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EXKLUSIV: Michel Loris-Melikoff, Managing Director Baselworld: „Diese Zeiten sind vorbei.“

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Nach der Einladung zur Live-Pressekonferenz von der MCH Group für den 23. Juni – abgeschickt von press@houruniverse.com – hatte man mit vielem gerechnet.

Mit einer Absage oder Verschiebung der HourUniverse 2021 oder mit der Ankündigung einer rein digitalen Ausgabe. Aber die wenigsten hatten wohl an eine Wiedergeburt der Baselworld gedacht.

Die Baselworld fand das letzte Mal im Jahr 2019 statt, Mitte letzten Jahres wurde dann deren vermeintlich endgültiges Aus beschlossen. Doch Totgesagte leben länger. Warum die Baselworld eine zweite Chance bekommt, erläutert Managing Director Michel Loris-Melikoff im Interview mit WatchPro Deutschland.

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Das vollständige, ausführliche Interview lesen Sie in der August-Ausgabe von WatchPro Deutschland.

WatchPro: Die neue Baselworld ist als B2B-Plattform im mittleren Luxussegment angesiedelt. Haben Sie damit die Top-Luxusmarken langfristig abgeschrieben?

Michel Loris-Melikoff: In der Vergangenheit war es so, dass die Baselworld Uhren, Schmuck und Edelsteine vom unteren Preissegment bis zum Top-Segment abgedeckt hat. Dann kamen der SIHH mit 30, 40 Marken in Genf. Aber die Baselworld lief unverändert weiter. Jetzt sind noch einmal einige Marken nach Genf gegangen, wie viele es am Ende sein werden, wird sich zeigen. Aber alle anderen der Uhren-, Schmuck- und Edelsteinindustrie sind in Genf gar nicht willkommen, und die benötigen ja nach wie vor eine Plattform. Und das ist die Baselworld.

Genfer Luxusuhrenmarken habe ich natürlich nicht abgeschrieben, ganz und gar nicht. Und ich kann Ihnen schon heute sagen, dass man auf der Baselworld 2022 Patek Philippe und Rolex sehen wird, und zwar als Certfied-Preowned-Uhren. Denn wir werden einen großen Akzent auf CPO setzen, sodass die Uhrenliebhaber, die auf all diese ikonischen Modell stehen, diese bei unseren CPO-Partnern bewundern können.

Klar, wir wollen eine moderne Plattform für die gesamte Uhren-, Schmuck- und Edelsteinindustrie sein. Und wenn die eine oder andere Marke, die jetzt in Genf ist, wieder zurück nach Basel will, dann stehen natürlich unsere Türen offen.

Was aber alle Marken wissen müssen: die alte Baselworld mit diesen dreistöckigen Standbauten wird es nicht mehr geben.

WatchPro: Also mehr Sachlichkeit anstelle von Glamour?

Michel Loris-Melikoff: Was ist Glamour? Der neue Schick ist heute ja nicht mehr Klotzen. Bei uns wird es daher vom Layout her modern, urban und schick sein, aber nicht verschnörkelt. Es wird inklusiv sein. Das heißt im Vordergrund steht nicht die Architektur eines Standes, sondern im Vordergrund stehen die Produkte und die Leute, die diese Szene ausmachen. Es ist wichtig, dass die Leute ihr Business machen und Networken können, dass sie eine tolle Zeit in Basel verbringen und neue Dinge erfahren. Das ist wichtiger als die Architektur eines dreistöckigen Baus.

WatchPro: Geht es dabei auch um die Kostenfrage?

Michel Loris-Melikoff: Durchaus. Gerade nach der Covid-Krise haben viele Firmen auch gar nicht mehr so hohe Marketingbudgets und schauen viel stärker auf den Return on Investment. Auch daher war es für uns sehr wichtig, dass wir das Standbaukonzept für die Baselworld radikal neu erfinden, damit die Kunden für 20.000 bis 50.000 CHF dabei sein können, inklusive eines Standes, bei dem man im Prinzip nur noch das Licht anstellen muss.

Früher sprachen wir da von Kosten in Höhe von meheren Hunderttausend Franken, bishin zu zwei-, dreistelligen Millionenbeträgen. Diese Zeiten sind vorbei.

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