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Die Produktion der blauen Dreizeiger-„Nautilus“ wird eingestellt

nautilus

Patek Philippe und verschiedene Konzessionäre haben es laut verschiedener Medienberichte bestätigt: die „Nautilus“-Referenzen 5711/1A-10 und 5711/1A-11 in Stahl werden eingestellt. Und damit auch die beliebteste Uhr der Manufaktur, die Drei-Zeiger-„Nautilus“ aus Edelstahl mit blauem Zifferblatt.

Neu ist beziehungsweise war dieses Modell für einen UVP in Höhe von knapp 30.000 € erhältlich (inkusive mehrjähriger Wartezeit), auf dem Zweitmarkt wurde diese „Nautilus“ hingegen teilweise für das Doppelte und mehr gehandelt. Doch diese Zeiten scheinen mit der Meldung über die Einstellung der Produktion vorbei zu sein. Ein kurzer Check auf Chrono24 und Chronext offenbarte heute Morgen zum Teil Angebote der Referenz 5711/1A-10 mit blauem Zifferblatt, die weit über 100.000 € liegen.

Warum aber macht Patek Philippe das und stellt die Fertigung einer der begehrtesten Uhren weltweit ein?

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Die Antwort darauf hatte Patek-Präsident Thierry Stern schon vor längerer Zeit gegeben.

„Vor vielen Jahren stellte IWC Golduhren her. Dann gab es Probleme und sie stellten auf Stahl um. Als sie versuchten, zu Gold zurückzukehren, gelang das nicht. Senkt man einmal den Preis für Stahl, ist es schwer, ihn wieder zu erhöhen“, so Stern im Herbst 2019 in einem Interview mit Joe Thompson von Hodinkee, in dem es um den Liefer-Engpass in Sachen „Nautilus“ ging. „Ich muss bei der Menge hart bleiben, weil ich nicht will, dass Stahl als Metall die gesamte Kollektion beherrscht. Also müssen wir wachsam sein.“

Neben der Tatsache, dass sich Patek also mit einer vergleichweise günstigen Edelstahluhr nicht selbst das Wasser bei den Edelmetall-Modellen mit höheren Renditen abgraben möchte, will sich die Marke auch nicht – ähnlich wie Audemars Piguet mit der „Royal Oak“ – zu stark von einem einzigen Modell abhängig machen. „Das ist gefährlich, und das will ich nicht“, so Stern. Alles in allem geht es also um die klare Positionierung im oberen Luxussegment, und zwar mit einer vielfältigen Modell-Palette.

Zum anderen gefällt Stern der Hype um die blaue Dreizeiger-„Nautilus“ auf dem Zweitemarkt nicht, auf dem die Uhr für viele lediglich als Spekulationsobjekt gilt, die beim autorisierten Fachhändler gekauft wird, um sie am nächsten Tag für das Doppelte anzubieten. „Das sind für mich Opportunisten, und ich mag das nicht“, sagte er vor gut einem Jahr gegenüber der NZZ.

Tags : Edelstahluhrnautiluspatekthierry stern
Antje Heepmann

The author Antje Heepmann

Nach dem Studium der Germanistik begann ich 1999 meine journalistische Laufbahn als Volontärin beim Branchenmagazin „U.J.S. Uhren Juwelen Schmuck ”. Bis 2018 blieb ich zunächst als Redakteurin und später als stellvertretende Chefredakteurin bei der U.J.S. und war für Themen- und Konzeptplanung, Recherche, Artikelerstellung und den digitalen Auftritt zuständig. 2018 wechselte ich zur Fachzeitschrift „GZ Goldschmiede Zeitung“. Seit Oktober 2019 bin ich Teil des internationalen Teams von WatchPro und betreue redaktionell den deutschsprachigen Auftritt des Magazins für die Uhrenbranche.

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