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Heepmanns Kolumne: Der jüngste „Nautilus“-Rekordpreis schockiert autorisierte Händler

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Bei der Antiquorum-Auktion in Monaco letzte Woche erzielte nicht nur die originalverpackte, nigelnagelneue „Nautilus“ mit olivgrünem Zifferblatt mit 416.000 € einen schockierend hohen Preis.

Auch Modelle von Audemars Piguet (286.000 €), A. Lange & Söhne (273.000 €)und F.P. Journe (650.000 €) kamen für Beträge unter den Hammer, bei denen autorisierte Händler nur noch den Kopf schütteln können.

So lautet ihr UVP für die erst in diesem Jahr lancierte grüne „Nautilus“ „gerade einmal“ 30.100 €. Aber schon jetzt müssen sie mit ansehen, wie die wenigen verfübaren Modelle für das zehnfache und mehr gehandelt und nun sogar eine originalverpackte, versiegelte, garantiert ungetragene Version versteigert werden.

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Ein autorisierter Patek-Philippe-Händler kann mit der Zuteilung von maximal zwei Exemplaren dieses Modells rechnen und er wird angehalten, diese zum UVP anzubieten, vor der Übergabe an den neuen Besitzer die Original-Kunststofffolie zu entfernen und zu verhindern, dass die Uhren in die Händer von Flippern geraten. Denn diese kaufen nur, um mit einem gewaltigen Aufschlag wieder zu verkaufen.

Das bedeutet eine Menge Arbeit und eine hohes Risiko für den Händler, die Marke zu verlieren. „Wenn ich den Beweis habe, dann handle ich“, warnt Thierry Stern, Präsident von Patek Philippe, vor einiger Zeit.

Wie die umstrittene grüne „Nautilus“ bei Antiquorum gelandet ist, ob gezielt oder versehentlich, ist nicht bekannt. Anhand der Seriennummern für Uhr und Uhrwerk kann Patek Philippe jedoch den autorisierten Händler ausmachen, an den die Uhr geliefert wurde.

Diese Entwicklung gefällt auch Patek Philippe nicht. Denn, die steigenden Preise auf dem Primärmarkt hätten auch das Kundenprofil von Patek Philippe verändert. „Wir verlieren so viele Menschen, die Uhren lieben, weil sie es sich nicht mehr leisten können”, so Stern. „Wir gewinnen aber auch eine ganz neue junge Generation, die sehr erfolgreich ist, viel Geld verdient und bereit ist, in eine Patek zu investieren.“ Und dies sollte aber beim autorisierten Händler geschehen.

Die Manufaktur hatte bereits bei der Vorstellung der „Grünen“ damit gerechnet, dass der Pre-owned-Markt verrückt spielen würde.

Was könnte eine Lösung sein? Eine Lösung, die das Interesse wieder auf den Händler, auf die Schönheit der Uhr und weg vom reinen Investitiondenken führt?

Patek Philippe hat vor kurzem eine neue Produktionsstätte eröffnet, die es ermöglichen würde, mehr Uhren herzustellen.

Aber Thierry Stern sagt, dass er die Produktion nicht über 60.000, 70.000 Einheiten pro Jahr erhöhen wird. Stattdessen will man sich auf die Herstellung komplexerer und anspruchsvollerer Uhren konzentrieren.

Dies könnte Teil einer Lösung sein: Anstellle einer relativ einfache Edelstahl-Dreizeiger-Automatikuhr wie die „Nautilus“ herzustellen, sollte Patek Philippe vielleicht besser wieder nur Uhren aus Edelmetallen oder mit mehreren Komplikationen und Verkaufspreisen im sechsstelligen Bereich herstellen.

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