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Halbjahresbericht der Swatch Group weist einen Umsatzrückgang von über 40 Prozent aus

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Die Swatch Group gab heute ihren Halbjahresbericht bekannt. Dieser macht deutlich, dass der Konzern nach einem guten Start ins Jahr 2020 einen massiven Einbruch infolge der weltweiten Lockdowns hinnehmen musste. So schrumpfte der Nettoumsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 43 Prozent auf 2,2 Milliarden CHF.

„Die rund um den Globus verhängten staatlichen Covid-19 Massnahmen trafen den Konzern ab Februar 2020 mit voller Wucht. In den meisten Ländern wurden komplette Lockdowns angeordnet, was zur Schliessung von zeitweise bis zu 80% aller Retailgeschäfte weltweit führte (eigene und Drittgeschäfte). Einzig die Distribution über E-Commerce blieb teilweise möglich, was zu hohen zweistelligen Wachstumsraten in diesem Kanal führte. Die Produktion von Uhren, Schmuck und Komponenten wurde auf ein Minimum reduziert und für einen bedeutenden Teil des Personalbestandes wurde Kurzarbeit beantragt. Die Covid-19 Massnahmen hinterliessen tiefe Spuren in den Halbjahreszahlen des Konzerns, welcher erstmals einen Halbjahresverlust ausweist.“

Bereits in 2019 hatte die Swatch Group damit begonnen, das Händlernetz zu straffe, dieser Prozess wurde durch die Ausnahmesituation nochmals beschleunigt. So wurden im 1. Halbjahr 260 Geschäfte endgültig geschlossen, was zu einer deutlichen Verringerung der Mitarbeiter im Ausland führte. Insgesamt verringerte sich der Personalstand im 1. Halbjahr 2020 um 6,5 Prozent auf 33.700 Personen.

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Einen Nachfrage-Rückgang beschreibt der Konzern jedoch nicht, sondern begründet den Rückgang ausschließlich mit den mehrheitlich geschlossenen Distributionskanälen. Entsprechend optimistisch fällt der Ausblick auf das zweite Halbjahr 2020 aus, zudem man im Juni bereits wieder ein positives Betriebergebnis ereicht habe:

„Die Konzernleitung ist davon überzeugt, dass sich die Umsatz- und Ertragssituation in den kommenden Monaten sehr rasch verbessern wird, parallel zu den weiteren Lockerungen der Covid-19 Maßnahmen in den einzelnen Ländern. Der positive Ausblick wird verstärkt durch die Neuheiten, welche die Konzernmarken im 2. Halbjahr lancieren werden, sowie die tiefere Kostenbasis. Die Auslastung der Produktionskapazitäten wird sich dadurch im dritten und vierten Quartal 2020 erhöhen. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein positives Betriebsergebnis erwartet.“

Dass sich Nick Hayek trotz der aktuell angespannten Situation nicht wirklich Sorgen um die Zukunft macht, wurde im kürzlich auf handelszeitung.ch veröffentlichten Interview mit dem Swatch-Group-Chef deutlich:

„Es gibt keine Schulden bei uns, keinen Goodwill in den Büchern, und unsere eigenen Geschäftsimmobilien sind zwischen einer und zwei Milliarden wert, ohne jegliche Hypothek. Unsere Strategie ist transparent und langfristig. Das Aktionariat und das Management garantieren auch in Krisen wie jetzt Stabilität.“

Tags : CoronaGeschäftsberichthayekLockdownswatch group
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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