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Heepmanns Kolumne: Schon wieder eine neue Uhrenmarke!

Antje

Es wäre nicht die erste über Crowdfunding finanzierte Microbrand im Uhrenbereich, die zunächst rein online mit nur einem oder wenigen Modellen gestartet ist, um später den Weg in die Sortimente des Uhrenfachhandels zu finden. Die Rede ist von Vintro Watches.

Sternglas ist ein solches Beispiel. Die Hamburger Marke nahm 2016 auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ihren Anfang und wurde zunächst direkt und online vertrieben. Mittlerweile verfügt Sternglas aber auch über ein solides Händlernetz in Deutschland.

Eine ebenfalls von “Uhren-Verrückten” als Startup ins Leben gerufene Marke, die auch 2016 ganz klein mit reinem Direkt-Vertrieb begonnen hat, ist Lilientahl Berlin. Heute werden auf der Homepage über 80 Händler in Deutschland als Verkaufspunkte ausgewiesen.

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Lilienthal-Mitbegründer Jacques Colman erläutert den reinen Online-Start damit, dass ihnen am Anfang schlichtweg die Kapazitäten gefehlt hätten, um ein Händlernetzwerk aufzubauen.

Bislang hat die Marke über alle Kanäle hinweg nach eigenen Angaben fast 100.000 Uhren verkauft. Die Bezeichnung Microbrand ist damit Geschichte.

Microbrands mischen den Markt auf

Ob Vintro Watches diesen Weg gehen wird, wird sich zeigen. Noch steht die Marke aus Aalen ganz am Anfang und wagt ihre ersten Schritte im Uhrenmarkt. Potenzial, „erwachsen“ zu werden, und zwar mit einem erfolgversprechenden Omni-Channel-Ansatz, bringt sie mit.

Die junge Marke ist durchaus interessant – oder kann es werden. Mindestens ebenso interessant ist, was Theodossios Theodoridis vom Uhrenblog zeigr.com zu den Microbrands sagt:

„Seit einigen Jahren nimmt die Zahl kleiner, feiner und schnell erfolgreich werdender Uhrenmarken zu. Insbesondere in den Preiskategorien unter 1.000 und 500 Euro. Grund für den Erfolg: Hinter den neuen Labels stecken mitunter echte Uhrenenthusiasten und Sammler von Vintage-Uhren, die sehr genau wissen, was sich andere Uhren-Fans weltweit wünschen – und es kurzerhand in Kleinauflagen produzieren. CrowdfundingPlattformen machen es möglich.“

Zu diesen passionierten Uhrenliebhabern, die sich in der Welt der Hersteller und Marken versuchen, gehört nun auch Uli Baka mit seiner Marke Vintro Watches.

Im Sommer 2019 finanzierte er auf Kickstarter erfolgreich den „RetroChronograph Le Mans 1952“. Seit kurzem ist der auf je 500 Stück limitierte, in Pforzheim gefertigte und in drei Zifferblatt-Varianten verfügbare Zeitmesser erhältlich – natürlich „nur“ online. Die Automatik-Version gibt es für 599, die Quarz-Variante für 269 €.

Uhrenhistorie, nostalgisches Design, Wechselbändern inklusive Werkzeug und Ersatzfederstege, und eine Spende bei jeder verkauften Uhr für den guten Zweck – Käufer von Uhren von Microbrands wie Vintro bekommen zwar keinen großen Namen, aber dennoch in der Regel viel geboten.

Verkauft sich das erste Modell an die Online-Community der Uhren-Enthusiasten gut, wird vielleicht auch Vintro Watches erwachsen werden und bald die Vitrinen der Juwelieren zieren.

Tags : kickstarterLilienthalMicrobrandsStartupsSternglasVintro
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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