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Heepmanns Kolumne: Die HourUniverse als ganzjähriges Networking- und Erlebnis-Festival – „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“

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Eines muss man Michel Loris-Melikoff lassen. So schnell lässt er sich nicht ins Bockshorn jagen. Nicht von den Unkenrufen, dass man mit einem zukunftsorientierten Nachfolge-Event zur Baselworld eh viel zu spät dran wäre und auch nicht davon, dass die dringend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen der MCH Group als Veranstalterin noch immer nicht in trockenen Tüchern sind.

Gestern wurde das Konzept der HourUniverse vorgestellt. Überaus selbstbewusst ist die Rede von einer vollkommen neuen Art von Plattform: „Sie sprengt die Grenzen zwischen der digitalen und der physischen Welt auf eine Weise, die es in der Uhren-, Schmuck- und Edelsteinindustrie bisher noch nicht gegeben hat.“

Und konkret losgehen soll es schon zwei Monate vor dem geplanten physischen Event vom 8. bis 12. April in Basel.

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Ab Februar 2021 will die Houruniverse „aktiv die Uhren- und Schmuck-Community mit ihren neuen Interaktionsmöglichkeiten global und ganzjährig versammeln, ohne auf Reisebeschränkungen Rücksicht nehmen zu müssen.“

„Auf dieser Plattform werden die Akteure des Ökosystems unter anderem sich und ihre Aktivitäten präsentieren, Produktneuheiten lancieren, die Reichweite ihrer Marke vergrössern und relevante Geschäftskontakte knüpfen. Dank eines großen Angebots an Dienstleistungen und Funktionen wird dieses neue digitale Universum zu einer Drehscheibe für Business, Networking, Informationsaustausch, Vermittlung von relevanten Inhalten, sowie Konferenzen mit Livestreaming. Die Plattform ist auch für Marken gedacht und ermöglicht ihnen, ihre Inhalte wie Produkteinführungen, Pressekonferenzen, Keynotes und Seminare – live und/oder interaktiv, in ihrem eigenen Unternehmensumfeld zu pushen, und falls gewünscht, mit selektivem Zugang. (…) Hier wird die Zukunft gestaltet: die Wandlung einer Messeveranstaltung in eine digitale, globale Plattform, die ganzjährig aktiv ist.“

Vom 8. bis 12. April steht dann die Halle 1 in Basel zur Verfügung, damit sich die Community physisch treffen kann. Abgestimmt wurde der Termin mit den Genfer Salons, heißt es in der Pressemitteilung.

„HourUniverse präsentiert sich dann in einer urbanen, qualitativ hochwertigen Ambiance und moderner Ästhetik, welche die heutige vernetzte Welt der Uhren- und Schmuckbranche widerspiegelt.“

Dazu gehören weitläufige offene Räume, Pop-up-Stores, Pavillons, Touch & Feel-Zonen, Kennenlern-Ateliers, thematische Ausstellungen, Collectors’ Corners, Virtual Viewing Rooms, ein Forum mit einem hochkarätigen Programm an Vorträgen und live übertragenen Debatten, ein Auktionsraum sowie ein attraktives Gastronomieangebot. „Die Show ist als Festival konzipiert, mit einer offenen und inspirierenden Atmosphäre. Geplant sind tägliche Frühstücksbuffets, Happy Hours, Get-together-Anlässe, Aftershow-Partys und natürlich eine Welcome- und eine Abschiedsparty, um das Networking und den Live-Austausch anzuregen.“

Aufgerufen, Teil der digitalen wie auch physischen Plattform zu werden, sind etablierte Unternehmen genauso wie Start-ups, Schmuck- und Uhrenmarken ebenso wie Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Distribution,Technologie, Dienstleistung und Marketing sowei Verkaufsplattformen von CPO-Uhren.

„Im Rahmen des neuen Konzeptes wurde auch die gesamte Willkommensstruktur vor Ort überarbeitet. Die Preispolitik wurde markant angepasst, um den Teilnehmenden einen attraktiven Gegenwert sowie massgeschneiderte Angebote zu offerieren. Aussteller und Besucher können künftig außerdem von adäquaten Unterkünften zu attraktiven Konditionen profitieren“, betont die HourUniverse mit Blick auf die oft beklagten überzogenen Hotel- und Gastronomiepreise in Basel einerseits und die immensen Kosten für eine Baselworld-Teilnahme andererseits.

Zusammengefasst soll die HourUniverse eine digitale Networking-, Business-, Informations- und Content-Plattform mit 365-Tage-Präsenz sein. „Das Ziel von HourUniverse ist es, ein globales, vielschichtiges und vernetztes Universum aufzubauen und der gesamten Uhren- und Schmuck-Community zukunftsgerichtete, relevante Services-Instrumente zur Verfügung zu stellen.

Antje Heepmann, Redaktion WatchPro Deutschland

Das klingt nach unverzichtbarer Pflichtveranstaltung für alle Akteure der weltweiten Uhren- und Schmuckbranche.

Aber: die großspurige Ankündigung muss auch mit konkreten Inhalten gefüllt werden.

Denn eine Art Rundumschlag, der alle nur denkbaren Wünsche und Bedürfnisse der globalen Uhren- und Schmuck-Community abdeckt, birgt auch Gefahren. Keine Frage, es kann und wird hoffentlich gut gehen.

Es besteht aber auch die Gefahr, dass die HourUniverse zu viel auf einmal will, anstatt einzelne Askpekte erst einmal fest zu etablieren, um dann gezielt zu expandieren. Es kann auch der Eindruck einer gewissen Beliebigkeit entstehen: der große Bauchladen, der von alles etwas zu bieten hat, aber ohne qualitative Tiefe in einzelnen Bereichen.

Aber: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Die Hoffnung, dass viele der ganz großen Marken vertreten sein werden, kann aber vermutlich schon jetzt begraben. Zum einen nennt die Messe selbst noch keine potentiellen Aussteller, zum anderen verweist sie darauf, dass der Termin im April mit den Genfer Salons abgestimmt ist.

Marken von LVMH und Richemont darf man dann wohl nicht erwarten, auch die Swatch Group wird wohl ihr eigenes Ding machen. Und von einer Rückkehr von Rolex, Patek Philippe, Chopard, Tudor und Chanel träumt wohl selbst die HourUniverse nicht.

Aber wer weiß, vielleicht rauft sich die gesamte Schweizer Uhrenbranche ja doch noch einmal zusammen – manchmal werden Träume ja auch wahr.

Oder der Slogan der HourUniverse: It’s We Time.

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