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Heepmanns Kolumne: Ich bestehe auf der Inhorgenta 2022!

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Auch wenn man sie schon fast erwartet hatte, die definitve Absage der Inhorgenta 2021: Im ersten Moment war man doch ein wenig schockiert.

Für Leute wie mich, die seit 20 Jahren alljährlich den Münchner Branchentreff nutzen, um bestehende Kontakte aufzufrischen, das Netzwerk zu erweitern, Neuheiten zu entdecken und Inspirationen zu bekommen, wird etwas fehlen.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits ab Frühjahr mit echten, großen Messen Schluss war, und man im Sommer während der kurzen Corona-Atempause jede Gelegenheit für den persönlichen Branchenkontakt genutzt hatte, wandelte sich ab Herbst das Bild wieder.

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Antje Heepmann, Redaktion WatchPro Deutschland

Dennoch: Nach der Verschiebung der Inhorgenta in den April 2021 hatte ich mich schon darauf gefreut, nach Messeschluss bei frühlingshaften Temperaturen das ein oder andere Fachgespräch in einem bayerischen Biergarten fortzusetzen. Als sich dann herausstellte, dass es vor Sommer in keinem Fall etwas mit der Inhorgenta werden würde, bin ich in Gedanken meine sommerliche Business-Garderobe durchgegangen. Und jetzt das: seit 20 Jahren das erste Jahr ohne Inhorgenta!

Nach der ersten Enttäuschung – nicht nur ob der verpassten Gelegenheit, den neuesten Jumpsuit endlich einmal ausführen zu können – machte sich sofort Verständnis breit.

Nichts Genaues weiß man nicht, und das vermutlich noch ziemlich lange. Wer weiß schon, was im Sommer oder Herbst sein wird? Was wird möglich und erlaubt sein, wer will und möchte reisen, wie voll sind die Läger der Juweliere? Alle Antworten darauf wären zum jetzigen Zeitpunkt reine Kaffeesatzleserei und keine Grundlage für ein seriöses Messekonzept.

„Selbst wenn im ersten Halbjahr aufgrund der örtlichen Situation in München die Durchführung einer Präsenzmesse möglich sein sollte, könnte die Inhorgenta Munich ihrem Anspruch als internationale Leitveranstaltung auf Erfolgskurs gegenüber ihren Kunden unter diesen Voraussetzungen leider nicht gerecht werden“, sagt daher Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. „Deshalb haben wir entschieden, die Inhorgenta Munich 2021 abzusagen.“

Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V., kommentierte die Absage der Inhorgenta bei der gestrigen digitalen Pressekonferenz des Verbandes so:

Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V

„Die Entscheidung dazu wurde letzte Woche im Fachbeirat ausführlich diskutiert, wobei sich die Verbände dabei sehr zurückgehalten und die Austeller haben sprechen lassen. Der einzige Zeitpunkt, an dem eine physische Inhorgenta vielleicht hätte stattfinden können, wäre der September gewesen. Dann wäre aber die Ausstellerzahl sicher stark dezimiert gewesen. Zum einen, weil vermutlich die internationalen Aussteller dann noch nicht hätten anreisen können oder wollen. Zum anderen hätte eine Inhorgenta 2021 im September nur fünf Monate vor der Inhorgenta 2022 stattgefunden. (…) Auch auf der Besucherseite hätte man im September von einem starken Rückgang ausgehen müssen. All das hätte sich wiederum negativ auf die Marke der Inhorgenta ausgewirkt, die die Messe in den letzten Jahren gemeinsam mit den Ausstellern und Besuchern erarbeitet hat. Deshalb ist die Entscheidung bitter, aber aus meiner und unserer Sicht richtig.“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Eine Messe mit Hängen und Würgen durchzuführen, ist absolut kontraproduktiv und wird nur negative Stimmung verbreiten. Davon haben wir auch so schon genug.

Und ich bin mir sicher: Falls im Sommer Reisen und Treffen in größeren Gruppen wieder möglich sein werden, dann wird der Wunsch danach so groß sein, dass es die Branche ausnahmsweise auch einmal ohne Inhorgenta schaffen wird, zusammenzufinden.

Aber: Ich bestehe auf der Inhorgenta 2022!

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