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Die Vicenzaoro verspricht Effektivität und Sicherheit

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Heute beginnt die Vicenzaoro als eines von Europas ersten großen Events im Bereich Schmuck und Uhren, das wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden.

Nach einem fast zweijährigen Stillstand „haben wir das Gefühl, dass es unsere Verantwortung ist, die europäische Industrie durch diese wichtige Übergangsphase zur Erholung des Sektors zu begleiten“, sagt Marco Carniello, Global Exhibition Director (Jewellery & Fashion) der Italian Exhibition Group IEG. Wie das aussehen soll, erläutert er im Gespräch mit WatchPro Deutschland.

WatchPro: In Deutschland wird viel darüber gesprochen, inwieweit die durch Corona vorübergehend notwendige Digitalisierung von Messen zumindest in Teilen beibehalten werden wird und auf wendige Präsenzveranstaltungen teilweise ersetzen könnte. Was denkt man Italien, was denken Sie darüber?

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Marco Carniello: Als wir den Termin vom 10. bis 14. September für die Vicenzaoro als Präsenzveranstaltung bestätigt haben, konnten wir sofort die positiven Reaktionen von Käufern, Besuchern und Ausstellern sehen. Das zeigt, dass solche Veranstaltungen ihre wichtige Rolle im Geschäftsleben behalten haben und werden, da sie der effektivste Weg sind, um neue Dinge zu entdecken, neue Leute zu treffen, neue Deals und Partnerschaften auszuhandeln.

Es stimmt, dass digitale Tools und Plattformen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, und sie werden auch von Fachleuten in der Schmuck- und Uhrenbranche häufig verwendet. Aber das hat sich schon lange vor der Pandemie abgezeichnet. COVID hat diese Entwicklung jedoch beschleunigt und viele Messeveranstalter wie IEG arbeiteten bereits an innovativen digitalen und hybriden Lösungen.

Was wir also in Zukunft sehen werden, ist eine Kombination aus virtuellen und persönlichen Veranstaltungen, denn virtuelle Events sind ein strategisch effizienter Weg, um die Branche zwischen physischen Begegnungen zusammenzubringen.

WatchPro: Reisen ja oder nein? Für viele ist die Antwort darauf immer noch unklar und das Thema verunsichert nach wie vor.

Marco Carniello: Nachdem die IEG im April 2020 als erster in Italien das Safe-Business-Protokoll entwickelt und anschließend zahlreiche Initiativen zur globalen Sicherheit verfolgt hat, haben wir nun weitere Elemente hinzugefügt, um die Sicherheit der Menschen und Unternehmen, die an den Messen teilnehmen, noch besser zu gewährleisten.

So sind wir das erste italienische Unternehmen, das die internationale GBAC STAR-Akkreditierung für die Einhaltung der internationalen Standards für Sauberkeit, Desinfektion und Prävention von Infektionskrankheiten erhalten hat.

Gemäß der geltenden Gesetzgebung und zum Schutz von Unternehmen, Besuchern, Lieferanten und Mitarbeitern müssen zudem alle Besucher während der Messe im Besitz eines „grünen Passes“ sein. Alternativ wird vor Ort ein Antigen-Schnelltest durchgeführt.

Für die Vicenzaoro im September erwarten wir übrigens vor allem Besucher aus europäischen Ländern. Die Veranstaltung dient als Startrampe für eine Rückkehr in eine internationalere Ausgabe im Januar.

WatchPro: Inwieweit spiegelt die Vicenzaoro insgesamt die durch Pandemie veränderte Schmuckund Uhrenbranche wider?

Marco Carniello: Stellen Sie sich die Vicenzaoro als die Plattform vor, auf der sich die internationale Community zweimal im Jahr trifft, um die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Branche zu diskutieren. In den letzten VO-Ausgaben haben wir zudem in unseren Vorträgen auf der Messe Themen wie den Wandel im Vertrieb in punkto E-Commerce oder Nachhaltigkeit behandelt.

