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Galeria Karstadt Kaufhof: Fast jeder zweite Standort ist von der Schließung bedroht

signa

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen nun definitiv bis zu 80 Filialen des angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof geschlossen und weitere Stellen abgebaut werden.

Seit April läuft das Schutzschirmverfahren der zur österreichischen Signa-Gruppe gehörende Warenhauskette. Offenbar reicht dies nicht aus.
Nach aktuellem Diskussionsstand des gerichtlich bestellten Sachwalters Frank Kebekus und des Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz seien bis zu 80 der knapp mehr als 170 Standorte von der Schließung bedroht, hieß es unter Berufung auf den Entwurf eines

Sanierungskonzepts, der dem Gesamtbetriebsrat und den Gläubigervertretern vorgelegt worden sei. Dieses soll bis Ende Juni fertig sein.

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Demnach könnten bis zu zehn Prozent der Stellen gestrichen werden, die Rede ist dabei vor allem von Filialen von Karstadt-Sport, den Reisebüros und der Essener Zentrale. Finale Beschlüsse gibt es aber noch nicht.

Noch gibt es ein wenig Hoffnung für die Mitarbeiter, dass die Zahl der Filialen, die geschlossenen werden sollen, geringer ausfallen wird, wenn Vermieter und andere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit seien, meldete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf „informierte Kreise”.

Der Konzern erklärte, er wolle Spekulationen nicht kommentieren.

Kommentiert hat jedoch Ver.di die Vorgänge beim Warenhauskonzern, dem die deutsche Gewerkschaft vorwirft, dass die Corona-Krise nur ein Vorwand für die jetzigen Maßnahmen sei:

Ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger warf dem Konzern vor, einen „Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten” zu planen. Es habe den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Corona-Krise missbrauchen würden, „um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen”, sagte die Gewerkschafterin.

Zudem sieht sie mittelfristig negative Folgeeffekte auf die Attraktivität der Innentsädte: „Denn die Warenhäuser in den Städten sind Ankerstandorte. Sie sind der Schlüssel für Frequenz und für die Ansiedlung von weiteren Einzelhandelsbetrieben”, sagte Nutzenberger.
Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund sieht dies genauso: „Galeria Kaufhof Karstadt ist nicht irgendwer. Die Warenhäuser sind für viele Innenstädte systemrelevant.”

Und der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, sagte der dpa: „Trotz aller Umwälzungen durch den Internethandel und die Folgen der Coronakrise sind die traditionsreichen Kaufhäuser dieses Handelsunternehmens wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort.”

Tags : CoronaKarstadtKaufhofSchutzschirmSignaVerdi
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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