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Heepmanns Kolumne: Nach der Krise kommt die „Explosion der Lebensfreude“

Corona_Italien

Ich will ehrlich sein. Die gesamte Corona-Krise erschüttert mich sehr, vor allem, wenn ich die Bilder aus Norditalien sehe, die Berichte vom verzweifelten Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals um jeden Patienten lese und sehe, wie Verstorbene vom Militär in die überlasteten Krematorien transportiert werden müssen. Das macht mir Angst.

Antje Heepmann, Redaktion WatchPro Deutschland

Und ja, auch ich habe sicher ein Paket Nudeln mehr in meinen Schrank stehen als sonst. Auf der anderen Seite amüsiert man sich auch über die vielen – mal mehr mal weniger gelungenen – Scherze und Videos, in denen es zum Beispiel darum geht, wie man sich die Zeit in der Quarantäne vertreiben kann. Letzteres ist sicher auch ein Zeichen dafür, dass wir uns alle gegen Trübsinn und Hoffnungslosigkeit wehren wollen, und einfach nur versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

“Explosion der Lebensfreude”

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Da kommen solche Äußerungen wie von Franco Ferrarotti, der als Vater der italienischen Soziologie gilt, gerade Recht und lassen ein Fünkchen Optimismus aufflammen. Der 93-Jährige, der schon viele Krisen mit- und überlebt, sagte im Gespräch mit der Tagesschau:

“Ich glaube, wenn die Krise vorrüber ist, werden wir eine enorme Wiederkehr von Lebensfreude und Lust am Wiederaufbau erleben.“ Es werde „in ganz Europa eine unglaubliche Explosion an Lebensfreude geben.“

Trotz aller Dramatik sieht er im Coronavirus auch eine Chance: „Das wird eine grundlegende, positive Erfahrung von Leben sein, gemeinsam die Krise durchzustehen. Für Europa, und, ich würde sagen, für die gesamte Menschheit.“

Und dafür lohnt es sich doch, durchzuhalten, die aktuellen Einschränkungen zu befolgen und hinzunehmen.

Natürlich: bei vielen oder wahrscheinlich sogar den meisten schwingt verständlicherweise eine ordentlich Portion Zukunftsangst mit. Und vermutlich liegen nicht nur schwierige Wochen, sondern schwierige Monate oder sogar Jahre vor uns.

Aber es wird ein Leben nach Corona geben, und darauf gilt es, sich jetzt schon vorzubereiten. Das gilt insbesondere für Freiberufler, Unternehmen und natürlich auch für Juweliere.

„Die Corona-Epidemie stellt den Einzelhandel vor sehr goße Herausforderungen. Viele Unternehmen müssen schließen, die verlorenen Umsätze liegen pro Tag bei rund 1,15 Milliarden Euro. Der Handel braucht jetzt Unterstützung“, fordert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Und HDE-Präsident Josef Sanktjohanser warnte in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Durch massive Umsatzausfälle werden tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet.“ Große Kauf- und Warenhausunternehmen, Fachmarktketten, kleine Geschäfte und Tausende von Mittelständlern seien in ihrer Existenz massiv gefährdet. Er forderte deshalb Soforthilfen für die Branchen.

Wie diese aussehen können, hat der HDE ein einem Acht-Punkte-Programm für den Einzelhandel zusammengefasst.

Ratschläge, wie man durch die Krise kommen und welche Unterstützungsmaßnahmen es gibt, geben auch die Branchenverbände BVJ und BVSU.

 

 

Tags : BVJBVSUCorona;HDEEinzelhandelHeepmannKolumne
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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