Seit ungefähr 21 Monaten hat die Vicenzaoro aufgrund der Pandemie nicht mehr stattgefunden. Und natürlich verstehen wir, dass die Gemeinschaft darüber nachdenken muss, wo wir alle stehen und welche bedeutenden Veränderungen in der Branche stattgefunden haben. Aber die Vicenzaoro wird auch nach Corona wieder die passende Plattform sein, auf der sich die Meinungsführer über die anstehenden Herausforderungen austauschen können und werden.

WatchPro: Der Uhrenanteil auf der Vicenza wächst, neu ist der B2B-Bereich VO’ Clock. Was genau hat es damit auf sich?

Marco Carniello: Die September-Ausgabe von Vicenzaoro zielt darauf ab, der Uhrenindustrie viel Raum zu widmen. Dies geschieht im Rahmen von VO’ Clock, einem neuen B2B-Ausstellungsbereich für zeitgenössische Uhren. Wir starten mit einer neuen und lebendigen Community, die bereits 23 unabhängige Marken umfasst.

VO’ Clock präsentiert eine exquisite Auswahl an Marken mit einer Vielzahl von feiner Uhrmacherkunst-, ultra-zeitgenössischen und Designuhren mit den neuesten technologischen Modellen. Wir nennen es den ultimativen Ausdruck des neuen Zeitbegriffs.

Zu den bestätigten Ausstellern zählen folgende Marken: Meccaniche Veloci, Corum, Cyrus, Junghans, MeisterSinger, Mühle Glashutte, Victorinox, Vincent Calabrese di AHCI.

Neben VO‘ Clock findet bei der Vicenzaoro im September die zweite Ausgabe von VO Vintage statt, eine kostenlose Ausstellung für Sammler, Schaulustige sowie Liebhaber von Vintage und der Uhrenwelt im Allgemeinen. Besucher haben hier die exklusive Chance, einzigartige Stücke aus der Vergangenheit zu entdecken, die die Fundamente der Luxusindustrie darstellen.

WatchPro: Um Vintage-Uhren ist in den letzten Jahren ein wahrer Hype ausgebrochen. Worauf führen Sie das zurück? Was denken Sie, wie lange dieser Hype noch anhalten wird?

Marco Carniello: Tatsächlich wird erwartet, dass der Vintage-Sektor bis 2025 konstant wachsen wird, wobei der Uhrenumsatz auf dem Secondhandmarkt zwischen 29 und 32 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Wir denken, dass hinter diesem Hype mindestens zwei Faktoren stecken. Erstens halten die Leute Vintage-Uhren für eine gute Investition, insbesondere wenn andere, eher traditionelle Investitionen in Aktien oder Waren weniger attraktiv oder riskanter sind. Zweitens sehen wir ein wachsendes Interesse an Einzelstücken, die durch ihre Design- und Herstellungsgeschichte sowie ihre Vorbesitzer selbst faszinierende Storys erzählen. Wir glauben, dass dies von Dauer sein wird.

WatchPro: Wie ist die italienische Uhren- und Schmuckbranche bislang durch die Pandemie gekommen?

Marco Carniello: Der Schmuckmarkt hat zweifellos stark gelitten, erholt sich jedoch bereits von der weltweiten Krise. Wir sehen jetzt zwei Verbrauchertrends, die den Schmuckverkauf ankurbeln. Zum einen wurde während der Pandemie weniger Geld für Kultur und Freizeit ausgegeben. Dies ermöglichte vielen Menschen, ihre Ausgaben auf Waren wie Schmuck und Uhren umzuschichten, was für sie eine sichere Investition darstellt und gleichzeitig der Branche zugute kommt.

Zum anderen finden wieder große Veranstaltungen und Familienfeiern statt. Das treibt die Ausgaben für Schmuck in die Höhe. Die wichtigsten Herausforderungen für die Schmuck- und Uhrenbranche sind dabei die Einbindung der Verbraucher über verschiedene Kanäle und die Entwicklung der Kollektionen, ohne dass sie ihren ikonischen Touch verlieren und zugleich Nachhaltigkeit realisieren.

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