einem Termin teilzunehmen. Hamburg ist immer eine Reise wert, aber auch München (Inhorgenta) habe ich dieses Jahr vermisst.

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