Home Galerien

INTERVIEW: Omegas Timekeeping-Chef Alain Zobrist trackt die Olympioniken in Tokio

0

Mit etwas Verzögerung wird Omega im Land der aufgehenden Sonne dieses Jahr abermals die Ehre zuteil, olympische Träume aufzuzeichnen.

Zum insgesamt 29. Mal wird das Unternehmen seine Rolle als offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele wahrnehmen und dabei seine fast 90-jährige Erfahrung einbringen.

Warum das mehr als das Betätigen einer Stoppuhr ist und weshalb die Marke für Tokio 400 Tonnen Gepäck dabei hat, erläutert Alain Zobris im Gespräch mit WatchPro Deutschland.

WatchPro: Warum ist Zeitmessung im Sport mehr als das Betätigen einer Stoppuhr?

Alain Zobrist: Seit Sportveranstaltungen mit Stoppuhren gemessen wurden, haben wir uns in der Tat weiterentwickelt. So hatten wir 1932 angefangen, als wir jede Disziplin mit 30 Chronographen stoppten. Der Hauptgrund, sich stetig zu verbessern, ist größere Präzision.

Wenn Menschen Uhren betätigen, müssen Sie immer menschliche Fehler einkalkulieren. Zumal die Zeitnehmer ja mit dem bloßen Auge bestimmen müssten, wer zuerst über die Ziellinie kommt. Das wäre heute unmöglich, wenn man die knappen Zeitdifferenzen bedenkt und es wäre nicht fair für die Athleten.

WatchPro: Was war die einschneidendste Veränderung in der Geschichte der olympischen Zeitmessung der vergangenen Jahrzehnte?

Alain Zobrist: Die größte Veränderung gab es in den späten 1940er-Jahren mit der Einführung der Fotozellen-Technologie, welche zu solch unglaublichen Entwicklungen wie unserem Quantum Timer geführt hat, der eine Millionstel-Sekunde messen kann.

Wir messen zwar in keiner olympischen Disziplin auf die Millionstel-Sekunde, da solche Differenzen hier nicht nützlich sind, aber die Tatsache, dass diese Technologie existiert, geht auf die richtungsweisende Veränderung von 1948 zurück.

WatchPro: Was qualifiziert gerade Omega, nun schon seit 1932 für die Zeitmessung bei den Olympischen Spielen verantwortlich zu sein.

Alain Zobrist: Ein Teil meiner Antwort liegt schon in der Frage. Die Tatsache, dass wir – wenn Sie Tokio 2020 mitrechnen – seit 1932 29 Mal offizieller Zeitnehmer waren. Wir bringen einen großen Erfahrungschatz mit und haben über die Jahre bahnbrechende Technologien eingeführt, die die Zeitmessung transformiert haben.

Zum Beispiel die Touchpads beim Schwimmen, mit denen die Schwimmer ihre Zeit selbst stoppen können, oder die integrierten Startblöcke, die einen Fehlstart erkennen. Und natürlich die Fotofinish-Kameras, die 10.000 digitale Bilder pro Sekunde aufnehmen.

WatchPro: In Tokio kommen 400 Tonnen Gerät für die Zeitmessung zum Einsatz. Worum handelt es sich dabei, dass ein solch hohes Gewicht zusammenkommt?

Alain Zobrist: Wir bringen von Computern über Anzeigetafeln bis hin zu Startblöcken alles mit. Und vergessen Sie die Berge von Kabeln nicht. Es ist ein großes Unterfangen und ist über die Jahrzehnte immer weiter gewachsen.

WatchPro: Welche Sportart stellt die Zeitnahme vor die größten Herausforderungen, warum?

Alain Zobrist: Jede Disziplin hat ihre Herausforderungen, aber wir gehen alle gleich an. Damit meine ich, dass wir gut vorbereitet und geübt sind und dass wir mögliche Stolperfallen auf dem Schirm haben. Gleichbleibend gut zu sein ist wichtig, und es ist eher eine andauernde Herausforderung statt einer großen alleinstehenden.

WatchPro: An welchen Neuheiten/Neuerungen im Bereich der Zeitmessung arbeitet Omega aktuell beziehungsweise welche kommen bereits in Tokio zum Einsatz?

Alain Zobrist: Wir arbeiten ständig an neuen Technologien, denn unser Ziel ist es, den Athleten zu dienen, wir stehen also niemals still.

In Tokio werden wir Bewegungssensoren und Positionstechnologien nutzen, wodurch die Performance eines Athleten vom Start bis zum Ziel getrackt werden kann. Zudem erhalten wir dadurch spannende Daten für unsere Anzeigetafeln und können somit einerseits das Erlebnis für die Zuschauer verbessern und andererseits den Sportlern und Trainern wichtige Insights liefern.

In Tokio werden wir alle Leichtathletiksportler mit Transpondern ausstatten, welche sich in der Startnummer befinden. Beim Schwimmen und beim Volleyball nutzen wir unsere Tracking-Kameras.

WatchPro: Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen der Sportzeitmessung und den „normalen“ Uhren von Omega?

Alain Zobrist: Mit jeder Veranstaltung lernen wir mehr über Präzision, sodass wir unsere Technologie, unsere Fähigkeiten und unser Wissen ständig verbessern können. Die Olympischen Spiele inspirierten zudem das Design einiger Uhren in Bezug auf Farben und Materialien.

Ich denke aber, dass die größte Überschneidung das Vertrauen ist, das wir durch unsere wichtige Rolle als offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele erfahren.

Uhrenkäufer stellen umgehend eine Verbindung her zwischen einem Sportzeitmesser, der Technologie entwirft, die auf die Mikrosekunde messen kann, und der Uhr, die sie an ihrem Handgelenk tragen. Die eigenen Fähigkeiten vor einem Millionenpublikum beweisen – das trifft sowohl auf Athleten als auch auf Omega zu.

NO COMMENTS

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Exit mobile version