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Initiative „Händler helfen Händlern” und führende Handelsverbände stellen konkrete Forderungen an die Bundesregierung

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Die Initiative “Händler helfen Händlern” startete am 19. März 2020 als Reaktion auf die angeordnete Schließung nicht systemrelevante stationäre Geschäfte infolge der Corona-Pandemie.

Dazu haben führende mittelständische Handelsunternehmen eine Gruppe auf der Karriereplattform LinkedIn ins Leben gerufen, die betroffene Unternehmer und Unternehmerinnen informiert und untereinander vernetzt. Die Gruppe zählt nach nur vier Tagen 800 Mitglieder, darunter Händler, Handels- und Wirtschaftsverbände, Journalisten und Handelsexperten.

„Wir arbeiten gerade mit aller Kraft an einer schnellen Unterstützung für regionale, stationäre Händler, die von der Ladenschließung extrem getroffen sind,” so Marcus Diekmann, CEO von Rose Bikes und Mitinitiator von „Händler helfen Händlern”.

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Die Idee ist es, den stationären Händlern ein IT-Netzwerk zur Verfügung zu stellen, auf dem sie ihre Filialbestände hochladen und zum Beispiel durch Taxen, Lieferdienste, Getränkelieferanten und andere regionale Logistikdienstleister versenden können.

Gemeinsam mit den deutschen großen Handelsverbänden HDE, bevh, dem Bundeswirtschaftssenat des BVMW, IFH Köln und dem Kompetenzzentrum Handel soll nun der Druck auf die Wirtschaftspolitik erhöht werden.

Gefordert werden pragmatische, finanzielle Mittel für die vom Lockdown betroffenen Unternehmen im Handel.

In einer Videokonferenz haben sich Marcus Diekmann, und Stephan Tromp (HDE), Martin Groß-Albenhausenn (bevh), Boris Hedde (IFH), Frank Rehme (Kompetenzzentrum Handel) und Günter Hübner (Bundeswirtschaftssenat des BVMW) auf eine klare Forderung für die Hilfskredite und Fördermittel an den Staat und die Politik in der Corona-Krise verständigt.

Grundsätzlich wird die Entscheidung der Bundesregierung begrüßt, kurzfristig ein Budget von 150 Milliarden € als Hilfsmaßnahme zur Verfügung zu stellen.

In einer gemeinsamen Erklärung betonen „Händler helfen Händlern” und Handelsverbände jedoch, dass ihnen diese Maßnahmen nicht weit genug gehen und häufig an noch nicht ausreichend geklärten bürokratischen Hürden, wie zum Beispiel Ratingverfahren und fehlenden inhaltlichen Rahmenbedingungen der Hilfsprogramme scheitern.

Pragmatische, finanzielle Soforthilfen sind dager erforderlich. Ziel muss es sein, die Liquidität kurzfristig zu sichern und Zeit zu gewinnen, um sich auf die Anforderungen der Nach-Corona-Zeit strategisch vorzubereiten.

Folgende konkrete Forderungen stellen die Initiative “Händler helfen Händlern” und die Handelsverbände:

  1. Die Hilfsprogramme müssen für alle kleinen und mittelständischen Handelsunternehmen gelten.
  2. Auf den Nachweis der positiven Fortführungsprognose wird verzichtet.
  3. Es wird Unterstützung in Form von Betriebsmittelkrediten gewährt. Berechnungsgrundlage über die Höhe der Kredite sind die Ausgaben für Betriebsmittel, die in den letzten sechs Monaten aufgewendet wurden (Mieten, Personal, Werbekosten, I T, etc.) sowie die offenen Posten aus dem Wareneinkauf (Lieferungen und Leistung en). Als Nachweis dient pragmatisch der BWA und die Summen- und Saldenliste.
  4. Das Betriebsmitteldarlehen wird drei Jahre tilgungsfrei gewährt, damit die Unternehmen nach der Krise die Chance haben, Liquidität aufzubauen, wieder Gewinn e zu erwirtschaften und kapitaldienstfähig zu bleiben.
  5. Das Betriebsmitteldarlehen wird zu einem effektiven Zinssatz von Null Prozent und ohne weitere Gebühren oder Aufschläge – auch nicht seitens der begleitenden Hausbanken – gewährt.
  6. Die Rückführung der Kredite ist variabel. Die Unternehmen dürfen selbst entscheiden, wann und in welcher Höhe sie zurückführen. Endfälligkeit ist nach fünf bis sieben Jahren.
  7. Gesamtlaufzeit beträgt maximal acht Jahre.
  8. Die 90-prozentige Haftungsfreistellung gilt nicht nur für Banken sondern auch für Unternehmen.

„Der Handel benötigt unbürokratischer Fördergelder und Hilfen, die nicht schon am Antragswesen scheitern oder bei den Betroffenen gar nicht ankommen”, fordert Marcus Diekmann und führt weiter aus:

„Außerdem müssen wir sicher stellen, dass die Tilgung der finanziellen Mittel seitens der Händler erst mittelfristig erfolgen müssen. Wir müssen eine Chance bekommen, den Handel nach der Krise wiederaufzubauen. Die Einbußen, die durch den Lockdown im Handel entstehen, sind unmöglich in zwölf Monaten wieder aufzuholen.”

Tags : bevhBVMHCoronaEinzelhandelHändler helfen HändlernHDEIFHKompetenzzentrum Handel
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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