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Heepmanns Kolumne: Bei der German Watch Study 2021 von Deloitte lohnt der zweite Blick

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Die German Watch Study 2021 von Deloitte in Kooperation mit der Inhorgenta Munich zeigt fünf Herausforderungen für die deutsche Uhrenindustrie auf: Online-/Offline, Smartwatches, Preissensibilität, neue Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit.

Und selbst wenn die Studie den Smartwatches einen Boom und dem Onlineshopping weiteres Wachstum prophezeit:

Die Chancen für die klassische Uhr und den klassischen Juwelier stehen gut!

Der ein oder andere wird jetzt vielleicht angesichts der Ergebnisse der German Watch Study 2021 stutzen.

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Schaut man sich jedoch die Details etwas genauer an, findet man auch Hinweise darauf, dass es um die klassische Uhr und den klassischen Fachhandel gar nicht so schlecht bestellt ist. Gute Chancen auf Zukunftsträchtigkeit gibt es durchaus.

Es fehlten in der Corona-Zeit die Anlässe, eine klassische Uhr zu tragen, zu denen man sein Gespür für Design und handwerkliche Qualität sowie seine Kompetenz für Technik mittels eines Zeitmessers am Handgelenk zur Schau tragen konnte. Auch das ist ein Ergebnis der Studie, der zufolge außerdem an der Smartwatch eher der funktionale Aspekt geschätzt wird. Als Fashionstatement oder Ausdruck der eigenen Technikkompetenz taugt sie kaum, das sehen nur neun beziehungsweise vier Prozent der befragten Besitzer einer smarten Uhr in ihr.

Die Anlässe aber werden zurückkommen beziehungsweise sind es schon – und damit wird auch die klassische Uhr wieder als stilvoller Teil des Rausgeh-Looks an Bedeutung gewinnen.

Und auch die Tatsache, dass die Millennals und die Generation Z das Ranking der Smartwatch-Träger anführen, heißt nicht, das es für die Zukunft in Stein gemeißelt ist, dass sie der klassischen Uhr vollends die kalte Schulter zeigen werden.

Denn vor allem die Millennials gehören zu denjenigen, denen das Thema Nachhaltigkeit besonders am Herzen liegt. Eine klassische Uhr, vor allem wenn sie mechanisch ist oder auf Solarantrieb setzt, kann da problemlos punkten.

Vielleicht müssen die Macher und Anbieter einfach nur noch mehr darauf hinweisen, und zwar dort, wo sie die Millennials und vor allem deren Nachfolge-Generation Z am häufigsten antreffen – im Internet.

Apropos Internet: Was den On-/Offline-Vertrieb angeht, ist es zwar nicht von der Hand zu weisen, dass der Onlineeinkauf immer selbstverständlicher wird und der stationäre Handel daher gut beraten ist, in irgendeiner Form diesen Kanal zu bespielen.

Angesichts der zurückliegenden Lockdowns, noch immer bestehender Infektionsgefahr und der damit verbundenen Vorsicht vieler Menschen ist es aber noch schwierig, hier ein aktuelles, klares Bild zu erstellen und eine eindeutige Tendenz samt Geschwindigkeit der Entwicklung zu definieren.

Eines ist den meisten aber in den letzten knapp zwei Jahren voll fehlender persönlicher Kontakte klar geworden: ohne stationären Handel will man nicht sein. Vor allem bei hochpreisigen Uhren gilt laut Studie, und zwar unabhängig vom Alter, dass die Möglichkeit des Anprobierens vor dem Kauf sehr geschätzt wird.

Ergo: Die Chancen für klassische Uhren und den klassischen Uhrenfachhandel stehen gar nicht so schlecht. Man muss sie nur nutzen.

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