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„Hand Made 1“ von Greubel Forsey – mehr Hand-Werk geht nicht

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Sage und schreibe 95 Prozent der „Hand Made 1“ – darunter die Spiralfeder – wurde ausschließlich mit von Hand bedientem Werkzeug angefertigt. 6.000 Arbeitsstunden ware dafür erforderlich.

Die ungewöhnliche Herausforderung bestand darin, mit historischem Werkzeug eine Genauigkeit auf Mikron-Ebene zu erzielen. Hierfür mussten die Handwerkskünstler eine Präzision erreichen, die die traditionellen Maschinen alleine nicht ohne weiteres leisten können.

Sie mussten sich auf „die Intelligenz der Hand“ verlassen und immer wieder feinste Details korrigieren, um der größtmöglichen Perfektion immer näher zu kommen. „Bei diesem Prozess wird der Zeitaufwand zur Nebensache“, erläutert die Marke.

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Greubel Forsey präsentiert nun das Ergebnis: Die „Hand Made 1“, eine Stunden-/Minuten-/Sekunden-Uhr mit Tourbillon. Die Ausnahmeuhr wurde von Grund auf neu entwickelt.

Die Spezialisten für Uhrwerkskonstruktion, traditionelle maschinelle Bearbeitung und handgefertigte Veredelungen betrachteten eingehend jede einzelne der 272 Uhrwerkskomponenten und 36 Gehäuseteile, um zu prüfen, welche besonderen Möglichkeiten der „Handfertigungs“Ansatz bot und wie man ihn optimieren konnte.

Die alles entscheidenden Fragen dabei lauteten: „Wie können wir dieses Bauteil gestalten, damit wir für seine Herstellung traditionelles Werkzeug und traditionelle Maschinen, wie Lehrenbohrer und Drehbank, verwenden können? Und welche Form können wir ihm verleihen, damit der Handwerkskünstler mit seinen intelligenten Händen Präzision und Handwerkskunst auf höchstem Niveau gewährleisten kann?“

Als Antworten wurden unter anderem einige Bauteile des Uhrwerks umgestaltet, um sie zu vereinfachen. Bei anderen Mechanismen, wie dem Tourbillon, musste hingegen die Anzahl der Komponenten erhöht werden, damit wirklich alle Bauteile von Hand gefertigt werden konnten. Die relativ kleinen Maße (43,5 Millimeter Durchmesser und 13,5 Millimeter Bauhöhe) erschwerten die Aufgabe zusätzlich.

Das Ergebnis ist eine (fast) komplett von Hand gefertigte Uhr – vom Uhrwerk über das Gehäuse bis hin zu Lederarmband, Zifferblatt und Zeigern. Einzige Ausnahme bilden die Saphirgläser, die Gehäusedichtungen, die Federstege, die Lagersteine und die Zugfeder.

Damit die 308 Komponenten der „Hand Made 1“ unter Berücksichtigung der Kriterien von Greubel Forsey Form annehmen konnten, mussten mehr als 800 Teile gefertigt werden. Dabei nahm der Bau des kompletten Tourbillon-Käfigs fast 35 Mal mehr Zeit in Anspruch als bei einem herkömmlichen Tourbillon des oberen Segments. Und schließlich dauerte die Fertigung eines einzigen Rades der “Hand Made 1” ganze 600 Mal länger als bei einem hochwertigen industriellen Rad.

Kein Wunder, dass die „Hand Made 1“ lediglich in einer Stückzahl von gerade einmal zwei bis drei Exemplaren pro Jahr gefertigt werden soll und künftig als neuer uhrmacherischer Meilenstein der Marke positioniert wird.

Um den hohen Anteil an Handarbeit auf den ersten Blick deutlich zu machen, ersetzt der Schriftzug „Hand Made“ bei sechs Uhr das sonst übliche „Swiss Made“.

Tags : greubel forseytourbillonUhrmacherkunst
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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