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Heepmanns Kolumne: Bahnbrechend: Die neue Apple Watch zeigt permanent die Zeit an – so lange der Akku hält

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Gestern las ich einen Artikel über einen Test der neuen Apple Watch 5 – und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Die neuen Funktionen, die allerdings eher der neuen Betaversion des Betriebssystems watchOS 6.1 geschuldet sind, als dem neuen Modell, traten in dem Artikel fast in den Hintergrund.

Beeindruckt zeigt sich der Autor von etwas ganz anderem: Der Immer-an-Bildschirm hat es ihm angetan. Auch wenn das der Akkulaufzeit nicht gerade zuträglich ist, entdeckt er darin scheinbar bahnberechende Vorteile.

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Zum einen entzieht man sich der Erklärungsnot, warum man etwas am Arm trägt, dass wie eine Uhr aussieht, aber immer erst aufgefordert werden muss, etwas anzuzeigen. Tut er dies noch als Bagatelle ab, entdeckt er während der Testphase einen weiteren entscheiden Vorteil.

Um die Uhrzeit zu ermitteln, ist es nun nicht mehr notwendig, einen Knopf zu drücken oder ruckartig den Arm zu heben. Beides bleibt in der Regel – zum Beispiel in einem Meeting – nicht unbemerkt. Der verstohlene Blicke auf das Display hingegen schon – und das genügt ja nun auch bei der neuen Smartwatch aus dem Silicon Valley.

Auch beim Sport wäre zum Beispiel die aktuell vergangene Zeit beim Training stets sichtbar. Okay, ohne Zehntel- und Hundertstelsekunden, aber das sei für ihn nicht so wichtig, wie der Autor betont.

Spätestens hier machte es bei mir Klick, zu bekannt kamen mit die beschriebenen Vorteile vor. Und dann wusste ich, woran ich mich erinnert fühlte: an die gute alte Armbanduhr, die nun schon seit ihrem endgültigen Durchbruch vor rund 100 Jahren zuverlässig und ganz unaufgeregt diese Dienste leistet.

Richtig, der Vergleich hinkt natürlich. Aber dass der Autor ausgerechnet die permanente Möglichkeit des Zeit-Ablesens hervorhebt, ist schon bemerkenswert.

Richtig ist auch, die Apple Watch kann Dinge, die eine klassiche Armbanduhr nicht kann. Schließlich ist sie ein elektronisches Gadget – und kein ästhetisches Accessoires, das mit Schönheit, faszinierender, bei Mechanikuhren auch sichtbarer Technik echte und nachhaltige Emotionen hervorruft.

Eine schöne Uhr ist eben weitaus mehr als die Summe ihrer Funktionen.

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Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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