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Heepmanns Kolumne: Rolex-Sportuhren verlieren als Investment-Produkt

Rolex

Und es scheint sich tatsächlich eine Ende der Geschichte abzuzeichnen, in der die sogenannten Einhornuhren nur zu dem Zweck gekauft wurden, sie möglichst schnell und gewinnbringend auf dem Secondhand-Markt wieder zu verkaufen.

Antje Heepmann, Redaktion WatchPro Deutschland

Der Markt scheint sich zu regulieren. Es ist nicht mehr uneingeschränkt erstrebenswert, den Markt auf der Suche nach einer totsicheren Investition nach Modellen wie „Submariner“, „Daytona“ und „GMT Master“ aus Edelstahl zu durchforsten.

Erstens sind deren Verkaufspreise auf Plattformen wie Watchfinder, Chrono24 und WatchBox in den letzten sechs Monaten um zehn bis 15 Prozent gesunken. Grund hierfür ist auch, dass Händler auf dem Secondhandmarkt in den letzten Jahren verbissen darum gekämpft haben, diese Uhren mit so geringen Margen anzukaufen, dass auch die Verkaufspreise gesunken sind.

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Zweitens sind die Wartelisten für den Kauf dieser Uhren bei autorisierten Händlern sehr lang. Bei der Dubai Watch Week sagte Ahmed Seddiqi & Sons, der größte Uhrenhändler im Nahen Osten, dass die Wartezeiten bei einigen Modellen über zehn Jahre lang wären, aber nur solche Kunden an die Spitze einer solchen Liste kommen würden, die sie regelmäßig bei ihm Uhren kaufen würden.

“Einige Referenzen haben eine Warteliste von zwölf Jahren. Kunden, die eine, zwei, drei, vier oder fünf Uhren kaufen, erhalten möglicherweise einen Pepsi als Weihnachtsgeschenk”, sagte der Chief Commercial Officer des Unternehmens, Mohammed Seddiqi auf der Dubai Watch Week.

Dies bedeutet, dass es für einen Wiederverkäufer mittelweile fast unmöglich ist, eine der begehrten Uhren zu bekommen, um sie mit großem Gewinn weiterzuverkaufen. Denn:

Drittens werden Personen, die es dennoch schaffen, eine solche Investment-Uhr zu kaufen und mit Gewinn zu verkaufen, von Marken, Einzelhändlern und manchmal auch von beiden auf die schwarze Liste gesetzt. Seriennummern können bis zu einem autorisierten Händler zurückverfolgt werden, der die Uhr an einen Wiedervekäufer verkauft hat. Der Kunde kann so identifiziert werden und:

“Sie werden nie wieder eine Uhr von uns bekommen”, sagte Seddiqi. 

Echte Sammler und Liebhaber sind also die einzigen, die noch die Chance haben, diese Einhornuhren zu kaufen. Wenn sie sie schnell mit hohem Gewinn wieder verkaufen, laufen sie Gefahr, dass sie bei autorisierten Händlern keine Uhren mehr bekommen. Die Preisblase könnte platzen.

 

 

Tags : pre-ownedRolexSecondhandSeddiqi
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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